„DIE QUELLE“

Neubrandenburg will riesiges Wandbild aus DDR-Zeiten schützen

Die Kunstwerke von Vorzeigekünstlern der DDR hatten nach 1990 keinen guten Stand. Viele Arbeiten – vor allem sozialistische Auftragskunst der Machthaber – verschwanden. In Neubrandenburg soll nun ein anderer Weg beschritten werden.
dpa
Die Kunstwerke von Vorzeigekünstlern der DDR waren nach 1990 nicht mehr gut gelitten. Viele Arbeiten – vor allem so
Die Kunstwerke von Vorzeigekünstlern der DDR waren nach 1990 nicht mehr gut gelitten. Viele Arbeiten – vor allem sozialistische Auftragskunst der Machthaber – verschwanden. In Neubrandenburg soll nun ein anderer Weg beschritten werden. Bernd Wüstneck
Das Foyer des Neubrandenburger Rathauses in den 80er-Jahren. 1991 wurde entschieden, das Wandbild zu überkleben. Foto: Stadtarchiv Neubrandenburg
Das Foyer des Neubrandenburger Rathauses mit „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ in den 80er-Jahren. 1991 wurde entschieden, das zweiteilige Wandbild zu überkleben. Stadtarchiv Neubrandenburg
Neubrandenburg.

30 Jahre nach dem Fall der Mauer nimmt die ehemalige DDR-Bezirksstadt Neubrandenburg den Erhalt mehrerer großer Arbeiten von Wolfram Schubert – einst Vorsitzender des Bezirksverbandes Bildender Künstler – in Angriff. Am 14. Oktober wird erstmals über eine Unterschutzstellung und Restaurierung des mehr als 30 Meter hohen Hochhaus-Wandbildes „Die Quelle“ in der Südstadt beraten, wie Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sagte. Der 93-jährige Schubert, der in Potzlow in der Uckermark lebt und arbeitet, will auch nach Neubrandenburg kommen.

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Das Wandbild ist laut Witt ein wichtiges Erkennungsmerkmal für die drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem stelle das in den 1980er Jahren entstandene Hochhaus-Wohnquartier in der Neustrelitzer Straße ein „unverändertes Beispiel einer Gesamtanlage mit städtebaulich hoher Wirksamkeit“ dar. Solche Plattenbauensembles waren damals in vielen DDR-Bezirksstädten entstanden, wurden aber nach 1990 stark verändert.

„Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ soll im heutigen Rathaus wieder freigelegt werden

Schubert hatte damals den Auftrag, mehrere Wandbilder in Anlehnung an den damaligen Straßennamen „Leninallee“ zu entwerfen. „Ich schlug drei Namen vor: Die Quelle, der Funke, die Flamme“, sagte der Künstler. Die Bilder sollten zum Marxismus-Leninismus der DDR passen, der damalaligen Ideologie. Umgesetzt worden sei aber nur „Die Quelle“ – gedeutet als Studium der Unterlagen von Marx, Engels und Lenin.

„Die Oberen hatten sich damals wohl etwas anderes vorgestellt“, sagte Schubert. Heute könne das Wandbild auch für den vorherigen Namen des Stadtteils stehen. „Bevor die Hochhäuser kamen, hat das Gebiet „Blumenborn“ geheißen und hier soll sich auch eine Quelle befunden haben.“

Schubert hat nach den für ihn schweren Jahren nach 1990, als mehrere seiner Arbeiten verschwanden, nun einen anderen Umgang mit DDR-Kunst ausgemacht: „Es ist ein Umdenken im Gange.“ So soll auch sein „Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“ im heutigen Rathaus Neubrandenburg wieder freigelegt und restauriert werden. Es war nach dem Mauerfall mit Leichtbauplatten überbaut worden. Hier steht ein Besichtigungstermin aber noch aus. In der Zeit als DDR-Bezirksstadt wuchs Neubrandenburg von einst 25.000 auf mehr als 90.000 Einwohner. Heute leben noch rund 65.000 Menschen in der Stadt am Tollensesee.

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Kommentare (3)

Im Rathaus laufen einige wohl nicht ganz rund. Was ist an diesen Plattenbauten Schützenswert. Es sind stinknormale Hochhäuser und in mehr als 40 Jahran habe ich da auch noch nie ein Wandbild gesehen nur eine Fassade. Und wenn man es Richtig betrachtet passen diese Monstrositäten überhaupt nicht in die Südstadt das die Mehrheit aus 3-5 Etagen Häusern besteht.

Weil Ihnen etwas nicht gefällt, ist es nicht schützenswert?
Der Vergleich hinkt zwar, aber so wirklich passt der Eiffelturm nicht in das bauliche Umfeld von Paris und dir Pyramiden wirken in der Wüste wie ein Fremdkörper - ein Abriss wird dennoch nicht erwogen.

DIe gleiche Betonklötze finden sie in der Oststadt , Reitbahnviertel und Datzeberg in Neubrandenburg. Und bestimmt in fast jeder anderen größeren Stadt der neuen Bundesländer. Wenn es der erst Bau wäre ist es zu verstehen. Dagegen ist der Eiffelturm ja nun wirklich einzig Artig. Leider sind aber die Hochhäuser gegenüber den anderen Gebäuden in der Südstadt etwas fehl am Platze.