Fracht hinterlassen Spuren

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Schwertransporte für die Windkraft ruinieren Straßen

Zwischen Friedrichshof und Loickenzin herrscht wegen des Baus neuer Windräder reger Baustellenverkehr. Foto: Caroline Kern 
Zwischen Friedrichshof und Loickenzin herrscht wegen des Baus neuer Windräder reger Baustellenverkehr. Foto: Caroline Kern 
Caroline Kern

Kies und Steine, Beton und Windmühlenflügel - rund um Loickenzin ist derzeit einiges auf schweren Fahrzeugen unterwegs. Gleich drei Baustellen werden dort bedient. Das geht weder an den Straßen noch an den Autofahrern spurlos vorbei.

Jetzt geht‘s ab nach oben. Bisher wurde vor allem an den Fundamenten der neuen Windkraftanlagen bei Loickenzin gebaut. Inzwischen wachsen die Türme östlich von Altentreptow in die Höhe, auch Teile für die Rotoren wurden schon angeliefert.

Das macht sich auch auf den Straßen bemerkbar. Ein Pripslebener berichtet, dass ihm morgens um zehn nach sechs Uhr auf dem Weg nach Tützpatz ein Schwerlasttransport mit Teilen für die Windmühlen entgegen kam. Er sei von der Polizei aufgefordert worden, auf die Ackerzufahrt auszuweichen. „Die können die Leute doch nicht mit ihren Privatautos auf den Acker schicken“, findet er. Hinter ihm sei noch ein Bus gekommen, der habe nicht ausweichen können „und musste eine halben Kilometer rückwärts fahren“, schildert er. Da er der Aufforderung nicht gleich folgte, sei er recht unfreundlich zurechtgewiesen worden und nun drohe ihm eine Ordnungsstrafe.

LKW-Verbot wegen Baustelle aufgehoben

Nach Meinung des Pripslebener dürfen diese Schwertransporte nur von 22 bis 6 Uhr fahren, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern. „Was, wenn ein beladener Trecker entgegen kommt, der kann nicht ausweichen oder rückwärts waren“, meint er. Nach Auskunft von Eike Wiethoff von der Pressestelle der Polizeiinspektion Neubrandenburg wird diese Zeit in der Genehmigung zwar festgelegt, aber Abweichungen seien erlaubt. Zumal der Transport in diesem Fall ja kurz vorm Ziel gewesen sei. Es komme eher selten vor, dass sich ein Transport durch unvorhergesehene Dinge in die Hauptverkehrszeit verlagere. Dann müsse vor Ort entschieden werden, ob weitergefahren wird. „Da muss man Aufwand und Nutzen abwägen. Es ist ja auch nicht so einfach, so einen Schwerlaster für mehr als zwölf Stunden irgendwo abzustellen“, sagt sie. Der Transport sei vorneweg durch Blaulicht angekündigt worden „und dann sind Verkehrsteilnehmer auch verpflichtet auszuweichen“, sagt sie.

Auf der Verbindungsstraße zwischen Friedrichshof und Loickenzin, an der die Windräder wachsen, herrscht nicht nur wegen der Transporte zum Windpark reger Laster-Verkehr. Hier sind vor allem viele Lkw unterwegs, die die Baustellen im Dorf Loickenzin und an der Loickenziner Chaussee zu bedienen. Um das zu ermöglichen, hat die Stadt das Durchfahrtsverbot für Lkw vor einigen Monaten aufgehoben - früher war die Strecke nur für landwirtschaftlichen Lkw-Verkehr frei. Das soll nach Abschluss der Baumaßnahmen auch wieder so sein, versichert Bauamtsleiterin Hendrikje Kmietzyk. 

Entstandene Schäden werden beseitigt

Massive Schäden seien an der Straße aber schon entstanden, sagt der Friedrichshofer Landwirt und Stadtvertreter Alexander Friese (CDU). Mitarbeiter des Bauhofs bessern in diesen Tagen die größten Löcher in der Straße aus und bringen die Bankette so gut wie möglich in Ordnung, die bei Ausweichmanövern arg zerfahren wurden. Man habe den Zustand der Straße vor Beginn der Bauarbeiten dokumentiert, heißt es von der Verwaltung. Wenn Schäden entstehen, würden sie auch wieder beseitigt werden.

Während das Ende der beiden Straßenbau-Vorhaben in Sicht ist, ist bei den Windrädern wohl noch lange nicht Schluss. Nach Angaben des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt liegen für das Gebiet Altentreptow West bei Loickenzin Anträge für 38 Windräder vor. 35 seien bereits genehmigt, drei noch im Verfahren. Etwa 27 stehen schon, rund vier werden derzeit gebaut, heißt es.