Die Vorsitzenden des Klosterbergbeirats Theo Hadrath und Franziska Renger waren beeindruckt von den Vorschlägen der Jugen
Die Vorsitzenden des Klosterbergbeirats Theo Hadrath und Franziska Renger waren beeindruckt von den Vorschlägen der Jugendlichen, mit denen sie nicht nur Altentreptows grüne Lunge, sondern auch die Stadt an sich beleben wollen. Tobias Holtz
Nachdem die frühere Skaterbahn vor dem Aldi-Markt abgerissen wurde, soll nach den Wünschen der Schüler eine neu
Nachdem die frühere Skaterbahn vor dem Aldi-Markt abgerissen wurde, soll nach den Wünschen der Schüler eine neue, größere Anlage am Klosterberg entstehen, die sich mit einer Eisbahn zum Schlittschuhlaufen kombinieren lässt. Tobias Holtz
Einige der erarbeiteten Ideen sollen nach Möglichkeit in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Einige der erarbeiteten Ideen sollen nach Möglichkeit in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Tobias Holtz
Projekt der KGS

Schüler verblüffen mit Ideen für den Klosterberg

Über drei Monate haben Altentreptower Neuntklässler ein Konzept entwickelt, wie das Areal um den Großen Stein gestaltet werden könnte. Die Ergebnisse sind beeindruckend.
Altentreptow

Ideen gab es in der Vergangenheit mehr als genug, um aus dem Klosterberg einen Anziehungspunkt zu machen, der Einheimische und Touristen gleichermaßen anspricht. Die Meinungen der jungen Generation wurden in den bisherigen Plänen allerdings kaum berücksichtigt. Doch die Jugendlichen haben sehr wohl Interesse daran, ihre Stadt aktiv mitzugestalten und denken dabei keineswegs nicht nur an sich, wie das jüngste Projekt an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) zeigt. Wenn es nach den Schülern geht, soll der Klosterberg zu einem Ort werden, an dem sich wirklich alle Generationen wohlfühlen können.

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Ein offensichtliches Problem war ihnen schon bei der ersten Erkundungstour auf dem Areal aufgefallen. An vielen Stellen liegt Müll in der Natur. Mit mehreren Papierkörben könne dem entgegengewirkt werden, so der Wunsch der Neuntklässler. Doch das ist längst nicht alles, was sie sich zur weiteren Gestaltung überlegt haben. Ganze 19 Punkte umfasst ihr Konzept, das sie am Dienstagnachmittag vorstellten. Jedoch nicht in Form eines trockenen Vortrags, sondern bei einem interaktiven Rundgang. Und hier wurde schnell deutlich, dass sie für ihre Ideen brennen und ihnen auch durchaus bewusst ist, welche finanziellen oder baulichen Hürden mit den einzelnen Vorhaben verbunden sind.

Lieber wieder ein festes Gebäude als Jugendtreff

Einige der gemachten Vorschläge stehen ohnehin schon ganz oben auf der Agenda der Stadt, wobei die Vorstellungen zur Umsetzung teilweise auseinandergehen. „Sicher ist die Idee mit dem Pavillon ein guter Anfang, aber wir würden uns doch wieder ein richtiges Gebäude als Jugendtreff wünschen, das ganzjährig genutzt werden kann und auch über eine entsprechende Ausstattung verfügt“, betonte Emia Schulz. Konkret schwebt ihr ein Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile vor, in dem die jungen Leute relaxen, sich austauschen oder einfach mal am Tischkicker eine Runde daddeln können. Ganz wichtig sei es auch sanitäre Anlagen vor Ort zu haben. „Wir würden uns natürlich selbst darum kümmern, dass alles ordentlich und sauber bleibt. Ein Streetworker könnte dann immer mal ein Auge darauf werfen und von dem neuen Treffpunkt aus neue Projekte für Jugendliche starten“, erklärte die Schülerin.

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Was das naturnahe Kleingewässer betrifft, sollte das Wasser nach den Vorstellungen der Schüler ganzjährig beheizt werden, damit sich das Badevergnügen nicht nur auf den Sommer beschränkt. „Und wir brauchen dort unbedingt einen mobilen Imbiss oder wenigstens einen Grillplatz“, meinte Amy Dokter. Wer nach dem Schwimmen eine Bootstour unternehmen möchte, leiht sich Kanus, Kajaks und Co. beim alten Mühlenspeicher aus. „Der bietet in meinen Augen genügend Lagerraum. Für den Verleih könnte die Stadt über eine Zusammenarbeit mit der Kanustation Klempenow nachdenken“, regte Tommes Leifels an. Die Bewegung soll ebenfalls nicht zu kurz kommen: Der vom Heimatverein angelegte Reuter-Turnplatz könnte durch ein Hangelgerüst, Trampoline und einen Tastpfad ergänzt werden.

Auch an Touristen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, haben die Neuntklässler gedacht. Eine Campingwiese würde sicher viele Urlauber anlocken, fand Jasmin Seep. Hinter der Mehrzweckhalle wäre zudem genügend Platz für einen Kletterwald. „So eine Attraktion gibt es in der näheren Umgebung bislang nicht“, sagte Felix Deutschmann. Mit einer Leinwand, die als Freiluftkino dient, und fester Bühne ließen sich auf der Festwiese zudem regelmäßige Veranstaltungen etablieren.

Botanischer Garten mit Mini-Zoo und Klangstraße

Neben der Halle soll mit einem Café ein weiteres Gastronomieangebot geschaffen werden. „Wo man den Abend auch mal gemütlich ausklingen lassen kann, sonst gibt es in der Stadt kaum Möglichkeiten dazu“, schildert Aurelia Fischer. Ein Teil des Geländes am Großen Stein ließe sich mit einigen Kniffen in einen botanischen Garten verwandeln – angrenzender Streichelzoo und Klangstraße, die zum Musizieren einlädt, inklusive.

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Hannah Kosalla hat hingegen einen Wunsch, mit dem sie in ihrer Altersgruppe nicht allein dasteht: Altentreptow soll wieder eine Skaterbahn bekommen, aber nicht irgendeine. „Sie müsste schon deutlich größer gebaut werden als die frühere, wo es nur eine Rampe gab, und eine Strecke für Anfänger enthalten. Außerdem würden wir die Anlage im Winter gerne mit einer Eislaufbahn kombinieren“, meinte die Schülerin, die als Standort die freie Fläche hinter dem Krankenhaus favorisiert.

Der Vorsitzende des Klosterbergbeirats zeigte sich beeindruckt von dem durchdachten Konzept, dass die Schüler mit so viel Engagement präsentierten. „Jeder, der sich an dem Projekt beteiligt hat, kann stolz auf sich sein. Sie haben sich kontrovers mit ihren eigenen Ideen auseinandergesetzt und ich hoffe sehr, dass wir einige davon in den kommenden Jahren gemeinsam mit der Stadt umsetzen können“, so Theo Hadrath.

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