Daniela Kern, Silke Kunst und Dajana Karge (v. l. n. r.) betreuen seit fünf Jahren Familien während und nach der Schwangerschaft.
Daniela Kern, Silke Kunst und Dajana Karge (v. l. n. r.) betreuen seit fünf Jahren Familien während und nach der Schwangerschaft. ZVG
Hebammen

Sie helfen bei runden Bäuchen und hohen Erwartungen

Den gemeinsamen Gang in die Selbstständigkeit haben drei Hebammen aus Burg Stargard in fünf Jahren noch keine Minute bereut. 866 Familien haben sie bereits betreut.
Burg Stargard

Dajana Karge ist ganz nah dran, wenn Familien entstehen. Die Hebamme und ihre Kolleginnen Silke Kunst und Daniela Kern helfen Müttern nicht erst bei der Geburt. Bereits Monate vorher stehen sie den Frauen zur Seite, um sie körperlich und psychisch auf die Entbindung vorzubereiten. „Wir lernen die Mütter sehr gut kennen. Da entsteht eine tiefe Verbindung“, sagt Dajana Karge.

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Vor fünf Jahren haben sich die Hebammen „Am Storchennest“ in Burg Stargard selbstständig gemacht. Kennengelernt hatten sie sich im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, wo sie Kurse für werdende Mütter anboten. Als die Räume aber wegen Bauarbeiten im Klinikum nicht mehr passten, entschieden sie sich, sich selbstständig zu machen. 866 Familien haben sie seit dem 1.  April 2017 durch die Schwangerschaft begleitet. „Das Schönste ist, dass wir sehen, wie aus zwei Menschen eine Familie wird“, sagt Karge.

Großer Mangel an Hebammen

Ihr Angebot ist in der Stargarder Region gefragt. Zwar gebe es dort viele Freiberufler, doch herrsche in den Krankenhäusern großer Mangel an Hebammen. Immer wieder müssten sie wegen zu vieler Anfragen Absagen machen. „Wir nehmen nicht so viele an, da uns Qualität sehr wichtig ist“, sagt Karge.

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Ihre Betreuung verläuft nach einem festen Schema. Wenige Wochen, nachdem die Frauen schwanger werden, kommt es zum ersten Kontakt. „Die meisten melden sich früh bei uns, sind unsicher und haben ganz viele Fragen“, sagt Karge. Anschließend beginnen die Geburtsvorbereitungskurse. „Das läuft aber nicht so wie im Fernsehen, dass wir da alle zusammen sitzen und hecheln“, sagt Karge und lacht. Vielmehr gehe es um das Stillen, die Ernährung des Babys und den richtigen Zeitpunkt, um in die Klinik zu fahren.

Betreuung die ganze Zeit in einer Hand

Wobei nicht nur die Mütter viele Fragen hätten. Immer mehr Männer seien vor allem nach der Geburt um ihre Kinder besorgt und nähmen an den Gesprächen teil. „Das ist für die Frauen total schön. Wir betreuen dann die ganze Familie“, sagt Dajana Karge.

Wechsel in der Betreuung gibt es zwischen den drei Hebammen in der Regel nicht. Stattdessen kümmert sich jede von ihnen über längere Zeit um bestimmte Familien. „Es geht um Vertrauen. Die Frauen erzählen uns viel über sich und ihren Körper, deshalb ist es gut, wenn das in einer Hand bleibt“, so Dajana Karge.

Zum Schluss gehts an die Muskulatur

Wenn es soweit ist, findet die Geburt in der Regel im Klinikum statt, wo die drei Hebammen nach wie vor angestellt sind. Zwar entbinden sie nicht alle Mütter, die sie betreuen – doch ist die Geburt geschafft, kümmern sich Dajana Karge und ihre Kolleginnen weiter um ihre Frauen. Dann beginnt die Wochenbett-Zeit, in der die Hebammen Hausbesuche machen, die Kinder begutachten und den Müttern Ratschläge geben.

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Ist diese Phase dann vorüber, startet mit den Rückbildungskursen der letzte Betreuungsteil. Dieser dauert sechs Wochen und dreht sich um den Wiederaufbau der Muskulatur, vor allem im Beckenboden-Bereich. „Wir machen aber auch Bauch-Beine-Po. Das ist kein Larifari“, sagt Karge und lacht.

Larifari waren für die Hebammen auch die vergangenen fünf Jahre nicht. Doch Dajana Karge blickt glücklich auf die Zeit zurück. „Wir sind dankbar für das Vertrauen der Familien in unsere Praxis und freuen uns auf die nächsten Jahre.“

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