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Olympiastützpunkt

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Seehofer will in Neubrandenburg Kanu und Triathlon streichen

Die Außenstelle des Olympiastützpunktes Kanu in Neubrandenburg steht vor dem möglichen Aus.
Die Außenstelle des Olympiastützpunktes Kanu in Neubrandenburg steht vor dem möglichen Aus.
Heiko Brosin

Von wegen den Osten fördern: Der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer aus Bayern setzt den Rotstift bei traditionsreichen Trainingszentren in Neubrandenburg und Warnemünde an.

Der Olympiastützpunkt (OSP) Mecklenburg-Vorpommern könnte zwei seiner Kaderschmieden verlieren: Betroffen sind nach den Plänen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Kanuten und die Triathleten in Neubrandenburg. Das geht aus einem Schreiben von MV-Sportministerin Birgit Hesse (SPD) an das Seehofer-Ministerium hervor, das dem Nordkurier vorliegt.

Auch Warnemünde soll dem Rotstift zum Opfer fallen: Dort ist der Segelsport betroffen. „Ich habe sehr große Sorge, dass auch eine nur vorübergehende Nichtanerkennung, insbesondere in den traditions- und erfolgreichen Sportarten Segeln und Kanurennsport, zu einem verheerenden Rückschlag und Negativwirkungen auf den gesamten Nachwuchsleistungs- und Spitzensport des Landes führt“, schreibt Hesse.

Zu wenig Bundeskader trainieren

Die Entscheidung des Bundes ist noch nicht endgültig gefallen. Hesse bittet Seehofer in ihrem Brief, die Pläne, die ihrem Ministerium mündlich angekündigt worden seien, noch einmal zu überdenken. In der Unterredung sei als Begründung genannt worden, dass in Neubrandenburg und Warnemünde zu wenig Bundeskader trainierten.

Doch es gäbe auch Gründe, die für die Standorte sprechen, meint Hesse offenbar auch mit Blick auf die ostdeutsche Region: „Ich bitte Sie in Ihre noch ausstehende Entscheidung die komplexen Rahmenbedingungen an den Standorten Warnemünde und Neubrandenburg … angemessen in die Beurteilung einfließen zu lassen.“

Spitzensport wird umstrukturiert

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte den Eingang des Schreibens aus Schwerin. Eine Antwort stehe noch aus, räumte er ein. „Es ist auch noch viel zu früh, um über einzelne Standorte zu entscheiden.“ Hintergrund sind Umstrukturierungspläne des Bundes im Spitzensport nach dem mehrfachen nicht besonders erfolgreichen Abschneiden deutscher Athleten bei großen internationalen Wettkämpfen. Das Fördergeld solle besser auf ausgewählte Standorte konzentriert werden.

„Eines der Kriterien bei der Auswahl ist sicherlich, wie viele Bundeskader in den Stützpunkten trainieren. Bei lediglich drei oder vier, kann man sich schon fragen – muss das jetzt sein, dass die noch Geld kriegen?“, so der Sprecher Seehofers. Zugleich betonte er, dass andere Bundesländer sich mit gleichlautenden Bitten ebenso an Seehofer gewandt hätten.

In Deutschland gibt es 18 Olympiastützpunkte, in MV einen. Der Hauptsitz ist in Rostock, Neubrandenburg und Schwerin sind Außenstellen. Insgesamt gibt es in den drei Städten derzeit zehn Zentren für zehn Sportarten. In Neubrandenburg ist noch die Leichtathletik angesiedelt.

In den Sportarten Kanu, Triathlon und Leichtathletik besitzt Neubrandenburg noch den Status als Bundesstützpunkt.

Kommentare (1)

Meine Güte, wie oft will Seehofer noch beweisen, dass er weder Anstand noch das fachliche Vermögen besitzt, unser Land zu schützen und Schaden abzuwenden?