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So lecker schmeckt Frühling!

In der kleinen Küche auf der Burg in Burg Stargard duftet es süßlich-sauer. Kleine Flaschen stehen aufgereiht – am Herd eine Frau in einem ...

In der kleinen Küche auf der Burg in Burg Stargard duftet es süßlich-sauer. Kleine Flaschen stehen aufgereiht – am Herd eine Frau in einem mittelalterlichen Gewand. Sie rührt in einem großen Topf mit heller Flüssigkeit. Darin schwimmen zarte lilafarbene Blüten. „Das wird Veilchensirup. Das schmeckt herrlich im Sekt“, sagt Karola Ascher.
Die 62-Jährige arbeitet im Wurz- und Krautgarten. Hier finden sich während der Saison viele Kräuter, die wohltuend und lecker sind. Beinwell, Waldmeister, Lungenkraut, Salbei und Ringelblumen – für jedes Wehwehchen und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Aber jetzt im Frühling? Da lässt sich doch noch nichts ernten und sammeln, könnte man meinen. Karola Ascher ist da anderer Meinung. „Auch im Frühling gibt es viele Kräuter.“ Vor allem Wildkräuter kann man jetzt finden. An Bächen, im Wald und auf Wiesen wachsen Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch „Brennnessel ist ideal für eine Entschlackungskur im Frühjahr und frischer Löwenzahn im Salat wirkt blutreinigend.“ Giersch könne zudem beim Husten angewandt werden. Und der Saft der Stängel sei gut bei Insektenstichen.

Bärlauch-Pesto ist im April ein Hit

Karola Ascher beschäftigt sich seit acht Jahren mit Kräutern. Angefangen hat sie in einem Kräuterklub in Bollewick. Inzwischen ist sie neben ihrer Arbeit im Kräutergarten im Kräuterklub von Burg Stargard Mitglied. Jeden Monat stehe dort ein anderes Kraut auf dem Plan. „Dieses Mal wollen wir gemeinsam Bärlauch sammeln und ein Pesto daraus herstellen“, sagt sie. Doch ihr Wissen behalten die Frauen nicht für sich. Regelmäßig finden geführte Kräuterwanderungen der Stadt Burg Stargard statt.
Heute am Sonnabend zum Beispiel, wollen sie entlang der Linde und auf den Denkmalsberg wandern. „Wir zeigen, wo was wächst und erklären, was man daraus machen kann.“ Besonders der Aspekt der Nachhaltigkeit ist wichtig. Denn wenn Wildkräuter aus der Natur gesammelt werden, sollten einige Dinge unbedingt beachtet werden. „Bitte immer nur in kleinen Mengen sammeln“, mahnt die Kräuterexpertin. Außerdem dürfen Wurzeln oder ganze Pflanzen nicht einfach herausgerissen werden. So ist natürlichauch die Mitnahme von ein bisschen Salbei oder Katzenpfötchen für den Eigenbedarfim Wurz- und Krautgarten auf der Burg nicht gern gesehen.
Um die Besucher dennoch von ihrem Wissen profitieren zu lassen, bieten die Frauen des Gartens Ableger ihrer Pflanzen und Kräuter an. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Baldrian über verschiedene Minzen bis hin zu Schnittlauch. Derzeit ist das Angebot jedoch noch eingeschränkt. „Der lange Winter hat uns mehrere Wochen zurückgeworfen“, sagt sie, während sie durch die Beete wandert und das zarte Grün bestaunt. Viele Beete sind nach Wirksamkeit angelegt. „Es gibt da ein Hustenbeet, ein Küchenkräuterbeet oder das Durchfallbeet“, sagt die 62-Jährige.
Und als Kräuterfrau der Burg probiert sie die frischen Blättchen im Burggarten natürlich sogleich auf der Stelle. „Ich liebe Bärlauch, aber auch die anderen Kräuter sind lecker“, sagt sie, während sie den ersten Schnittlauch kostet. Zuhause koche sie sehr gern damit. Jedoch nur in Maßen. „Ich muss immer sehen, was mein Mann so mitmacht“, sagt Karola Ascher und lacht dabei.
Was die Kräuterfrauen anfertigen, können Besucher im kleinen Gartenlädchen auf der Burg erstehen. Badesalz mit Rosenblüten, getrocknete Salbeiblätter für Tee oder Kräutersamen zum Pflanzen – das Angebot ist sehr vielfältig und wird stetig erweitert. Denn Karola Ascher findet immer wieder neue Kräuter-Rezepte. „Es gibt so viele Dinge, die ich gern einmal ausprobieren möchte“, sagt sie. Der selbst gemachte Veilchensirup ist übrigens auch ein neu entdecktes Rezept der 62-Jährigen.