Ex-Handballer Tom Gutjahr hat im Sommer 2020 mit dem Bodybuilding angefangen. Mittlerweile nimmt er regelmäßig an W
Ex-Handballer Tom Gutjahr hat im Sommer 2020 mit dem Bodybuilding angefangen. Mittlerweile nimmt er regelmäßig an Wettkämpfen teil. Stefan Thoms (2), Roland Gutsch
Vom Handball zum Kraftsport

So kann man nach 18 Monaten Bodybuilding aussehen

Ex-Fortuna-Spieler Tom Gutjahr beendete seine Handball-Karriere und widmet sich nunmehr dem Bodybuilding. Mittlerweile kann er auf erste Erfolge verweisen.
Neubrandenburg

„Vor meinem ersten geplanten Wettkampf habe ich mein Körpergewicht von 86 auf 68 Kilogramm reduziert. Um 18 Kilo also. Da haben sich eine Menge Leute, die ich kenne, an den Kopf gefasst und konnten diese Art von Ehrgeiz überhaupt nicht verstehen.“ Es war im Juli 2020, als sich Tom Gutjahr – aus einer Laune heraus – dafür entschied, sich auf einen Bodybuilding-Wettkampf vorzubereiten.

Bekannt war Gutjahr eher von der Handball-„Platte“. In der Herren-Mannschaft des SV Fortuna 50 Neubrandenburg machte er durchaus eine gute Figur und trug zur Fan-Begeisterung bei den Auftritten in der Vier-Tore-Städter Webasto-Arena bei. Mit dem Handball-Sport hatte der junge Mann bereits einige Monate aufgehört, ehe er das Bodybuilding-Experiment startete. Aus Zeitmangel, wie Tom Gutjahr sagt: „Ich hatte den Arbeitgeber gewechselt und geplant, ein Studium zu beginnen. Außerdem wollte ich etwas von der Welt sehen und bin drei Monate durch Südostasien gereist.“

Erfahrenen Trainer gesucht

Der Rückkehr folgte der berufliche Neustart in seiner Heimatstadt. Der gelernte Immobilienkaufmann fing beim Neubrandenburger Unternehmen Schewe-Immobilien an und schrieb sich parallel dazu für ein Fernstudium im Fach Immobilien-Management ein.

„Da ich auch sportlich aktiv bleiben wollte, kam ich zusammen mit meinem früheren Handball-Kumpel Kevin Tuschy auf die Idee mit dem Bodybuilding. Allerdings wohnt Kevin mittlerweile nicht mehr in Neubrandenburg, deshalb musste ich mich hier alleine darum kümmern. Die ersten Maßnahmen waren, einen erfahrenen Trainer zu suchen und einen geeigneten Diätplan auszuarbeiten“, so der 28-jährige Gutjahr.

Den Trainer fand er in Torsten Senger, mit ihm zusammen fing Tom Gutjahr an, seinen Körperfettanteil zu reduzieren und die Muskulatur aufzubauen. „Wir haben vier Monate lang täglich trainiert. Ausdauer, Kraft, und das Ganze von einem strengen Ernährungsplan begleitet. Viel mehr als Reis, Hühnchen und Gemüse gibt es dabei nicht, es muss eiweißreich und kalorienarm sein. Und als wir soweit waren, wurde der Wettkampf wegen Corona abgesagt.“

Teilnahme bei „Mr. Universum“

Eine Hiobsbotschaft, die den 1,83 Meter großen Gutjahr aber nicht zurückwarf, sondern ihn weiter motivierte. Zumal sich bald die echten Herausforderungen einstellen sollten: 2021 startete er immerhin bei sechs Wettkämpfen, er wurde unter anderem Dritter bei den ostdeutschen Titelkämpfen und Achter bei den Deutschen Meisterschaften. Achtungserfolge.

Höhepunkt war allerdings die Teilnahme bei „Mr. Universum“ im vergangenen November in Norderstedt – einer Art Weltmeisterschaft. „Ich startete in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm und hatte dabei zehn Kontrahenten. Alle mussten zusammen auf die Bühne und der Jury ihr Programm zeigen. Auch wenn das wegen der Corona-Regeln etwas eingeschränkt ablief, war es doch sehr aufregend und mit Platz sieben ein perfekter Saison-Abschluss für mich.“ In diesem Jahr will sich Tom Gutjahr voll auf seine Arbeit und den Abschluss seines Studiums konzentrieren. Trainiert wird aktuell vier bis fünf Mal in der Woche, Bodybuilding-Wettkämpfe hat er erst wieder für 2023 auf dem Plan.

Mehr Muskelmasse aufbauen

„Ich wollte es mit dem Bodybuilding probieren und konnte feststellen, dass es mir großen Spaß macht. Bisher habe ich bei meinen Wettkämpfen so um die 70 Kilogramm gewogen, also ist bis zum Limit von 85 Kilo noch eine Menge Luft. Diese Lücke wollen wir langfristig durch Muskelmasse verringern“, kündigt Tom Gutjahr an.

Nach wie vor ist er übrigens auch Vereinsmitglied beim SV Fortuna 50 Neubrandenburg ist. Zu den meisten seiner früheren Handball-Mitspieler hat er zwar nur noch sporadisch Kontakt, dennoch steht für ihn in diesem Jahr eine Aktivität ganz oben auf der Liste : der Besuch eines Fortuna-Heimspiels in der Webasto-Arena.

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