BUNDESTAGSWAHL

▶ So erlebte Amthor-Bezwinger von Malottki seinen Wahlsieg

Zu Beginn schien der Wahlkampf gegen CDU-Mann Philipp Amthor aussichtslos. Doch SPD-Direktkandidat Erik von Malottki schaffte das Unmögliche. Sein Hauptkonkurrent war aber ein anderer.
SPD-Kandidat Erik von Malottki reißt bei der Wahlparty in Neubrandenburg jubelnd die Arme hoch, als er erstmals im Bundestagswahlkreis 16 in Führung geht.
SPD-Kandidat Erik von Malottki reißt bei der Wahlparty in Neubrandenburg jubelnd die Arme hoch, als er erstmals im Bundestagswahlkreis 16 in Führung geht. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Die Spannung auf der Wahlparty am Reitbahnsee in Neubrandenburg war am Sonntagabend mit den Händen zu greifen. Gebannt starrten die Anhänger von SPD-Bundestagsdirektkandidat Erik von Malottki in den Räumen des soziokulturellen Zentrums „Arche N” auf den großen Bildschirm oder ihre Mobiltelefone. Sie verfolgten gebannt, wie der SPD-Kandidat aus Greifwald immer näher an den führenden Kandidaten Enrico Koming von der AfD im Wahlkreis 16 heranrückte.

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Ein „Zeichen gegen Korruption”

Am späten Sonntagabend war schon früh klar, dass der bisherige Amtsinhaber im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II, CDU-Jungstar Philipp Amthor, abgeschlagen auf Platz drei liegt. Zu Beginn des Wahlabends hatte der Greifswalder Gewerkschafter von Malottki noch etwas bescheiden über die Wahlziele geredet. Man habe mit dem Wahlkampf ein „Zeichen gegen Korruption” setzen wollen, sagte er mit Blick auf die einstigen Korruptions -Vorwürfe gegen seinen CDU-Mitbewerber. „Das haben wir geschafft.”

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Gegen 22.30 Uhr war der Sieg dann plötzlich in greifbarer Nähe. „Das ist spannender als ein Tatort”, sagte eine junge Unterstützerin des SPD-Kandidaten, als „nur noch 0,2” durch den Raum schallte. Auf so wenige Prozentpunkte war der Vorsprung des Neubrandenburger AfD-Politikers zusammengeschmolzen. „0,1” jubelten kurz darauf alle, nachdem das Wahlergebnis aktualisiert worden war. Um 23.00 Uhr war es dann so weit. Erik von Malottki ging in Führung. Ein politisches Beben, das Auswirkungen bis in die Bundespolitik hat.

Ergebnis gegen 1 Uhr in der Nacht

Der Politiker mit dem markanten Lockenkopf riss die Arme in die Höhe: „Ganz MV ist rot”, jubelte er begeistert mit Blick auf die politische Landkarte. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir das schaffen”, verkündete er seinen Fans freudestrahlend. Seine Unterstützer fielen ihm und sich anschließend gegenseitig selbst um den Hals, dauernd bimmelten die Telefone wegen der vielen Glückwunschnachrichten.

„Ich hatte schon vorher gesagt, dass sich die Wahl in der Neubrandenburger Oststadt entscheidet”, sagte der SPD-Politiker dem Nordkurier mit Blick auf die Auszählung in den letzten Wahlbezirken. In dem von Plattenbauten geprägten größten Stadtteil Neubrandenburgs sowie auf dem Datzeberg hatte er besonders intensiv Wahlkampf gemacht. Bis nachts um 1 Uhr dauerte es allerdings, bis endgültig Gewissheit herrschte. Nach dem vorläufigen Endergebnis setzte er sich 24,8 Prozent knapp gegen Enrico Komning durch, der lediglich 0,5 Prozentpunkte schlechter abschnitt. Amtsinhaber Amthor konnte nur 20,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Ein Wiedersehen der beiden vorpommerschen Kontrahenten in der politischen Arena wird es aber trotzdem geben. Der Unionspolitiker aus Uckermünde zieht auf Platz eins der CDU-Landesliste MV in den Bundestag ein. Komning zieht ebenfalls erneut über die AfD-Landesliste in den Bundestag ein. Er war auf Platz zwei gesetzt.

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Kommentare (3)

Cooles Video mit Prof. Northoff im Mittelpunkt. Wer ist Erik von Mallotki?

Tschuldige Robert...aber was der Artikel suggeriert ist doch Unsinn.
Der Sieg wurde sowohl vom nationalen Linksrutsch, als auch dem Unvermögen und Unwillen Amthors politische Konzepte "vor dem Aldi" zu besitzen, getragen und ist keiner echten sachpolitischen Debatte geschuldet, dessen Präsenz sich vorteilig auf die Wahlergebnisse ausgedrückt hätte.

Gegen einen Flüchtingen zu gewinnen - da ist Demut gefragt.
Jetzt muss geliefert werden, sonst kommt der politische Gegner vielleicht eines Tages auf die Idee, eine Bratwurstoffensive mit Andrea Berg zu fahren.

""Man habe mit dem Wahlkampf ein „Zeichen gegen Korruption” setzen wollen, sagte er mit Blick auf die einstigen Korruptions -Vorwürfe gegen seinen CDU-Mitbewerber. „Das haben wir geschafft.”" ... , dann werden Sie ja auch ihren AWO- Sumpf schaffen......