Wo heute die Busse parken und zu Nachwendezeiten der Divi-Markt stand, sollen die Neubrandenburger und Gäste der Stadt ih
Wo heute die Busse parken und zu Nachwendezeiten der Divi-Markt stand, sollen die Neubrandenburger und Gäste der Stadt ihre Bahnen in einer neuen Schwimmhalle ziehen können. Mirko Hertrich
Für das denkmalgeschützte Lokschuppen-Areal am Neubrandenburger Bahnhof als neuer Schwimmhallen-Standort fand sich k
Für das denkmalgeschützte Lokschuppen-Areal am Neubrandenburger Bahnhof als neuer Schwimmhallen-Standort fand sich keine Mehrheit in der Stadtvertretung. Mirko Hertrich
Stadtvertretung

Schwimmhalle in Neubrandenburg soll auf Divi-Parkplatz gebaut werden

Nach jahrelanger Diskussion hat die Stadtvertretung eine Standortentscheidung gefällt: Die neue Schwimmhalle wird auf dem Parkplatz am Weidenweg errichtet.
Neubrandenburg

Die neue Schwimmhalle in Neubrandenburg soll unweit der alten Schwimmhalle auf einem Parkplatz am Stargarder Tor gebaut werden. Für den Standort am Weidenweg auf dem sogenannten Divi-Parkplatz stimmte am Donnerstag in der Stadtvertretung eine große Mehrheit. Insgesamt wurde über vier Standorte, die in der Endauswahl standen, abgestimmt. Für den Standort am Weidenweg votierten 26 Stadtvertreter, vor allem aus den Fraktionen von CDU/FDP, Linke und AfD. Für einen Neubau auf dem denkmalgeschützte Lokschuppen-Areal sprachen sich 15 Ratsleute aus, vor allem Mitglieder der Fraktionen von SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen. Keine Zustimmung als Standort für die Errichtung des über 20 Millionen Euro teuren Baus erhielten der Messeplatz und das RWN-Gelände an der Lindenstraße.

Offen bliebt zunächst noch die Entscheidung über das sogenannte Raumprogramm. Darüber sollen nach der Standortentscheidung die Stadtvertreter nun unter anderem festlegen, wie viele und wie lange Bahnen die Schwimmhalle bekommt. Zur Diskussion steht ein 50-Meter-Becken mit vier Bahnen oder ein 25-Meter-Becken mit acht Bahnen.

Kurze Wege als Argument

Befürworter des Standorts am Weidenweg hatten mit kurzen Wegen für Schüler und Vereine argumentiert. Auch hielten sie einen zügigen Bauprozess beim Lockschuppenareal wegen der dortigen Altlasten für unwahrscheinlich und befürchteten zugleich eine Kostenexplosion.

Die neue Schwimmhalle soll die 1969 eröffnete alte Schwimmhalle ablösen. Unter den „Kandidaten“ hat sich in zwei Machbarkeitsstudien bislang das Lokschuppen-Areal am Hauptbahnhof mit einer 50-Meter-Bahn am stärksten hervorgetan, vor allem dank guter Fördermöglichkeiten. Das städtische Areal ist allerdings denkmalgeschützt und mit Altlasten kontaminiert. Knapp dahinter landete auf dem zweiten Platz der Parkplatz am Weidenweg unweit der alten Schwimmhalle, der ebenfalls in einem städtebaulichen Fördergebiet liegt.

Bau eines Parkhauses wird nötig sein

Die alte Schwimmhalle wurde zu DDR-Zeiten in einem Gebiet mit morastigem Untergrund errichten, auf dem der Schutt der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Stadt entsorgt wurde. Das wird wohl umfangreiche archäologische Grabungen sowie schwierige Gründungsarbeiten für die Schwimmhalle mit Pfählen erfordern. Notwendig wird bei dem Bau auf dem Parkplatz zudem der Bau eines dreigeschossigen Parkhauses für knapp sechs Millionen Euro, damit ausreichend Parkplätze für Besucher der Innenstadt oder von Sport- und Kulturveranstaltungen im Kulturpark bleiben.

Das stark mit Altlasten kontaminierte Lokschuppen-Areal ist seit Jahren ungenutzt. Der Bau einer Schwimmhalle an dieser Stelle war schon 2015 Bestandteil der Pläne zur Wiederbelebung des gesamten Bereiches zwischen Vogelviertel und Bahnhof. Die Stadt hatte das Gelände 2014 von der Bahn erworben, weil der Neubrandenburger Unternehmer Marco Gillmeister ehrgeizige Pläne mit dem Areal in der Tasche hatte und dort unter anderem auch eine Schwimmhalle errichten wollte. Das Vorhaben scheiterte dann aber aus verschiedenen Gründen.

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