Durch viele staatliche Maßnahmen sollen die Preise für gut 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs bei Strom, Gas und Fe
Durch viele staatliche Maßnahmen sollen die Preise für gut 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs bei Strom, Gas und Fernwärme gedeckelt werden. Darüber hinaus müssen Kunden der Stadtwerke jetzt deutlich mehr berappen. Daniel Reinhardt/Patrick Pleul/Christian Charisius
Stadtwerke

Stadtwerke Neubrandenburg erhöhen Preise teils um 100 Prozent

Schon mit den beschlossenen und geplanten Preisdeckeln müssen Verbraucher mit einer Verdoppelung ihrer Preise für Energie rechnen. Und auch die Schwimmhalle wird teurer.
Neubrandenburg

Auf Kunden der Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) kommen bei hohen Verbräuchen jenseits der Energiepreisdeckel deutlich gestiegene Kosten zu. Das kommunale Unternehmen hebt zum 1. Januar 2023 die Preise für Strom, Gas und Fernwärmeteils um 100 Prozent und mehr an, kündigte der Sprecher der neu.sw-Geschäftsführung, Ingo Meyer, am Donnerstag in Neubrandenburg an. Die Stadtwerke gehen aber davon aus, dass die Haushalte in großem Umfang von den Preisdeckeln der Bundesregierung profitieren, besonders wenn sie Wärme sparen.

Stadtwerke rufen Kunden zum Energiesparen auf

Nach einem Anfang November veröffentlichten Eckpunkte-Papier gelten die Preisdeckel voraussichtlich jeweils für ein Grundkontingent von bis zu 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs. Der Strompreis etwa soll ab 1. Januar 2023 bei 40 Cent je Kilowattstunde (brutto) gedeckelt werden. Für Gas ist ein Bruttogarantiepreis in Höhe von 12 Cent je Kilowattstunde vorgesehen, bei Fernwärme deckelt der Bund den Preis voraussichtlich auf 9,5 Cent.

Die Neubrandenburger Stadtwerke riefen ihre Kunden angesichts der Entwicklung zum Energiesparen auf, nicht nur wegen einer möglichen Gasmangellage infolge des Ukraine-Kriegs, sondern auch, um das Klima und vor allem den Geldbeutel der Verbraucher zu schonen.

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Denn wer über das Grundkontingent von 80 Prozent Energie oder Wärme verbraucht, zahlt ab dem 1. Januar die gestiegenen neu.sw-Energiepreise. Für Strom klettern die Bruttoarbeitspreise pro Kilowattsunde mit Jahresbeginn in der Grundversorgung auf 53,82 Cent, bei „neu.sw Strom” auf 50,21 Cent. Im Umland werden laut neu.sw unter anderem wegen der höheren Netzentgelte von Edis 61,46 Cent in der Grundversorgung und 60,58 Cent bei „neu.sw Strom Land” je Kilowattstunde fällig.

Eintritt für Schwimmhalle wird teurer

Bei Gas kostet die Kilowattstunde bei Verbräuchen über dem Grundkontingent künftig je nach Tarif der Stadtwerke zwischen 16,54 und 18,78 Cent. Stabil bleiben die Preise mit rund 13 Cent für die Kunden im „Gas fix”-Tarif, der laut Unternehmenssprecherin Steffi Schwabbauer ebenfalls gedeckelt wird. Die Preise für Fernwärme liegen bei den Stadtwerken ab Beginn kommenden Jahres bei 32,61 Cent je Kilowattstunde, auch Emissions- sowie Grundpreis steigen.

Tiefer in die Tasche greifen müssen auch Besucher der Neubrandenburger Schwimmhalle wegen gestiegener Betriebskosten. Vereine zahlen den Angaben zufolge pro Bahnstunde künftig mit 6,56 Euro einen Euro mehr als derzeit. Die Preise für das öffentliche Baden steigen im Schnitt um knapp ein Fünftel.

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Grund für die Preisanpassungen bei neu.sw sind nach den Worten der Geschäftsführung im Wesentlichen die extrem gestiegenen Beschaffungskosten für Strom und Gas, in Teilen auch deutlich höhere Netzentgelte. Zeitweise habe beispielsweise die Megawattstunde Strom 1000 statt der üblichen 50 Euro gekostet. Die Anpassung der Abschläge erfolge wie gewohnt automatisiert im Zuge der Jahresverbrauchsabrechnung 2022, die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke im Januar 2023 erhalten sollen. Die Preise aufgrund der Preisdeckel würden darin berücksichtigt.

Ingo Meyer zeigte sich zuversichtlich, dass Preisbremsen wie auch die Umsatzsteuersenkung auf Gas und Fernwärme sowie die angekündigte Dezember-Hilfe tatsächlich eine „spürbare Entlastung” bringen. Prokurist und Verkaufsleiter Sören Schmidt zeigte sich optimistisch, dass bei vielen Haushalten das Grundkontingent ausreicht, weil der Winter 2021 vergleichsweise kalt gewesen und der Wärmeverbrauch damit höher gewesen sei.

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