Interview mit Oberbürgermeister

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Silvio Witt verteidigt Baustellen in Neubrandenburg

Immer wieder geraten Autofahrer in und um Neubrandenburg in Staus, die durch Baustellen verursacht wurden (Archivbild).
Immer wieder geraten Autofahrer in und um Neubrandenburg in Staus, die durch Baustellen verursacht wurden (Archivbild).
Gabriel Kords

Autofahrer sind seit Monaten von den vielen Baustellen in Neubrandenburg genervt. Oberbürgermeister Silvio Witt hat jetzt im Interview Stellung bezogen.

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) setzt beim Thema Baustellen vor allem auf Geduld. „Ich gebe zu: Es ist ungünstig, dass jetzt so vieles gleichzeitig passiert”, sagte Witt dem Nordkurier (Lesen Sie hier das vollständige Interview). „Aber ich sage auch: Hätten wir deswegen länger warten sollen?” Da die Vernachlässigung der Infrastruktur eines von Witts großen Wahlkampf-Themen gewesen sei, freue er sich, „dass sich da wirklich etwas bewegt hat in den vergangenen Jahren.”

Die Autofahrer der Stadt werden seit vielen Monaten durch diverse Straßenbaustellen auf dem Friedrich-Engels-Ring und den großen Ausfahrtsstraßen auf eine harte Probe gestellt. Durch die Verengung des ansonsten dreispurigen Rings auf zwei oder sogar nur eine Spur bilden sich immer wieder Rückstaus, in den Stoßzeiten kommt der Verkehr immer wieder zum Stehen.

Witt: Innenstadt hat zu viele Wohnungen

Witt wies jedoch darauf hin, dass Baustellen auf Bundesstraßen Sache des Straßenbauamts und nicht der Stadt seien. Außerdem würde er Bürgern, die sich beschweren, mit einer Gegenfrage antworten: „Was würden Sie denn an unserer Stelle machen? Dass die Bauarbeiten sein müssen, bezweifelt vermutlich niemand”, sagte Witt im Interview (Lesen Sie hier den zweiten Teil). „Dass die Situation auf dem Ring kompliziert ist, muss uns auch allen klar sein. Da ist es leider so, dass sich Behinderungen nicht vermeiden lassen.”

Auch den umstrittenen Innenstadt-Neubau Marien-Carée verteidigte Witt. „Wir haben einen zu hohen Anteil an Wohnnutzung in der Innenstadt und prozentual fehlt es noch immer an Gastronomie und Handel”, begründete der 39-jährige Quereinsteiger das geplante Einkaufscenter in bester Lage. Ein Oberzentrum sei der Ort für entsprechende Geschäfte, es sei also kommunale Aufgabe, Ansiedlungsfläche für Unternehmen bereitzustellen.

Kommentare (2)

Sind die Straßen in einem maroden Zustand,wird gemeckert, zurecht. Wird aber saniert, wird auch gemeckert. Würden alle Neubrandenburger,(generell alle Einwohner in Ortschaften mit Stadtbusverkehr o.ä) die Stadtbusse nutzen , anstatt ihren PKW , wäre die Verkehrsdichte innerhalb der Stadt garantiert deutlich geringer. Aber man fährt ja buchstäblich zur Toilette mit dem Auto. Vor 30 Jahren waren die Stadtbusse meistens brechenden voll, weil viele gar kein Auto hatten. Vielleicht sollte man die Tarife für den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gestalten.

Nein die Innenstadt hat nicht zu viele Wohnungen. Eine Stadt hat sich zu erst um Einwohner zu kümmern. Aber sie als Aufsichtsratsvorsitzender mit der Neuwoges zusammen schmeißen ja so nach und nach die Mieter aus der Stadt. Die sozial schwachen haben sie ja schon aus dem Centrum der Stadt entsorgt. Nur mit den Einwohner kann auch Handel und Gewerbe entstehen. Nur vom Handel kann man ja in Neubrandenburg nicht mehr reden. Was hat den die Innenstadt zu bieten, es sind doch die gleichen Ketten in der Stadt wie in Rostock, Berlin, Potsdam usw. Warum soll ich also mich aus Waren auf den Weg machen wenn ich das gleiche auch bei Otto usw. im Internet bekommen kann. Es fehlt der Lokale Einzelhandel. Und der Lokale Einzelhandel der da war wurde von der Stadt oder dem Center kaputt gespielt.