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Sparkommissar hält Einzug

Die Ausgaben der Stadt kommen ganz genau unter die Lupe. Denn die Landesregierung traut der Viertorestadt nicht mehr zu, sich allein aus dem großen Schuldensumpf zu befreien.  

Jetzt wird gefahndet, wo im Rathaus noch gespart werden kann. 
Maria Hantschmann, Peter Kneffel, © snaptitude - Fotolia.com Jetzt wird gefahndet, wo im Rathaus noch gespart werden kann. 

Die Stadt Neubrandenburg, die sich rühmen kann, als zweitbeste Kommune der neuen
Bundesländern in Sachen Pro-Kopf-Steuereinahmen da zu stehen, ist so hoch verschuldet, dass die Landesregierung sich gezwungen sieht, ihr einen externen Finanzberater an die Seite zu stellen. Der Sparkommissar soll die Ausgaben der Stadt ganz genau unter die Lupe nehmen und, so das erklärte Ziel, verringern.

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) bleibt unaufgeregt. Der Finanzberater, so Witt am Dienstag, mache nur Vorschläge und Sache der Stadt sei es dann, zu entscheiden. „Wichtig dabei ist, langfristig Geld zu sparen“, so der Verwaltungschef. Es gehe bei der Recherche des Finanzberaters nicht darum, hier oder dort mal eben 1000 Euro zu streichen. Allerdings – ernst nehmen müssen Rathaus und Stadtvertretung die Vorschläge des Sparkommissars schon. Dessen konkrete Ideen werden Bestandteil eines Konsolidierungsvertrages, den das Land nach Abschluss der Untersuchungen mit Neubrandenburg abschließen will, so eine Sprecherin des zuständigen Schweriner Innenministeriums. Verweigert sich Neubrandenburg dem, bleibt der Stadt auch der Zugriff auf  einen 100-Millionen-Euro-Topf der Landesregierung verwehrt, mit dem aus Schwerin besonders hoch verschuldeten Kommunen geholfen werden soll. Immerhin – im Neubrandenburger Rathaus hofft man auf zusätzliche 20 Millionen Euro.