Noch können auch ganz kleine Frühchen in Neubrandenburg versorgt werden. Doch ein neues Gesetz gefährdet die we
Noch können auch ganz kleine Frühchen in Neubrandenburg versorgt werden. Doch ein neues Gesetz gefährdet die weitere Versorgung. Marcel Kusch
Umstrittenes Gesetz

Seenplatte verstärkt Protest gegen mögliche Schließung von Frühchenstation

Ein umstrittenes Gesetz gefährdet die Versorgung von Frühchen in Neubrandenburg. Im Bundestag flattert jetzt ein weiterer Protestbrief aus dem Nordosten dazu ein.
Seenplatte

Das Kreistagspräsidium der Mecklenburgischen Seenplatte hat jetzt einen Protestbrief an den Bundestag geschickt, um die mögliche Schließung der Frühchenstation in Neubrandenburg zu verhindern. Die wichtige Versorgungsstruktur dürfe nicht wegbrechen, dann würden die Überlebenschancen der Neugeborenen sinken. „Wir fordern, dass im Land Mecklenburg-Vorpommern im Zuge der Krankenhausplanung Ausnahmetatbestände festgelegt werden können. In unserem relativ dünn besiedelten Flächenland geht das Kriterium Mindestanzahl vollkommen an der Realität und an den Menschen vorbei”, teilte Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) am Mittwoch mit.

„Nicht allein nach Zahlen entscheiden”

In dieser „lebenswichtigen Angelegenheit” dürfe keine reine Zahl ausschlaggebend sein. „Seine Kompetenz und Qualität hat das Bonhoeffer-Klinikum über viele Jahre bewiesen”, so Diener mit Verweis auf das Neubrandenburger Krankenhaus.

Lesen Sie auch: Sorgen-Brief an MInister Spahn

Konkret richtet sich die Kritik an das neue Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG). Dort wird unter anderem festgelegt, unter welchen Bedingungen sogenannte Perinatalzentren für Frühchen und Neugeborene geöffnet bleiben dürfen. Unter anderem ist eine Mindestanzahl an Frühchen unter 1250 Gramm entscheidend, die im Perinatalzentrum am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg aktuell nicht erreicht wird.

Kreistag folgte Antrag der Linken

Die weitere Existenz des Zentrum sei durch den Bundestagsbeschluss akut bedroht, so Diener. Dann wäre eine flächendeckende medizinische Versorgung der Betroffenen aber nicht mehr möglich. „Das wollen die Kreistagsmitglieder so nicht hinnehmen.”

Das Präsidium war auf dem Kreistag im Juni damit beauftragt worden, sich gegen die Pläne der Bundesregierung zu stellen. Einen entsprechenden Antrag hatte die Linksfraktion gestellt. Die AfD hatte ebenfalls eine Protestaktion gefordert. Letztlich entschieden sich aber alle Kreistagsmitglieder geschlossen für den Vorschlag der Linken. Dieser beinhaltet neben dem Protestbrief des Präsidiums noch einen Aufruf an alle Bürger des Landkreises, sich an dem Protest über Petitionen zu beteiligen.

Aufforderung an Landrat Heiko Kärger

Außerdem soll sich Landrat Heiko Kärger (CDU) nach der Bundestagswahl an die Mitglieder des Bundestags wenden, um die Interessen des Landkreises deutlich zu machen. Der Landrat hatte gemeinsam mit dem Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) bereits Anfang Juni einen Protestbrief gegen Schließungspläne losgeschickt. Auch die Stadtvertreter Neubrandenburgs hatten sich gegen die Berliner Pläne gewendet.

zur Homepage