In der ehemaligen Kiesgruppe zwischen Warlin und Rühlow plant der MSV Vier Tore seine Speedwaybahn.
In der ehemaligen Kiesgruppe zwischen Warlin und Rühlow plant der MSV Vier Tore seine Speedwaybahn. Alexander Rädke
Sponholz‘ Bürgermeister Ralph-Günter Schult ist vom Vorgehen des neubrandenburger Vereins aktuell wenig begeis
Sponholz‘ Bürgermeister Ralph-Günter Schult ist vom Vorgehen des neubrandenburger Vereins aktuell wenig begeistert. Tim Prahle
Motorsport

Speedway-Projekt bei Neubrandenburg hängt vom Geld ab

Die Planungen für die Speedwaybahn vor den Toren Neubrandenburgs schreiten weiter voran. Doch die Gemeinde Sponholz ist nicht gut auf den Verein zu sprechen.
Warlin

Das erste Mal seit mehr als 25 Jahren tritt ein Neubrandenburger Verein wieder bei einem Speedway-Rennen an. Der Motorsportclub (MSC) Vier Tore ist bei den „German Speedway Masters“ im niedersächsischen Dohren am 9. Oktober mit einem eigenen Team dabei. „Das Warten hat ein Ende“, frohlockt der Verein auf seiner Internetseite. Erstmals seit seiner Gründung vor zwei Jahren wird der MSC damit sportlich aktiv.

Bauverfahren mittlerweile eingeleitet

Bei ihrem Herzensprojekt sind die Ehrenamtlichen hingegen schon lange auf Achse. Zwischen Warlin und Rühlow wollen sie eine Speedwaybahn errichten. Nachdem es in Warlin wegen des Vorhabens zunächst einigen Unmut gab, ist zumindest das Bauverfahren mittlerweile eingeleitet. „Wir sind aktuell vor allem mit der Fördermittelakquise beschäftigt“, sagt der Vereinsvorsitzende Jan Seidler. Denn schon die Planungen gehen ordentlich ins Geld. Um Zuschüsse zu bekommen, wollte der MSC nun auch die zuständige Gemeinde Sponholz ins Boot holen. Sie hätte die Mittel für den Verein beantragen können. Doch das stößt dort auf Unverständnis. „Ich finde das sehr anmaßend“, meint Bürgermeister Ralph-Günter Schult. Die Gemeinde habe genug eigene Projekte, für die sie eine Förderung brauche. Löschwasserteiche und Spielplätze etwa. „Die finde ich, ehrlich gesagt, wichtiger“, betont Schult.

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Er habe weiterhin nichts gegen das Projekt an sich, aber vom Verein sei immer zugesichert worden, dass man es finanziert kriegt. Und der MSC hat auch bereits ordentlich Geld generiert. Mehr als 13 000 Euro kamen allein über die Crowdfunding-Plattform der Stadtwerke zusammen. Um wie viel Geld es für die Realisierung geht, wollte Seidler nicht sagen. Doch ohne Fördermittel würde es wohl nicht gehen.

Lokalpolitiker bei Projektvorstellung nicht eingeladen

Aus diesem Grund hatte der Verein noch in der Wahlkampf-Zeit zur großen Projekt-Vorstellung geladen. „Lokale Politik vor Ort“ wurde das Treffen überschrieben. Es kamen der Bundestagabgeordnete Philipp Amthor (CDU), der damalige Neubrandenburger Landtagskandidat Torsten Hanke und der Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos). Von Vertretern der Gemeinde als direkte Lokalpolitiker keine Spur. „Wir waren nicht eingeladen, wir haben das nur über Dritte erfahren und uns gewundert“, sagt Schult. Es sei dabei vor allem um förderpolitische Unterstützung gegangen“, sagt wiederum Seidler. Und gerade von Philipp Amthor habe der Verein vielversprechende Zusagen bekommen. Torsten Hanke sei auch als stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes da gewesen. Und Neubrandenburgs Rathauschef habe den Verein ohnehin von Beginn an unterstützt. Eine Rathaussprecherin erklärte auf Anfrage, dass der OB natürlich wegen der Neubrandenburger Speedway-Tradition gerne zu dem Termin gekommen sei.

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Gemeinde kann nicht mit Fördermitteln helfen

Im zuständigen Sponholz ist man bei dem Projekt in den eigenen Gemeindegrenzen distanzierter. „Wir sind grundsätzlich für alles offen, auch für Hilfe bei den Fördermitteln, aber es muss Vertrauen da sein“, sagte Schult. Offenbar sieht er das derzeit nicht gegeben. Für Jan Seidler wiederum ist es verständlich, dass die Gemeinde bei den Fördermitteln nicht helfen kann. „Wir haben mit der Stadt Neubrandenburg aber einen starken Kooperationspartner“, betont er. Dort können sich die Verantwortlichen freuen, dass sie die Neubrandenburger Speedway-Tradition indirekt wieder mit aufleben lassen, ohne sie ganz direkt vor der Haustür zu haben. Wann der Bau der Anlage tatsächlich beginnen soll, ist derzeit noch offen. Er könne es nicht sagen, alles hänge vom Geld ab, sagt Seidler.

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