AKTION FÜR TOLERANZ

Selfie gegen Rassismus ist gefragt

Immer wieder erfahren ausländische Mitbürger Rassismus auch in Neubrandenburg. Das reicht von Beschimpfungen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. Wer das nicht akzeptieren will, kann jetzt ein Zeichen setzen.
Gabriele Gröger vom Jugendmigrationsdienst (links) und Schulsozialarbeiterin Doreen Kappler (rechts) nehmen das serbische Ehepaar Nicola und Nadesha Radomirovic für ein Selbstportrait in die Mitte. Modern sagt man dazu „selfie“. Das sollen ganz viele Neubrandenburger machen und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen. 
Gabriele Gröger vom Jugendmigrationsdienst (links) und Schulsozialarbeiterin Doreen Kappler (rechts) nehmen das serbische Ehepaar Nicola und Nadesha Radomirovic für ein Selbstportrait in die Mitte. Modern sagt man dazu „selfie“. Das sollen ganz viele Neubrandenburger machen und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen.  Ingmar Nehls
Neubrandenburg ·

Fast wöchentlich erzählen Ausländer Gabriele Gröger vom Jugendmigrationsdienst der AWO von Übergriffen. Nicht jede Gewalttat wird auch der Polizei gemeldet, denn die ausländischen Mitbürger hätten Angst und oft auch erlebt, dass sie vor der Justiz den Kürzeren ziehen, sagt sie. "Neubrandenburg ist rechts", diese Meinung habe sich durch solche Erfahrungen bei einigen Migranten eingeschärft. Und diese Meinung bekommen auch neue Flüchtlinge zu hören, wie aktuell einige Syrer. "Gerade unter den Syrern sind sehr viele Akademiker, die durchaus Chancen hätten, hier eine Arbeit zu finden. Leider wandern gute Leute aber schnell ab, wenn sie sich hier nicht willkommen fühlen", sagt Gabriele Gröger.

Neubrandenburg ist aber auch eine Stadt, in der Toleranz gelebt wird. Das zeigen viele Einrichtungen, die sich für Menschen mit Migrationshintergrund einsetzen. Alle Neubrandenburger, die den Rassismus nicht akzeptieren wollen, können jetzt ein Zeichen setzen. Am 21. März ist der internationale Tag gegen Rassismus. Die AWO ruft bundesweit alle AWO-Einrichtungen auf, am 21. März um 11.55 Uhr für fünf Minuten öffentlich mit Transparenten und Plakaten ein Zeichen zu setzen.

Gabriele Gröger ist dies aber zu klein gedacht. Sie möchte, dass ganz viele Neubrandenburger das machen und sich dabei selbst fotografieren. Die Selbstportraits, neudeutsch "selfies", sollen dann an [email protected] de geschickt werden. Der Nordkurier veröffentlicht alle Selfies, die an eingeschickt werden.

 

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