NEUBRANDENBURG

Stadtwerke erhöhen Preise für Trinkwasser

Drei Jahre blieben die Trinkwasserpreise in Neubrandenburg konstant, nun sollen sie erhöht werden. Besonders teuer wird es für Eigenheimbesitzer.
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Nach drei Jahren ohne Änderung wollen die Stadtwerke Neubrandenburg den Preis für das Trinkwasser um durchschnittlich 7,7 Prozent erhöhen.
Nach drei Jahren ohne Änderung wollen die Stadtwerke Neubrandenburg den Preis für das Trinkwasser um durchschnittlich 7,7 Prozent erhöhen. Patrick Pleul
Neubrandenburg.

Erst mussten die Stadtwerke Neubrandenburg die meisten Bürger von Stadt und Umland in diesem Jahr wochenlang mit gechlortem Trinkwasser versorgen, weil das Rohrsystem verunreinigt war, nun drehen sie ab dem kommenden Jahr auch noch kräftig an der Preisschraube: Um satte 7,7 Prozent steigt der Bezugspreis für Trinkwasser mit dem Jahreswechsel, teilte die städtische Versorgungsgesellschaft am Montagnachmittag mit.

Damit steigt der Preis von bislang 2,09 Euro pro Kubikmeter auf künftig 2,25  Euro. Auch der monatliche Grundpreis, der abhängig von der Größe des Zählers zwischen 4,68 und 49,24 Euro liegt, erhöht sich – und zwar um 5 Prozent.

Der städtische Versorger hatte erst vor kurzem bekanntgegeben, zum 1. Januar auch die Strompreise zu erhöhen. Nun heißt es, dass die Wasserpreise immerhin schon seit drei Jahren stabil gewesen seien. Außerdem bedeute der Anstieg für einen Single-Haushalt im Mehrfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 35 Kubikmetern Wasser gerade mal ein Kostenplus von 70 Cent pro Monat.

Ein Vier-Personen-Haushalt im Eigenheim mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern Wasser zahle künftig 1,83 Euro mehr, rechnen die Stadtwerke weiter vor. Trotz der Preisanpassung zahlten Kunden der Stadtwerke bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 100 Litern fürs Duschen, Spülen, Blumen gießen, Kaffee kochen, Trinken und so weiter nur knapp 39 Cent am Tag.

Sanierung des Wasserwerks Groß Nemerow

Der Grund für die Preiserhöhung liegt nach Angaben des Versorgers nicht etwa in den Mehrkosten für die wochenlange Chlorierung des Trinkwassers im Sommer, wie man vermuten könnte. Vielmehr gelte es, Kostensteigerungen in verschiedenen Bereichen zu kompensieren. So sollten im kommenden Jahr unter anderem „Instandhaltungsmaßnahmen und Investitionen die reibungslose Versorgung mit Trinkwasser weiterhin sicherstellen“. So werde beispielsweise das Wasserwerk in Groß Nemerow saniert. Die Neubrandenburger Stadtwerke versorgen rund 78  000 Menschen in der Stadt und im Umland mit jährlich knapp vier Millionen Kubikmetern Wasser. Die insgesamt vier Wasserwerke stehen in Neubrandenburg, Groß Nemerow und Neddemin.

Zum Vergleich: In den beiden nächstgrößeren Städten des Landes kostet ein Kubikmeter Trinkwasser derzeit 1,39 Euro (Rostock) beziehungsweise 1,87 Euro (Schwerin). In den nächstkleineren sind es 1,96 Euro (Greifswald) beziehungsweise 1,93 Euro (Stralsund). Der aktuellsten landesweiten Trinkwasser-Statistik von 2017 zufolge gehörte der Neubrandenburger Wasserpreis im Jahr 2016 zu den höchsten landesweit.

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Kommentare (1)

Oder wie sonst Herr Oberbürgermeister sind diese massiven Preisunterschiede zu erklären. Aber auch an die Stadtvertretung muss man die Frage stellen, warum sie nicht eingreifen. Es muss doch ein Grund für diesen Preisunterschied geben