Exotischer Vogel
Penannt Sittich erwärmt Herzen in Altentreptow

Unter dem Blätterdach von Laubbäumen hält sich der Sittich am liebsten auf und konnte bis jetzt allen Einfangversuchen erfolgreich entfliegen. 
Unter dem Blätterdach von Laubbäumen hält sich der Sittich am liebsten auf und konnte bis jetzt allen Einfangversuchen erfolgreich entfliegen.
Helvi Schülke

Seit Juni sorgt ein neuer Bewohner für Gesprächsstoff in einem Wohngebiet in Altentreptow. Wo dieser ausgebüxt ist und ob er vermisst wird, weiß niemand.

Vorgestellt hat sich der Neuankömmling keinem. Deshalb weiß auch niemand so recht, wann er zugezogen ist und es sich im Wohngebiet Ziegelei gemütlich machte. Was die Bewohner dort zuerst vernahmen, ohne ihn wahrnehmen zu können, waren seine Laute. Die kamen aus der Höhe und dann bogen sich die Köpfe in die Nacken und jeder versuchte herauszufinden, wer da solche Töne von sich gibt. Der Lautgeber konnte sich nicht lange versteckt halten, sein Kleid ist zu auffällig. Und nicht lange nach seiner Ankunft sah man ihn dann im Geäst einer Birke sitzend: In der Ziegelei lebt seit Sommerbeginn ein Penannt Sittich. Und alle freuen sich über diese Bereicherung. Bei dem Vogel, der zur Familie der Papageien gehört, handelt es sich eindeutig um einen Migranten. Seine Heimat sind die niederschlagsreichen Gebiete im Osten Australiens und hier vor allem die relativ feuchten Wälder.

So fragten sich die Bewohner, wo dieser bunte Vogel wohl herkommen mag? Aus wessen Voliere mag er entflohen sein? Doch niemand las eine Vermisstenanzeige, weder in der Zeitung noch auf Zetteln an Gebäuden oder Bäumen. Der Verdacht wurde laut, dass es sich vielleicht um einen Flüchtling aus dem Vogelpark Marlow handeln konnte. Immerhin seien bei der Schneekatastrophe im Frühjahr, die dem Park immense Schäden zufügte, einige Vögel entflogen.

Zum Einfangen ein Bettlaken verwenden

Auf alle Fälle scheint es dem scharlachrot gefiederten und mit blauen Wangenflecken geschmückten Sittich an seinem neuen Wohnort gut zu gehen, er ist noch immer da. Langsam indes schleichen sich in den Gedanken der der Bewohner Kümmernisse ein: Was passiert mit dem bunten Gesellen, wenn es kalt wird? Wo soll er überwintern? Kann er überhaupt Frosttemperaturen vertragen? Erste Versuche, ihn einzufangen, misslangen, erzählen zwei Frauen. Jetzt wird um sein Überleben gebangt.

Der Sittich gehört nicht zu den Bewohnern des Vogelparks Marlow, wie eine Nordkurier-Recherche ergab. „Wir haben keine solchen Sittiche bei uns“, sagt Stefan Kahl, der als Biologe im Park arbeitet. Dort sind während der Schneekatastrophe einige Vögel entflohen „und ein paar vermissen wir auch noch. Aber diesen Sittich nicht“. Ehe der Winter kommt, sollten die Bewohner der Ziegelei versuchen, den Prachtvogel, der eine Körperlänge bis zu 36 Zentimeter erreichen kann, einzufangen. Das sei beileibe keine leichte Angelegenheit, meint Kahl. „Vielleicht lässt er sich ja mit Obst, Nüssen und anderen Leckereien anfüttern und anlocken. Zum Einfangen sollte ein großes Handtuch oder ein Bettlaken genommen werden“, rät der Biologe. Sollte es gelingen, ihn einzufangen, könne der gefiederte Geselle im Vogelpark abgegeben werden. „Wir werden keine neue Haltung beginnen, aber wir können den Sittich an Interessenten vermitteln. Wir haben da Kontakte.

Kommentare (1)

Fangt ihn ein! Einen norddeutschen Winter würde der australische Sittich niemals überleben.