Diskussion im Neubrandenburger Hauptausschuss

Schwimmhalle erhitzt schon jetzt die Gemüter

Wie soll die neue Schwimmhalle aussehen? Wie viele Bahnen soll es geben und wie lang dürfen sie sein? Darüber sollen die Stadtvertreter urteilen, um erst danach einen Kostenplan zu erhalten. Das stößt einigen Stadtvertretern bitter auf.
Neubrandenburg

Caterina Muth hat es bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ganz genau wissen wollen. Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion vergewisserte sich, ob sie die Information – die Aufgabenstellung zur Machbarkeitsstudie – rund um die neue Schwimmhalle in Neubrandenburg richtig verstanden habe. Nämlich: Dass die Stadtvertreter erst über das sogenannte Raumprogramm – mit Analysen zum jetzigen Bestand, Konkurrenz und Bedarf – abstimmen sollen. Und dann erst Einblick in mögliche Kosten erhielten. Wenn ja, sei das „völlig falsch“, sagte sie. „Es ist nicht logisch über die Größe zu entscheiden, ohne zu wissen, was es kosten wird“, erklärte sie ihre Bedenken.

Frank Renner, Fachbereichsleiter für Stadtplanung, Wirtschaft, Bauaufsicht und Kultur in der Stadtverwaltung, erläuterte indes, dass erst durch ein belastbares Raumprogramm ermittelt werden könne, wie das Objekt dann sowohl in Gänze aussehen als auch was es kosten könnte. Zu der Objektplanung gehörten dann später Details zu Betriebskosten oder auch konkretere Angaben zu möglichem Erlebnisbereich, Mutter-Kind-Bereich, Sauna oder Fitnessstudio.

Schwimmhalle bleibt ein Dauerbrenner

Die neue Schwimmhalle, die es in Neubrandenburg geben soll, ist in zahlreichen Gesprächen und Ausschüssen ein Dauerbrenner. Nicht nur dass viele Einwohner wissen wollen, wann und wo der lang ersehnte Traum realisiert werden soll – die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen im Herbst vorliegen. Es heißt in diesen Zeiten von vielen Seiten auch: Jetzt erst recht! So meldet sich die Neubrandenburger CDU beispielsweise zu Wort im Hinblick auf die in Aussicht gestellten Aufstockungen im Investitionsplan des Bundes für Sportstätten: „Dies ist eine gute Nachricht. Unsere neue Schwimmhalle muss vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Angefangen beim Schwimmunterricht für die Kinder über den Vereins- und Breitensport im Reha- und Gesundheitsbereich bis hin zum Leistungssport“, so Christian Konkel vom CDU-Stadtverband in einer Mitteilung. Er nimmt damit Bezug auf die Zusage von Oberbürgermeister Silvio Witt, sich weiter konsequent um Bundesmittel bemühen zu wollen.

Mehrfachplanungen sollen verhindert werden

Die Hoffnung auf finanzielle Unterstützung wird die Stadtvertreter und die Stadtverwaltung einen. Aber an der Herangehensweise scheiden sich die Geister, wie zuletzt im Hauptausschuss.

Frank Renner machte währenddessen deutlich, warum die Verfahrensweise – erst Raumplanung, dann Kostenberechnung – favorisiert würde. „Wir wollen Mehrfachplanungen vermeiden.“ Deshalb sollten Grundsatzentscheidungen getroffen werden – werden die Bahnen 25 Meter oder 50 Meter lang; wie viele soll es geben?

Rainer Kirchhefer (Bündnis 90/Die Grünen) verdeutlichte, dass er die Sorgen von Caterina Muth durchaus nachvollziehen könne. Der von der Stadtvertretung favorisierte Werdegang sei „zu kurz gegriffen“.

OB will zwei Varianten begutachen lassen

Oberbürgermeister Silvio Witt schlug in seiner Funktion als Ausschussvorsitzender vor, dass zwei Varianten begutachtet werden könnten, einmal mit 25-Meter-Bahnen und einmal mit 50-Meter-Bahnen. Von Ratsherr Hans-Jürgen Schwanke kam jedoch der Einwand: „Ich kenne keine Fraktion, die eine 25-Meter-Bahn will.“ Dies betonte er vor allem im Hinblick auf den Triathlon, der als Leistungsstandort eben eine 50-Meter-Bahn brauche.

Frank Renner erklärte, dass eine Vorplanung mit zwei Varianten samt Kostenschätzung erarbeitet werde. Die Vorplanung basiere auf zwei möglichen Raumprogrammen mit 25-Meter- oder 50-Meter-Bahnen. „Denn Kostentreiber ist in der Regel die Wasserfläche und wie viel Wasser umgewälzt werden muss“, sagte er auf Nordkurier-Nachfrage. Bis Herbst soll zumindest die Vorplanung vorliegen.

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