KUNSTLABOR

So soll das Datze-Center zum Leben erweckt werden

Geplant sind ein Flash-Mob, kleine Theateraufführungen und ein „Wutomat”. Ein Kunstlabor in einem Einkaufscenter soll die Bewohner zum Mitmachen animieren.
Schauspielerin Rika Weniger im Datze-Center Neubrandenburg vor einer geplanten Station für das Kunstlabor „Transit
Schauspielerin Rika Weniger im Datze-Center Neubrandenburg vor einer geplanten Station für das Kunstlabor „Transit Neubrandenburg“ Lisa Gutzat
Ein Kunstlabor füllt ab Montag, den 27. September, die leere Etage des Datze-Centers.
Ein Kunstlabor füllt ab Montag, den 27. September, die leere Etage des Datze-Centers. Tim Prahle
Neubrandenburg ·

All zu viel ist nicht los im Einkaufstempel auf dem Datzeberg – doch nicht mehr lange. Ein „Wutomat“, ein mit Musik erfüllter Raum und divers gestaltete Plakate beleben ab Montag, 27. September, die obere Etage des Datze-Centers für eine Woche. „Transit Neubrandenburg“ heißt das Kunstlabor, welches sich anlässlich der Interkulturellen Woche ausbreitet.

Schauspielerin wählte bewusst ältestes Center der Stadt aus

„Die Datzeberger werden es zuerst sehr ungewöhnlich finden, dass plötzlich wieder etwas los ist im Center“, kündigt Veranstalterin Rika Weniger an. Sie hat bewusst das älteste Center der Stadt als Ort des Geschehens ausgewählt. Die leeren Räume des Centers lösen in ihren Augen eine gewisse Traurigkeit aus, weshalb ein Kunstlabor für Lebendigkeit sorgen könne, sagt die Diplomschauspielerin. Sie beschreibt das Kunstlabor „Transit Neubrandenburg“ als eine Reise durch das Datze-Center, wobei die Bewohner des Viertels im Fokus stehen sollen. „Wir wollen den Leuten mit Gesprächen begegnen und sie zu einer Reise in ihre Fantasiewelt anregen“.

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Ein zeitlich strukturiertes Programm für die ganze Woche gibt es nicht. Spontane Aktionen und viel Improvisation sollen die Besucher des Einkaufcenters neugierig machen und zwanglose Begegnungen sowie Dialog entstehen lassen. „Es wäre schön, wenn wir es schaffen, auch das Verhältnis zwischen den älteren und jüngeren Menschen zu stärken, indem wir sie zu Gesprächen einladen, um ihnen die unterschiedlichen Perspektiven auf ihr Wohngebiet aufzuzeigen“, sagt Rika Weniger, die mehrere Künstler für das Labor eingeladen hat. Unter den 17 teilnehmenden Künstlern finden sich unter anderem eine Regisseurin aus der Türkei, ein brasilianischer Akrobat und ein Sänger aus Korea.

Geplant sind Flah-Mobs und Theater

In Planung sind neben vielen Gesprächen körperliche Aufwärmübungen, ein Flash-Mob und kleine Theateraufführungen. „Wir machen das nicht für die Datzeberger, sondern mit ihnen zusammen“, betont die ehemalige Studentin. Mit dem sogenannten „Wutomat“ will die Veranstalterin die Menschen dazu bringen, über das Gefühl von Wut zu sprechen und erfragen, wie damit am besten umgegangen werden kann: „Wut wird von der Gesellschaft meist als etwas Negatives gesehen. Und vielleicht stellt man sich in Gesprächen die Frage, ob es sinnvoll ist, dieses Gefühl zu unterdrücken“, fragt sie. Das Kunstlabor ist für Rika Weniger Theater. Jedoch solle es kein klischeehaftes Theater sein, bei dem „die Zuschauer müde Füße bekommen“. Es soll interaktiver sein, sodass die Zuschauer am Geschehen beteiligt sein und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Der Eintritt zu „Transit Neubrandenburg“ ist kostenlos.

 

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Kommentare (1)

Was soll dieser Blödsinn. Wir brauchen bessere Einkaufsmöglichkeiten und nicht Kunst. Davon wird niemand satt.