Proteste gegen Thor Steinar
Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Schwulen-Aktivisten

Offenbar weil er diese Regenbogenfahne zusammengerollt unter dem Arm trug, wurde ein Neubrandenburger Schwulen-Aktivist mit einer Flasche beworfen.
Offenbar weil er diese Regenbogenfahne zusammengerollt unter dem Arm trug, wurde ein Neubrandenburger Schwulen-Aktivist mit einer Flasche beworfen.
Mirko Hertrich

Die Polizei geht davon aus, dass die Attacke auf den Vorsitzenden des Vereins queerNB in Neubrandenburg einen politischen Hintergrund hat. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet.

Nach dem offenbar homophoben Übergriff auf einen schwulen Mann in Neubrandenburg hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Verdacht einer politisch motivierten Tat, sagte Polizeisprecherin Nicole Buchfink auf Anfrage dem Nordkurier. Daher ermittle der Staatsschutz bei der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg jetzt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Der Vorsitzende des Vereins queerNB, Marcel Spittel, war am Samstagabend im Anschluss an eine Demonstration gegen ein Bekleidungsgeschäft mit in der rechten Szene beliebter Mode des Labels Thor Steinar auf dem Nachhauseweg mit einer Flasche beworfen worden.

Polizist reagierte falsch auf Notruf

Die Neubrandenburger Polizei räumte auch ein Fehlverhalten bei der Annahme der Anzeige ein. Die Reaktion des Beamten sei nicht angemessen gewesen, führte die Sprecherin an. Die Polizei habe den Mitschnitt des Telefonats ausgewertet, bei dem der Angegriffene den Übergriff meldete. Der Beamte habe, wie von Spittel angegeben, gesagt, dass aktuell kein Wagen frei sei und er auf die Wache kommen könne. Buchfink räumte ein, dass der Beamte hätte sagen müssen, es würde ein Streifenwagen geschickt, sobald einer frei sei. Die Sprecherin bedankte sich auch bei der Bundespolizei, welche die Anzeige dann aufgenommen habe.

Beim Nordkurier meldete sich unterdessen ein Zeuge, der anonym bleiben möchte, der den Angriff auf Spittel bestätigte. Es sei eine Flasche in Richtung des Mannes geworfen worden. Der Augenzeuge will aber nur einen Täter gesehen haben, der gegen die Türe der Wohnung trat, in die der Aktivist sich geflüchtet hatte. Der Vorsitzende des Vereins queerNB, der sich für die Vielfalt sexueller Identitäten sowie Orientierungen einsetzt, lief vor dem Angriff auf dem Nachhauseweg über den Bahnhof und trug dabei eine Regenbogenfahne unter dem Arm.

Auf dem Bahnsteig habe er dann bemerkt, wie zwei Männer ihm gefolgt seien und dann der Flaschenwurf erfolgte. Gegen den Thor-Steinar-Laden hatten am Samstag rund 200 Menschen protestiert und dessen Schließung gefordert. Zu der Demonstration hatte auch queerNB aufgerufen.

Kommentare (10)

1.Was bedeutet " ...zusammengerollte Regenbogenfahne unter am trug..."? (Titel unter dem Bild) Wo war denn der Bilduntertitelschreiber mit seinen Gedanken? Im Regenbogenfahnenland? 2. Gestern war noch die Rede von knapp 100 " Demonstranten" heute ist schon wieder im Artikel "knapp 200" zu lesen. Was stimmt denn nun?

Zitat NK: "Die Veranstalter sprachen von 250 Teilnehmern, die Polizei von 150." Macht realistisch 200. Beim nächsten Mal einfach an der Demonstration teilnehmen und selbst durchzählen.

aufgrund der Berichterstattung, fällt mir hier irgendwie spontan der Fall Julian Kinzel aus 2016 ein. Erst wird der Freund weggeschickt, damit er die Tür schneller aufschließt, obwohl "Gefahr im Verzug". Dann findet sich keiner, der den Fall am Tatabend bestätigen kann. Dann meldet sich ein Anonymer beim Nordkurier. Spannend!

Ihr Versuch, Zweifel zu säen, ist leider sehr durchschaubar. Ich habe Ihnen schon im Nachbarartikel geantwortet, dass man sich einfach an die wahrscheinlichste Erklärung halten sollte. Und die lautet: Rechtsradikale prügeln gern, hatten Motiv und Gelegenheit.

Ich nenne das ganze Gespinne hier Promotionvorschuss für die nächste Runde der Fördermittelvergabe für den Kampf gegen rächts. Und der nächste Rosa/Lila-Fasching will ja auch bezahlt werden. Armselig und durchschaubar......

mit ä oder mehreren eeeeeeeeee oder äääääääää oder sonstwie falsch? Solls davon ablenken welche Seite ihr geil findet? Iwie lame.

Ich verrate es Ihnen. Dieser symbolische Kampf gegen Rechts ist so lächerlich das ich das Ganze nicht ernst nehmen kann.

Faschos sind ein ernsthaftes Problem in unserem Land und ein echter Standortnachteil für die jeweilige Region.

nachdem 107 leute friedlich demonstrieren von keiner seite her angefeindet wurden nun so ein schrecklicher abgrundtiefer voll hass erfüllter zwischenfall ( unvorstellbar für normal denkende mitbürger ) ich wurde selbst bei einem fussballspiel schon einmal mit einem plastebecher ( voll mit bier ) beworfen....da ich kein fan der heimmannschaft war ich habe es nicht zur anzeige gebracht ... ICH BETONE DER PLASTEBECHER WAR VOLL MIT BIER

sone Vergeudung von Bier....des hätten se echt zur Anzeige bringen sollen.