TRAGISCHES UNGLÜCK

Sportboot reißt Schwimmer im Tollensesee einen Arm ab

Eine schreckliche Nachricht machte am Donnerstagabend die Runde. Jetzt hat die Polizei den Unfall im Tollensesee bei Neubrandenburg bestätigt und weitere Details veröffentlicht.
Auf dem Tollensesee sind ein Sportboot und ein Schwimmer zusammengestoßen (Archivbild).
Auf dem Tollensesee sind ein Sportboot und ein Schwimmer zusammengestoßen (Archivbild). Felix Gadewolz
Klein Nemerow.

Am Donnerstag ist es gegen 17.45 Uhr auf dem Tollensesee auf Höhe von Klein Nemerow zu einem tragischen Unfall zwischen einem Motorboot und einem Schwimmer gekommen. Bei einem längeren Schwimmausflug wurde ein Schwimmer trotz Schwimmboje übersehen, gerammt und dabei schwer verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fuhr ein Sportboot vom Typ Lotos auf dem See aus Richtung Klein Nemerow kommend in Richtung Lieps. Sowohl der 48-jährige Schwimmer, als auch das Sportboot waren nach Zeugenaussagen etwa 200 Meter vom Ufer entfernt.

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Rettungshubschrauber fliegt Verletzten nach Greifswald

Aus bisher ungeklärter Ursache kam es dann zur Kollision. Das Boot erfasste den Mann mit der Schiffsschraube, dabei wurde dem 48-jährigen Deutschen der linke Arm abgerissen. Der Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens versorgten ihn. Er erlitt schwere, aber nicht lebensbedrohliche, Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber zur Uni Klinik Greifswald geflogen. Sein Zustand soll stabil sein.

Der Neubrandenburger war nach ersten Ermittlungen mit einer leichten Schwimmboje als Kennzeichnung unterwegs gewesen. Der 62-jährige deutsche Bootsführer und seine 63-jährige Frau aus Burg Stargard erlitten einen Schock und wurden ebenfalls medizinisch versorgt. Ein Seelsorger sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Groß Nemerow/Rowa, Burg Stargard und die Berufsfeuerwehr Neubrandenburg waren im Einsatz.

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Polizei will nach dem Arm suchen

Nach Einschätzung der Wasserschutzpolizei durften sich sowohl der Schwimmer als auch das Motorboot in diesem südlichen Bereich des Tollensesees aufhalten. Die Beamten wollten am Freitag noch einmal auf den Tollensesee hinausfahren, um das abgetrennte Körperteil zu finden und zu bergen.

Das Motorboot war auf dem Weg zu einem Kanal, der zur Lieps südlich des Tollensesees führt. Es handelt sich um ein etwa sechs Meter langes Motorboot, das noch in der DDR gebaut wurde und bis zu 40 Kilometer pro Stunde schnell sein kann. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung gegen den Bootsführer.

Dieser Artikel wurde am Freitag, 26. Juni um 8.19 Uhr, aktualisiert.

 

 

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Kommentare (3)

Das Unglück ist tragisch und ich will hier niemanden Fahrlässigkeit unterstellen. Was mir aber sehr sauer aufstößt, sind die fehlenden Kontrollen und die fehlende Überwachung seitens der Wasserschutzpolizei. Man braucht nur eine Stunde am Strand liegen und beobachtet in der Zeit mindestens 10 geschwindigkeitsverstöße von Motorbootfahrern, die auch noch sehr nah an den Badebereich vorbeifahren um "Cool" zu sein. Das ist meiner Meinung nach sehr gefährlich, die Schädigung der Ufer durch die entstehenden Wellen ist hier auch zu nennen.

Ich würde es begrüßen wenn die Kollegen dort aufgestockt und den kompletten Tag Kontrollen gefahren werden.

...sind auch die Polizeikräfte von der Politik kaputt gespart und es stellt sich die Frage: Wer soll das bezahlen?

...voreilig urteilen zu wollen.....ich habe katastrophale Situationen gesehen, was Sportboote angeht. Als ehemalige Leistungsschwimmerin, schwimme ich heute noch sehr gern überall, wo es möglich ist. Was mir persönlich für rücksichtslose Bootsführer begegnet sind, kann ich gar nicht mehr zählen. Natürlich gibt es auch Schwimmer, die sich unvorsichtig verhalten. Allerdings frage ich mich, wie man einen Schwimmer mit Schwimmboje übersehen kann......unfassbar.