LANDRAT IM INTERVIEW

Seenplatte zögert bei Biotonnen-Einführung

Der Landrat des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, Heiko Kärger, hat sich in einem Nordkurier-Interview zu den Abfallgebühren, den Corona-Herausforderungen und weiteren Themen geäußert.
Landrat Heiko Kärger
Landrat Heiko Kärger Ulrike Kielmann
Neubrandenburg ·

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte will in den kommenden Jahren die Biotonne auch in weiteren größeren Städten des Landkreises einführen, aber kurzfristig nicht im gesamten Kreisgebiet. Landrat Heiko Kärger sagte in einem Gespräch mit dem Nordkurier, der Kreis müsse erst prüfen, was wirtschaftlich machbar sei. In Neubrandenburg solle die Biotonne auf alle Fälle beibehalten werden. Über ein System der Mindestmengen wolle man wenigstens „eine gewisse Gerechtigkeit” bei den Müllgebühren hinbekommen, so Kärger. „Berücksichtigt wird leider nicht, was jeder einzelne an Müll produziert. Aber das wird man nicht hinbekommen”, sagte er.

Weitere Änderungen in den Schulen möglich

Im Gespräch mit dem Nordkurier erteilte der CDU-Politiker einem Alleingang des Landkreises bei möglichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen eine Absage und sprach sich dafür aus, dies „landeseinheitlich, teilweise auch bundeseinheitlich” zu gestalten. Um die Zahl der Neuinfektionen in den Griff zu bekommen, fasse der Kreis auch weitere Maßnahmen an den Schulen ins Auge, sagte Kärger. Er brachte für obere Jahrgänge das Modell eines Wechselunterrichts ins Spiel. „Eine Klasse macht eine Woche lang Präsenzunterricht, in der nächsten macht es die andere. Dann wären sofort die Schule und der Busverkehr entlastet und die Klassen würden sich nicht gegenseitig anstecken.” Der Landkreis bereite dies vor, sei aber von einer Zustimmung des Landes abhängig.

Kritik an einigen Pflegekräften

Auch wenn die Corona-Krise eine Herausforderung sei, als anstrengendste Phase seiner Amtszeit wollte er sie nicht bezeichnen. Das Zusammenwachsen im Großkreis nach der Kreisgebietsreform sei da schwieriger gewesen, sagte er und lobte das Team der Kreisverwaltung, auf dass er sich verlassen könnte, unter anderem bei der wichtigen Nachverfolgung von Corona-Neuinfektionen. Kritik äußerte Kärger in diesem Zusammenhang unter anderem an manchen Mitarbeitern in Pflegeheimen, die trotz ihrer Aufgabe Abstandsgebote und Regeln nicht in ausreichendem Maße einhalten und so für Ansteckungen sorgen würden.

Kreishaushalt soll ausgeglichen sein

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Landkreis können man wohl erst in den kommenden Jahren genau einschätzen, sagte Landrat Kärger weiter und zeigte sich zurückhaltend, den Kommunen im Kreis eine Senkung der Kreisumlage zu versprechen. Der Kreis müsse einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen und habe absehbar Mehrausgaben, zudem gebe es wichtige langfristige Ziele in der Entwicklung der ländlichen Region, über deren Finanzierung man reden müsse.

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