KONTRASTE-RECHERCHE

Soldat soll MAD-Chefs mit Tod gedroht haben

Der terrorverdächtige Soldat aus Neubrandenburg wurde offenbar als nicht „verfassungstreu“ eingestuft. Weil er deswegen nicht zum Auslandseinsatz durfte, soll er gedroht haben, führende MAD-Leute zu töten.
Offenbar nach konkreten Todesdrohungen durchsuchten Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes mehrere Wohn- und B&uuml
Offenbar nach konkreten Todesdrohungen durchsuchten Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes mehrere Wohn- und Büroräume des Mannes in Sponholz bei Neubrandenburg. Felix Gadewolz
Berlin.

Nach tagelangem Schweigen der Ermittlungsbehörden gibt es nun erste Angaben über das, was dem 40-jährigen Bundeswehr-Soldaten konkret zur Last gelegt wird, dessen Haus in Sponholz bei Neubrandenburg am Montagmorgen zum Ziel einer großen Polizei-Aktion wurde. Bislang war nur bekannt: Der Mann steht unter Terrorverdacht.

Konkrete Todesdrohungen gegen MAD-Mitarbeiter

Ein Beitrag des RBB-Magazin „Kontraste“, der am Donnerstagabend um 21.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden sollte, nennt als Grund für die Ermittlungen, dass der Soldat konkrete Todesdrohungen gegen führende Mitarbeiter des Bundeswehr-Geheimdienstes Militärischer Abschirmdienst (MAD) ausgesprochen haben soll.

Der 40 Jahre alte Soldat ist den Recherchen des Magazins zufolge im Jahr 2018 ins Visier der Sicherheitsbehörden gerückt. Eine Landesverfassungsschutzbehörde habe dem MAD den Tipp gegeben, dass der Verdächtige „was mit Nazis am Hut hat“, wie ein Kontraste-Redakteur gegenüber dem Nordkurier formulierte. Im Zuge der Ermittlungen sei man dann zu dem Schluss gekommen, dass der 40-Jährige „nicht verfassungstreu“ sei, behaupten die RBB-Journalisten.

Keine Auslandseinsätze mehr

Wie das Magazin weiter recherchierte, wurde dem Soldaten daraufhin untersagt, in einen Auslandseinsatz zu gehen. Daraus habe der Mann, der auch in der Neubrandenburger Kampfsportszene aktiv ist, geschlossen, dass der MAD ihm auf der Spur sei. Darüber sehr erbost habe er konkrete Todesdrohungen „gegen führende MAD-Mitarbeiter“ in Köln ausgesprochen. Daraufhin sei der Zugriff erfolgt.

Über den Einsatz von rund 70 Beamte des Landeskriminalamts, darunter auch SEK-Kräfte, hatte der Nordkurier seit Montag mehrfach berichtet. Gegen den 40-Jährigen wird wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Aktuell läuft die Auswertung der sichergestellten Beweismittel. Die Rostocker Staatsanwaltschaft will die Ergebnisse in den kommenden Tagen vorstellen.

Aktiv in der Kampfsportszene

Der Bundeswehr-Soldat, der in der Neubrandenburger Tollense-Kaserne bei der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ in einem niedrigen Unteroffiziersgrad Dienst tun soll, muss auch mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen. Dies kann zum Uniformtrageverbot bis hin zu einer Entlassung aus der Truppe führen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er vom Dienst freigestellt. Gegenüber dem Nordkurier wollte sich der Mann nicht äußern.

Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Rostock mitteilte, sei der 40 Jährige vernommen worden, habe sich bislang aber weiter nicht dazu geäußert. Der Deutsche ist auf freiem Fuß. Nach Nordkurier-Informationen errang er als Kampfsportler nationale bis internationale Titel, kämpfte mehrfach bei der Neubrandenburger „Fight Night“ und gab Übungseinheiten beim „First Fight Team“, einem Neubrandenburger Kampfsportverein.

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Kommentare (12)

ist das Dümmste das ein KSK-Soldat tun kann. Selbst die Feldjäger - die Polizei der Bundeswehr - fürchtet den MAD.

70 Beamte gegen einen Unteroffizier?

ist aber letztendlich nur die normale Vorgehensweise.
Wäre Maik H. ausgeflippt und und hätte angefangen sich zu wehren, wäre das Geschrei gross gewesen, wenn nur zwei Schupos vor gefahren wären.

wecken Widerstand. Wenn er dann noch offensichtlich bespitzelt und provoziert wird ist der Weg zur Entwicklung von krimineller Energie vorprogrammiert.

Wie sollte ein Feldwebel des Heeres zu Kenntnissen über die Führungsstruktur des MAD gelangen, um entsprechende "führende Mitarbeiter" überhaupt bedrohen zu können? Entweder es handelt sich um einen sehr merkwürdigen Zufall oder es gibt ein Leck im Militärgeheimdienst. Wahrscheinlicher ist es jedoch, daß dieser Mann einige Spitzel oder V-Leute des Geheimdienstes enttarnt hat. Dann wäre ein derartiges Vorgehen durchaus üblich bis man für die enttarnten Agenten neue Identitäten erzeugt.

Auf der MAD-Seite sind drei Namen von führenden MAD-Mitarbeitern in Köln zu finden. So schwierig ist es nicht.

Nichts gegen den Kölner Karneval. Operativ zuständig dürfte eher die Stelle 1 in Kiel sein, nachdem 2013 die Stelle 82 in Rostock aufgelöst wurde.

Soldat konkrete Todesdrohungen gegen führende Mitarbeiter ???? Mirko, der Herr Oberstaatsanwalt hat doch im Fernsehen gesagt, dass es keine solche Drohungen gegeben hat , hat er gelogen?? Kann es sein, dass es nur darum geht den Wahlkampf einzuläuten? Geht es am Ende nur darum jedem Bürger, wie schon vor 1989 in der DDR, zu drohen , sich nicht auf die Seite der AFD zu stellen, dass endet mit Berufsverbot? Das würde für mich mehr Sinn machen, dann wird da ein Schuh draus. Für mich sieht das nach einer ganz großen geplanten Sauerei aus, was im übrigen auch nur eine Vermutung von mir ist, beweisen kann ich es nicht.

Warum die mehrfachen Hinweise auf das Hobby des Soldaten?
Wird Kampfsport in Zukunft dazu führen allgemein als Terrorist verdächtigt zu werden oder machen nur mutmaßliche Neonazis Kampfsport?
Am besten Kampfsport wird verboten, man kann ja, wie neuerdings üblich C19 vorschieben....

Prügelszene kennt (mit Sport hat das teilweise offentliche aufeinander einprügeln wenig zu tun), der kann schnell eine Verbindung zu Rechtsextremen sehen. Auch ohne Verfassungsschutz und MAD.

😂😂

In den ersten Beiträgen hier im Nordkurier,wurde von einem höherem Offizier gesprochen. Jetzt soll es sich auf einmal um einen niedrigen Unteroffizier handeln. Das kann auch nicht sein,wenn dieser Soldat Berufssoldat ist,was man mit 40 Jahren annehmen kann.