David H. soll nun nicht mehr wegen Mordes durch Unterlassen sondern durch aktives Tun angeklagt werden.
David H. soll nun nicht mehr wegen Mordes durch Unterlassen sondern durch aktives Tun angeklagt werden. Bernd Wüstneck
Mordprozess Neubrandenburg

Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für David H.

David H. wurde ursprünglich wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Jetzt wurde kurz vor den Plädoyers im Mordfall Leonie die Anklage geändert.
Neubrandenburg

Im Prozess um den Tod von Leonie (6) aus Torgelow hält die Staatsanwaltschaft an der Mordanklage fest - allerdings ohne den Zusatz "durch Unterlassen". Der zuständige Staatsanwalt stellte am Montag noch vor den Plädoyers einen entsprechenden Antrag. Der Anklagepunkt der unterlassenen Hilfe solle in ein „aktives Tun” geändert werden, hieß es.

Angeklagter habe aktiv Hilfe verhindert

Der mordverdächtige Stiefvater David H. habe es nicht bloß unterlassen, am 12. Januar vergangenen Jahres rechtzeitig Hilfe für die kleine Leonie zu holen – er habe dies sogar aktiv verhindert, hieß es.

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Im Plädoyer führte die Staatsanwaltschaft aus, dass David H. Leonies kleinen Bruder Noah misshandelt und geprügelt habe – vier Tage vor Leonies Tod. Am 12. Januar habe er aktiv daran gewirkt, dass Leonie nicht rechtzeitig Hilfe durch einen Notarzt erhalte, nachdem er sie geschlagen und getreten habe. Zudem habe er falsche und widersprüchliche Angaben zur Ursache der Verletzungen der Kinder gemacht – durch einen Treppensturz, wie H. behauptet, könnten die massiven Verletzungen von Leonie nicht entstanden sein.

Misshandlungen gegen Kinder und fingierter Notruf

Diese müssen von Misshandlungen herrühren, die H. laut mehreren Zeugen beiden Kindern angetan haben soll. Und schließlich er soll den Notruf fingiert haben. Dabei habe er, wie auf einer Aufzeichnung zu hören, Leonie angesprochen. Laut einer Rechtsmedizinern kann das Mädchen zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht mehr bei Bewusstsein gewesen sein. Das geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft: Eine lebenslange Freiheitsstrafe, ohne, dass das Strafmaß gemildert werden könnte.

Am 9. Januar hat das Landgericht Neubrandenburg ein Urteil in dem Mordprozess um die kleine Leonie gefällt. Sie starb am 12. Januar 2019 in der Wohnung ihrer Mutter und ihres Stiefvaters in Torgelow. 

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