VANDALEN AM REITBAHNSEE

Spur der Verwüstung in Neubrandenburg

Ein Insektenhotel sowie Bücher aus dem Bestand des kleinen Leseturms am Reitbahnsee in Neubrandenburg wurden von unbekannten Vandalen zerstört und verbrannt.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Am Ufer des Reitbahnsees entzündeten unbekannte ein Feuer aus Ästen und Büchern, die wohl aus dem Bücherturm stammen könnten.
Am Ufer des Reitbahnsees entzündeten unbekannte ein Feuer aus Ästen und Büchern, die wohl aus dem Bücherturm stammen könnten. privat
Ein Häufchen Elend: Vom Insektenhotel am Reitbahnsee ist kaum mehr etwas übrig geblieben.
Ein Häufchen Elend: Vom Insektenhotel am Reitbahnsee ist kaum mehr etwas übrig geblieben. privat
Neubrandenburg.

Auf diesen unschönen Anblick hätte Cornelia Nieswandt bei ihrer morgendlichen Runde um den Reitbahnsee lieber verzichtet. Unbekannte Vandalen hatten offenbar in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Nähe der Badestelle ihr Unwesen getrieben. Von dem Insektenkasten, der vor einiger Zeit unweit des soziokulturellen Bildungszentrums Arche N aufgestellt wurde, war laut ihrer Schilderung am frühen Sonntagmorgen nur noch ein Häufchen Elend übrig. „Bis auf einige Holzspäne und Ziegelsteine ist das Ding komplett verschwunden“, so die bestürzte Anwohnerin. Einige Schritte weiter offenbarte sich ihr erst das ganze Ausmaß der Randale: „Herausgerissene Buchseiten flogen durch die Luft“, erzählt sie, „im Sand lag ein verkokelter Baumstamm, neben einer Baumkrone und vermutlich dem Rest des Insektenhotels.“ Zudem habe die Spaziergängerin die Überreste einiger verbrannter Bücher entdeckt, die laut ihr wohl aus dem wenige Meter entfernten Bücherturm stammen. „Es ist unfassbar, was in den Köpfen mancher Menschen vorgeht.“

Bücherturm schon mehrfach „Zielscheibe”

Der Ärger ist nachvollziehbar. Bereits im Mai des vergangenen Jahres sind mutwillige Zerstörer am Ufer des Reitbahnsees aktiv geworden. Schon damals wurde der Bücherturm, der von der Initiative „Nordstart NB“ errichtet wurde, Ziel der Attacken. Unbekannte Täter hatten die dicken Plexiglasscheiben zerbrochen, wodurch die Bücher über Nacht teilweise ungeschützt den Launen der Natur ausgesetzt waren.

Das Insektenhotel wurde vor einiger Zeit ebenfalls von der Initiative „Nordstart NB“, die sich im Dreieck Ihlenfelder Vorstadt – Vogelviertel – Reitbahnweg für soziales und kulturelles Leben einsetzt, gemeinsam mit der Kolping Initiative Neubrandenburg installiert. Der Kasten war gedacht, um kleinem Getier während der kalten Jahreszeit Unterschlupf zu bieten und ist vor allem als Nisthilfe nützlich. Auf jenen Zufluchtsort können Insekten nun nicht mehr zurückgreifen.

Fall bei der Polizei noch nicht bekannt

Wie eine Sprecherin der Polizei in Neubrandenburg auf Anfrage des Nordkurier mitteilte, sei der aktuelle Fall noch nicht bekannt gewesen. Bis zum Montag sei weder eine Anzeige noch ein Hinweis eingegangen. Die Stadt Neubrandenburg wollte sich indes nach dem Hinweis des Nordkuriers am gestrigen Nachmittag zunächst ein eigenes Bild vom Schaden machen, ehe über eine mögliche Anzeigenerstattung entschieden wird, wie eine Pressereferentin informierte.

Anwohnerin Cornelia Nieswandt hat die Hoffnung unterdessen noch nicht aufgegeben, dass aufmerksame Passanten unter Umständen mitbekommen haben könnten, wer sich zwischen Samstag und Sonntag an Insektenkasten und Bücherturm ausgetobt hat. „Leider ist es ja nur zu oft so, dass die Verursacher von derartigem Vandalismus nicht zur Verantwortung gezogen werden.“

Wer Hinweise zur Untat oder den Tätern machen kann, kann sich bei der Neubrandenburger Polizei unter der Telefonnummer 0395/ 5582 5224 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Eine Anzeigenerstattung ist auch im Internet möglich unter www.polizei.mvnet.de.

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Kommentare (1)

Sie wollten sich ein bisschen wärmen. Am Feuer!