EKLAT IN FRIEDLAND

Schüler lehnt Preis des Bürgermeisters ab

Drei Friedländer Schüler sollten für ihre Leistung bei einem europäischen Kunstwettbewerb bei der Stadtvertretersitzung gewürdigt werden. Einer lieferte dabei einen bemerkenswerten Auftritt.
Tim Prahle Tim Prahle
Stadtpräsident Ralf Pedd (links) musste eine Abfuhr von einem potenziellen Preisträger, Sebastian Gostomski (Mitte), hinnehmen.
Stadtpräsident Ralf Pedd (links) musste eine Abfuhr von einem potenziellen Preisträger, Sebastian Gostomski (Mitte), hinnehmen. Tim Prahle
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Friedland.

Aus Protest gegen den drohenden Bau von Hühnerställen hat der Schüler Sebastian Gostomski einen Preis von Friedlands Bürgermeister Wilfried Block abgelehnt. Beim Europäischen Wettbewerb sollte der 17-Jährige einen Bundespreis bekommen und sollte auf der letzten Stadtvertretersitzung vor der Kommunalwahl mit dem Bürgermeisterpreis ausgezeichnet werden. Thema des Wettbewerbs: „YOUrope – es geht um dich!“. Junge Menschen sollten durch den Wettbewerb aufgemuntert werden, sich aktiv für die Zukunft Europas einzusetzen. Oder eben die Zukunft Friedlands.

Kurz vor der Übergabe wurde Gostomski auf seinen Wunsch hin das Wort erteilt. Der Zehntklässler bedankte sich zunächst dafür, dass er vorgeschlagen wurde und erhob dann seine Stimme. „Ich nehme diesen Preis nicht an, weil es der Bürgermeister und ein Teil der Stadtvertretung wieder einmal geschafft haben, dass die Lebensqualität in unserer Stadt bedroht ist!“ Die weit mehr als 100 Einwohner in und vor dem Ratssaal johlten, lobten den Mut des jungen Mannes. Bürgermeister Wilfried Block und Stadtpräsident Ralf Pedd hingegen mussten mit versteinerten Mienen hinnehmen, wie der junge Mann ohne Blumenstraß und Preis wieder von dannen zog.

Schüler hat Aktion bewusst vorbereitet

Der Schüler und seine Familie wären unmittelbar von einem Hühnerstall in Mohrmannshof betroffen, erzählt sein Vater Andreas Gostomski auf Nordkurier-Nachfrage. „Wir wohnen direkt in Sichtweite“, sagt er. Und seien – wie auch die Anwohner durch die nahegelegene Putenanlage und die Windräder sowieso bereits belastet. Die Eltern seien durchaus im Vorfeld mit im Boot gewesen, fügt Andreas Gostomski an und muss zugeben: „Wenn das Publikum nicht da gewesen wäre, wäre es wohl nicht so weit gekommen.“

Das bestätigt auch Sohn Sebastian, als der Nordkurier ihn kurz nach Schulschluss am Donnerstag erreicht. „Ich habe am Ort geschaut, ob es passen könnte, ob es die richtigen Worte sind“, sagt der 17-Jährige, der von seiner Entscheidung, die Auszeichnung nicht anzunehmen, überzeugt ist. „Wenn ich einen Bürgermeisterpreis annähme, würde ich indirekt sagen, dass ich den Bürgermeister gut finde“, betont er. Das wollte er um jeden Preis vermeiden.

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Kommentare (12)

... Applaus

Wer wichtigtun will, wählt obigen Weg. Wenn so das zivile Miteinander verstanden wird und positives Gejohle und Beifall der Lohn ist, wäre auch ein von diesen Leuten gewählter Bürgermeister ein Schleudersitz.

Die Menschen glauben, es genüge, möglichst laut zu sagen, was man alles nicht will. Zur Mündigkeit gehört jedoch, in sachlicher Weise zu artikulieren, welchen Gegenvorschlag man hat. Demokratie lebt vom Kompromiss. Da haben wir hier im Osten noch einiges zu lernen.

Zum Glück haben sie ja nie Gegenvorschläge sie Kommentarekommentierer. Immer nur ungewaschne Sülze.

Hätte ich der Generation fast gar nicht zugetraut. Ein junger Mann mit Rückgrat, der zu seiner begründeten (sachlichen) Meinung steht.

Erstmal Respekt vor dem Jungen Mann. Und nun mal ein Gegenvorschlag: Anstelle den Massenhaltungswahn weiterzuführen ist doch über eine Artgerechte Haltung drüber nachzudenken. Und ja dann wird der Broiler halt teurer Scheiss drauf. So lange das Huhn oder Hahn artgerecht Leben kann. Und anstelle hier nur dumm rum zu meckern packt mit an.

Ich weiß ja nicht wo sie wohnen, aber" ich" hab meine Hühner ,Enten Kaninchen. Was ihr Stadtmenschen in Zukunft essen wollt sei dahin gestellt, geht von mir aus gegen Massentierhaltung Kravall machen,aber satt werdet ihr davon garantiert nicht. Es kommen sicher wieder diese Würmer-Kocher nach NBG , guten Appetit.

er fühlt sich einfach unterrepräsentiert..... Hat hier eine Plattform bekommen und diese ausgenutzt.... Seine Eltern werden Ihr Übrigens dazu getan haben..... Greta lässt grüßen..... Gott die Jugend heute......

Mit ihren eigenen Waffen geschlagen.

Wofür, weil er eine johlende Menge hinter sich wußte und sich erst dann traute seinen Ablehnungskommentar von sich zu geben?

... wir hier Kommentatoren fast kollabieren weil ihnen ein Jugendlicher vor macht, wozu ihnen selbst der Hintern in der Hose fehlt. Respekt junger Mann. Alles richtig gemacht.

Ich kann mich vor Lachen kaum halten.... Dann glauben Sie sicher auch das "unsere" Greta auch eigenverantwortlich handelt.... Himmel.... Ihnen ist wirklich nicht zu helfen.... :-)