Bei drei Brandstiftungen am Neubrandenburger Oberbach sind in einem Monat mehr als 70 Unterstellmöglichkeiten für Mo
Bei drei Brandstiftungen am Neubrandenburger Oberbach sind in einem Monat mehr als 70 Unterstellmöglichkeiten für Motor- und andere Freizeitboote zerstört worden. Der Gesamtschaden wird auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt. Mirko Hertrich
Warmer Abriss?

Stadt widerspricht Gerüchten zu Bootsschuppen-Bränden

Luxusvillen mit Zugang zum Wasser anstelle der alten Bootsschuppen? Die Stadtverwaltung widerspricht den Gerüchten. Aber wer soll die Brandkosten zahlen?
Neubrandenburg

In den Internet-Netzwerken wie auf der Straße hält sich hartnäckig das Gerücht, anstelle der durch Brandstiftung zerstörten Bootsschuppen am Oberbach sollen Luxusvillen mit eigenen Bootsgaragen entstehen. Neubrandenburgs Vize-Oberbürgermeister Peter Modemann (CDU) machte jüngst im Hauptausschuss die klare Ansage, dass „von Anfang an die Mär ausgeschlossen” werden müsse, dass dort Wohnhäuser entstehen sollen.

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Die Stadt konkretisierte auch die Ankündigung, „zu helfen, wo es möglich ist”. Die Verwaltung wird aller Voraussicht nach finanziell in Vorleistung gehen bei der Bergung der Brandtrümmer und der Beseitigung der Umweltschäden im Oberbach. Dies wird für das immer noch klamme Stadtsäckel und damit den Steuerzahler wohl noch teurer als befürchtet.

Hohe Kosten für Brand-Beseitigung – wer ist versichert?

Wie der Nordkurier erfuhr, liegen die eingegangenen Angebote wohl über dem Betrag von 500.000 Euro. Nicht inbegriffen sind die Kosten für die Entsorgung. Angesichts der hohen Summe ist bereits von einem städtischen Nachtragshaushalt die Rede.

Dabei ist die Stadt lediglich Eigentümer der Wasserflächen, die sie verpachtet und auf denen die insgesamt knapp 500 Bootsschuppen stehen, von denen 70 bei einer Serie von Brandstiftungen zerstört oder beschädigt wurden. Die Gebäude selbst gehören laut Stadt den Pächtern der Grundstücke. Die Schuppen stammen teils noch aus der Weimarer Republik oder DDR-Zeiten, sind aber hoch begehrt und wechseln für fünfstellige Beträge den Besitzer.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereitet die Tatsache, dass es kein Gemeinschaftseigentum gibt, das beispielsweise einem Verein gehört. Die Stadt will im Anschluss an die Bergung versuchen, sich das vorgesteckte Geld von den Pächtern zurückholen. Sie sollen nun angeschrieben werden, ob sie versichert sind.

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