Rätsel im Kulturpark

Stadt gräbt Tümpeln in Neubrandenburg das Wasser ab

Im Kampf gegen die ominösen Wasseransammlungen im Kulturpark von Neubrandenburg haben die Verantwortlichen ein Mittel gegen die Symptome gefunden. Die Ursache für die ungewollten Teiche ist aber noch immer nicht bekannt.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Nach dem Graben von zwei Entwässerungskanälen hat sich der Wasserspiegel im nörlichen Teil des Kulturparks abgesenkt.
Nach dem Graben von zwei Entwässerungskanälen hat sich der Wasserspiegel im nörlichen Teil des Kulturparks abgesenkt.
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Neubrandenburg.

Mit Entwässerungsgräben wie zu Großvaters Zeiten ist die Stadt den mysteriösen Tümpel im Kulturpark zu Leibe gerückt. Eine Wasserprobe habe nach ersten Untersuchungen ergeben, dass es sich vermutlich um kein Trink-, sondern um Oberflächenwasser handelt, das im nördlichen Teil des Kulturparks für Überschwemmungen sorge, teilte Stadtsprecherin Anett Seidel dem Nordkurier auf Anfrage am Montag mit.

„Als Stadt sind wir aktiv geworden und haben in Abstimmung mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) Entwässerungsgräben gezogen. Das Wasser ist dadurch weniger geworden, aber damit wurden nur die Symptome bekämpft.“

Die Maßnahme im Kulturpark sei deshalb noch nicht beendet, betonte die Sprecherin. „Jetzt geht es darum, die Ursachen für die Überschwemmungen zu suchen, denn nach wie vor ist unklar, woher das Wasser kommt.“ An bestimmten Stellen werde in den nächsten Tagen deshalb noch tiefer gegraben.

Wasser fließt nun zur Linde ab

Ursprünglich war im Herbst vergangenen Jahres vermutet worden, dass eine Trinkwasserleitung in dem Gebiet leckgeschlagen ist. Als sich dies als Fehlanzeige entpuppte, fiel der Verdacht auf eine Abwasserleitung. Diese Vermutung erwies sich ebenfalls als Fehlschlag.

Dann legte man eine alte Wasserleitung frei, die möglicherweise unsachgemäß abgeklemmt worden war. Auch hier liegt die Ursache aber nicht. Schon zu Beginn war auch die Vermutung laut geworden, dass die Wasseransammlungen in Zusammenhang mit den Spundwänden für den Ersatzneubau der Brücke über den Lindebach steht.

Einer der neu gegrabenen Entwässerungskanäle führt nun zur Linde, der andere verbindet die großflächigen Pfützen mit dem bestehenden Drainagesystem des Kulturparks, der vor knapp 50 Jahren zu DDR-Zeiten entstand. Ursprünglich war das Areal ein Sumpfgebiet, das vor allem über Entwässerungskanäle trockengelegt wurde.