Auf 400 Quadratmeter Fläche gab es für die Jungen und Mädchen jede Menge zu tun.
Auf 400 Quadratmeter Fläche gab es für die Jungen und Mädchen jede Menge zu tun. Tobias Holtz
Verborgen unter Laub und Totholz wurden die Überreste der einstigen Fundamente sichtbar.
Verborgen unter Laub und Totholz wurden die Überreste der einstigen Fundamente sichtbar. Tobias Holtz
Tag des offenen Denkmals

Schüler arbeiten in Altentreptow ein Stück Geschichte auf

Neuntklässler der KGS haben am Mittwoch den ehemaligen Jüdischen Friedhof von Ästen und Sträuchern befreit. Dabei machten sie auch so manche interessante Entdeckung.
Altentreptow

Heute erinnert nur noch eine mit Efeu bewachsene Fläche unterhalb des Reuterplatzes an den Jüdischen Friedhof, der vor fast 180 Jahren in Altentreptow angelegt wurde. Im Laufe der Nutzungszeit gab es hier 14 Grabstätten, die 1938 nach der Reichspogromnacht von einer Horde SA-Leuten geschändet wurden. Die NSDAP-Ortsleitung verlangte vom damaligen Bürgermeister, den Friedhof zu beseitigen. Doch er und andere Bürger handelten couragiert und setzten sich über die Anordnung hinweg, wodurch die Begräbnisstätte letztlich noch eine Weile bestehen blieb.

„1949 entschied sich die Stadt dann aber, den Friedhof zu verkaufen und beräumen zu lassen. Die Grabsteine wurden von der Jüdischen Landesgemeinde an einen Steinmetzbetrieb veräußert. Wir wissen, dass einige wenige Reste von Fundamenten bis heute erhalten sind. Haltet also am besten die Augen offen, ob ihr etwas entdecken könnt“, wandte sich Detlef Klage an die gespannt lauschenden Schüler der Kooperativen Gesamtschule.

Schüler der neunten Klasse legen Hand an

Mit Gartenschere, Handschuhen und blauen Säcken ausgestattet hatten sich die Neuntklässler bereit erklärt, die zugewucherte Fläche für den Tag des Offenen Denkmals am 12. September wieder flottzumachen. Dann soll dort um 10 Uhr eine weitere historische Tafel vom Treptower Kultur- und Heimatverein eingeweiht werden, wie der Vereinsvorsitzende verriet. „Über die Geschichte jüdischer Mitbürger in unserer Stadt ist nur wenig bekannt. Wir haben aber versucht, anhand der überlieferten Quellen die wichtigsten Informationen auf der Tafel zusammenzustellen“, so Klage. Schon wenige Minuten nach Beginn der dreistündigen Aktion stießen er und die Schüler auf ein erstes Überbleibsel der einstigen Grabstätten, das von verwittertem Laub und vertrockneten Gehölz bedeckt war. „Wir wollen sie allerdings nicht komplett freilegen, sondern nur markieren, damit sie in Zukunft auch für Besucher als solche erkennbar sind“, betonte der Vereinsvorsitzende. Ein Besuch am Klosterberg lohnt sich am 12. September also definitiv.

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