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Skater werden jetzt für langes Warten belohnt

Eins von sechs Betonteilen wird vorsichtig auf dem Skaterpark am Reibahnsee abgesetzt.
Eins von sechs Betonteilen wird vorsichtig auf dem Skaterpark am Reibahnsee abgesetzt.
Ingmar Nehls

Die Jugendlichen in Neubrandenburg können sich wieder auf ihre Bretter schwingen: Am Reitbahnsee entsteht endlich ein Ersatz für die abgebrannte Anlage.

Martin Koch schaut mit einem breiten Grinsen auf das schwere Betonteil, das am Krahnhaken über dem Skaterpark am Reitbahnsee schwebt. Lange haben die Skater der Viertorestadt auf ein neues Skate-Element warten müssen. Jetzt ist es endlich soweit. Eine Spezialfirma in Nürnberg hat die sogenannte Curb Cut mit Ledge, Rail und Curb gebaut. In sechs Einzelteilen kam das Spaßgerät mit einiger Verspätung in Neubrandenburg an. „Das ermöglicht mehrere Tricks“, erklärt Martin Koch.

Gemeinsam mit anderen jungen Skatern konnte Koch seine Vorstellungen für die Neugestaltung der 1998 erbauten Anlage am Reitbahnsee einbringen. Die Streetworker der Mobilen Jugendarbeit der Caritas (Moju) haben den Jugendlichen geholfen, ihre Wünsche zu sammeln, aufzuarbeiten und Politik und Verwaltung mitzuteilen.

Mit Transport und Montage kostet das neue Skate-Element etwa 16 000 Euro, informiert Heiko Brüsch von der Stadtverwaltung. Eingeplant war das Geld zwar seit einiger Zeit, durch die Haushaltssperre konnte  die Bestellung aber lange nicht aufgegeben werden. Jetzt müssen sich die Skater noch ein paar Tage gedulden, denn erst ab Montag wird das neue Gerät freigegeben. „Dann machen wir im nächsten Jahr auch wieder einen Contest hier“, sagt Martin Koch.

Wie wichtig Skateranlagen für den Frieden in einem Viertel sein können, zeigt ein Konflikt in der Oststadt. Dort gibt es am Ihlenpool einen Skaterpark, der vor sich hin gammelt, weil dort Geräte aufgebaut wurden, die zum Skaten nicht geeignet sind. Die Teile sind aus Holz und damit wetteranfällig. Mit Bürgerbeteiligung könnte man solch kostspieligen Missverständnissen vorbeugen. Weil es in der Oststadt keinen Park gibt und die Anlage am Reitbahnsee damals auch noch nicht fertig war, wichen die Oststadt-Skater auf Parkplätze, Hausaufgänge und Einfahrten aus, überall dort, wo der Untergrund gut asphaltiert ist. Das sorgte für Beschwerden durch meist ältere Mieter, die den Jugendlichen sogar mit der Polizei drohten. Dass die große Anlage am Reitbahnsee jetzt wieder attraktiver ist, dürfte deshalb auch die Skater aus der Oststadt freuen.