Die SPD dominierte, doch zwischen den anderen Parteien gibt es nach Stadtgebieten aufgeschlüsselt einige Unterschiede.
Die SPD dominierte, doch zwischen den anderen Parteien gibt es nach Stadtgebieten aufgeschlüsselt einige Unterschiede. Tim Prahle
Landtagswahl

So schnitten die Parteien in den zehn Neubrandenburger Stadtgebieten ab

Wie souverän der Sieg der Sozialdemokraten tatsächlich war, zeigt ein Blick auf die Daten der einzelnen Neubrandenburger Wahllokale. In gerade Mal zwei Fällen hatten sie nicht die Nase vorn.
Neubrandenburg

Wie man die Zahlen auch rechnet, es bleibt für die SPD in Neubrandenburg ein nahezu beispielloser Wahlsieg. In beinahe jedem einzelnen der 38 Wahllokale holten die Sozialdemokraten die meisten Stimmen. Einzig bei den Erststimmen musste der große Sieger der Landtagswahl in zwei Fällen den Konkurrenten den Vortritt lassen. In den Wahlbezirken 13 und 17, zugehörig zum Reitbahn- beziehungsweise dem Industrieviertel, hatte der AfD-Direktkandidat Robert Schnell jeweils minimal mehr Stimmen, als Wahlkreissieger Robert Northoff.

Die AfD zwischen zehn und 22 Prozent

Absolute Ausnahmen, wie eine Auswertung des Nordkurier mit Blick auf die Stimmenverteilung in den Stadtgebieten zeigt. Der Nordkurier hat das Abschneiden der Kandidaten und Parteien im Stadtgebiet Ost, dem Katharinenviertel, im Stadtgebiet Süd, dem Lindenbergviertel (Wahlkreis 2), der Innenstadt, dem Stadtgebiet West, dem Vogelviertel, dem Reitbahnviertel, dem Datzeviertel und dem Industrieviertel (Wahlkreis 3) unter die Lupe genommen, die Stimmen der Briefwähler bereits mit einberechnet.

Im Vogelviertel kratzte die Sozialdemokratische Partei an der absoluten Mehrheit. 46,6 Prozent der Bewohner setzten ihr Kreuz beim späteren Wahlsieger. Direkt nebenan – im Reitbahnviertel – holte die SPD mit etwa 35 Prozent der Zweitstimmen ihr schlechtestes Ergebnis in Neubrandenburg.

Hier wird auch deutlich, wie klar der Sieg der SPD war. Die AfD, als Zweitplatzierte Neubrandenburgs, erzielte im Reitbahnviertel mit 22,1 Prozent ihr bestes Ergebnis – und war damit noch immer 13 Prozentpunkte entfernt vom Abschneiden der Sozialdemokraten. Auch in anderen Stadtgebieten, die zuweilen als strukturschwach angesehen werden, lag die AfD über dem Landes- und Stadtdurchschnitt. Im Stadtgebiet Ost, dem Datzeviertel und dem Industrieviertel bewegte sich die Partei um die 20-Prozent-Marke. In der Innenstadt waren es gerade mal 10,1 Prozent der Stimmen, landete sie dort sogar noch hinter der CDU und der Linkspartei.

CDU teilweise nur noch einstellig

Letztere hat von allen Parteien am stärksten in Neubrandenburg verloren: 5,4 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von 2016 blieb die Partei um die nicht gerade unbekannten Direktkandidaten Torsten Koplin und Toni Jaschinski. In der Stadt reichte es gerade noch für den dritten Platz unter allen Parteien. Nur in einem Stadtgebiet konnte sie sich vor die AfD schieben. Mit 14,9 Prozent war sie bei den Zweitstimmen marginal erfolgreicher. Im Lindenbergviertel bewegte sich die Partei bereits kurz vor der Einstelligkeit.

Eine Hürde, die die CDU in Neubrandenburg riss. 9,8 Prozent im Stadtgebiet Süd, gerade mal 7,1 Prozent im Reitbahnviertel. Da half es den Christdemokraten auch nicht mehr, dass sie im Stadtgebiet West mit 14,2 Prozent zumindest mit der AfD auf gleicher Höhe lagen. Bemerkenswert: Obwohl die CDU landesweit als der Wahlverlierer schlechthin betitelt wird, waren die Verluste in der Stadt Neubrandenburg sogar etwas geringer als die der AfD und der Linkspartei. Vor zwei Jahren hatten die Christdemokraten bei der Kommunalwahl noch abgeräumt und waren als stärkste Fraktion in die Stadtvertretung eingezogen.

Grüne in der Innenstadt top, im Osten flopp

Wie für die SPD und die CDU war auch für die FDP das Reitbahnviertel das Stadtgebiet mit dem geringsten Stimmenanteil. Gerade mal 3,4 Prozent holten die Liberalen hier. Auch im Datzeviertel, dem Vogelviertel und der Stadtgebiet Süd landete die FDP unter der Fünf-Prozent-Marke. Den Schnitt verbessert haben Ergebnisse, wie die 6,9 Prozent Stimmenanteil aus der Innenstadt und dem Stadtgebiet West mit immerhin 6,9 Prozent.

Ginge es alleine nach der Meinung der Neubrandenburger Wähler, hätte die Partei Bündnis 90/Die Grünen keineswegs ihre Rückkehr in den Schweriner Landtag feiern können. Obwohl es von den Innenstadt-Bewohnern satte 8 Prozent aller Stimmen gab, kam die Partei stadtweit nur auf 4,8 Prozent. In sechs von zehn Stadtgebieten riss sie die Fünf-Prozent-Hürde. Im Stadtgebiet Ost verkam die Partei, die immerhin eine eigene Kanzlerkandidatin stellte, mit 3,3 Prozent der Zweitstimmen regelrecht zur Kleinstpartei.

Eines lässt sich parteiübergreifend sagen. Ob per Brief oder an der Urne, in den meisten Stadtgebieten konnte die Wahlleitung auf eine gute Wahlbeteiligung blicken. Im Westen lag sie sogar bei mehr als 80 Prozent. Nur eine Gegend fiel diesbezüglich aus dem Rahmen. Im Reitbahnviertel, in dem gleich drei Parteien ihre schlechtesten Wert einfuhren und die AfD am erfolgreichsten war, lag die Wahlbeteiligung bei gerade mal 48,3 Prozent.

Alle Stimmenanteile sind nach gültigen Stimmen und vorläufigem Wahlergebnis berechnet. Quelle: Kreiswahlleiter Mecklenburgische Seenplatte, Landeswahlleiter

 

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