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Stadt mit Herz steht Armen bei

1000 Leute setzen sich an die Tafel auf dem Markt. Es war der Höhepunkt des Bundestreffens, bei dem sich die Viertorestadt als toller Gastgeber präsentierte. Dies gelang, weil es viele Unterstützer aus Wirtschaft und Verwaltung gab. [KT_CREDIT] FOTO: nehls

VonIngmar NehlsDas Bundestreffen der Tafeln in Neubrandenburg war ein voller Erfolg. Weil viele Bürger anpackten und Runden drehten, gab es jede Menge Lob ...

VonIngmar Nehls

Das Bundestreffen der Tafeln in Neubrandenburg war ein voller Erfolg. Weil viele Bürger anpackten und Runden drehten, gab es jede Menge Lob von den Gästen.

Neubrandenburg.Bekommt die Neubrandenburger Tafel ein Bundestreffen mit knapp 1000 Gästen gestemmt? „Ich war skeptisch. Ich dachte, dass die sich übernehmen, dass das eine Nummer zu groß ist“, gesteht Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD). Die Politikerin durfte eines Besseren belehrt werden, denn das Bundestafeltreffen in der Viertorestadt war ein voller Erfolg, wie sich alle Seiten am Samstag auf dem Marktplatz einig waren.
„Man hat gefühlt, dass man hier willkommen ist. Von norddeutscher Reserviertheit war nichts zu spüren“, lobte Gerd Häuser, der seinen Vorsitz im Bundesvorstand in Neubrandenburg an seinen Vize Jochen Brühl übergab. Auch der fand nur positive Worte. „Die Tafelfreunde werden als Botschafter für Neubrandenburg zurückkehren“, sagte Brühl.
Bei all dem Lob konnte Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) nur strahlen. Vor allem aber auch, weil seineZweifel, die Stadtwette möglicherweise nicht zu gewinnen, völlig unbegründet waren. 5000 Kilometer sollten die Viertorestädter laufen. Zur Veranschaulichung: Das ist 119 Mal die Marathon-Distanz. Neubrandenburg hat aber nicht nur bewiesen, dass sie eine Sportlerstadt ist, sie ist auch eine Stadt mit Herz, denn 1653 Läufer unterstützen die Aktion. Es wurden 6504 Runden im Kulturpark gedreht und dabei 9458 Kilometer zurückgelegt, also fast doppelt so viel, wie gefordert. Das zeige, die Verbundenheit zur Arbeit der Tafel, sagte Krüger. „Die Tafel ist wichtig, denn trotz aller Sozialmaßnahmen gibt es Verlierer, die Probleme haben, über die Runden zu kommen.“
Nicht wenige der Tafelnutzer folgten auch der Einladung, auf dem Markt an der langen Tafel Platz zu nehmen. „Da gibt es kein Schamgefühl“, sagte ein erschöpfter aber glücklicher Frank Münzberger, Chef der Neubrandenburger Tafel. Susanne Finkheiner und Edeltraud Kunesch von der Crailsheimer Tafel bereuten es nicht, den Weg aus Baden-Württemberg auf sich genommen zu haben. „Es ist beachtlich, wie die Leute sich einsetzen“, sagte Susanne Finkheiner.

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i. nehls@nordkurier.de