DISKUSSION UM BADESTELLE

Standortsuche auf dem Klosterberg

Über die Badestelle in Altentreptow wird weiter gestritten. Während der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses gab es noch einen anderen Gestaltungsvorschlag.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Auf der Fläche im Hintergrund soll das naturnahe Badegewässer entstehen, wenn der Vorschlag angenommen wird.
Auf der Fläche im Hintergrund soll das naturnahe Badegewässer entstehen, wenn der Vorschlag angenommen wird.
Altenttreptow.

Die Verwaltung möchte vor den Wahlen im Mai eine Entscheidung zur Badestelle in Altentreptow erreichen, um sich mit dem bestätigten Projekt um Fördermittel zu bemühen. So jedenfalls deren Argumentation. Es sei gerade eine günstige Zeit, denn die Förderperiode im Bund laufe 2020 aus. Da würden es die Fördermittelgeber mit den Kriterien nicht so eng sehen, begründete Fachgebietsleiterin Silvana Knebler.

Stadtvertreter und Sachkundige sehen auf alle Fälle noch Diskussionsbedarf beim Standort für das naturnahe Badegewässer. Das zeigte sich deutlich während der jüngsten Finanzausschusssitzung. Der Reitplatz des Pferdesportvereins und der Abriss der Freilichtbühne sowie des ehemaligen Jugendklubs brachten einige bereits in den zwei anderen Ausschüssen als Problem vor.

Mirko Renger von der Altentreptower Wählergemeinschaft verband die vorgeschlagene Fläche für den Badeteich mit dem Klosterbergkonzept. Es sei die einzige schon gestaltete Fläche mit dem Spielplatz und dem Reitplatz, die jetzt verschwinden soll, so argumentierte er. Warum wolle man das wieder zerstören? „Wir sollten uns nicht so auf den Standort versteifen, wir haben doch andere Freiflächen auf dem Klosterberg.“ Sein Vorschlag: Die gegenüberliegende Wiese nutzen. Die notwendigen Medien würden dort durchaus anliegen und das mit dem Pumpen könne doch kein Problem sein.

Bewirtschaftung muss sich rechnen

Aus Sicht der Verwaltung reicht die Fläche nicht, um den Gestaltungsvorschlag umzusetzen. Finanzausschussvorsitzender Gerhard Quast hält die Badestelle für einen „charmanten Ansatz“. Aber eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sei zwingend, so seine Meinung. Damit bezog er sich auf die geschätzten Kosten von knapp einer Million Euro. Wie hoch die Bewirtschaftungskosten ausfallen könnten, sei noch nicht klar, sagte Silvana Knebler. Das naturnahe Gewässer brauche aber keinen Schwimmmeister. Es ist vollbiologisch zu reinigen und umzuwälzen.

Aus Sicht von Christine Rienitz von der CDU sei der Vorschlag ein guter Ansatz, mit „viel Mehrwert für die Freizeit.“ Geplant ist, das Wasser mit der Überschusswärme des nahe gelegenen Blockheizkraftwerkes in der Zeit von März bis Oktober zu erwärmen. Die Wärme würde die Biogasgesellschaft kostenlos zur Verfügung stellen, versicherte sie. Und wenn es um Ausweichflächen für den Pferdesportverein gehe, würde ihr Landwirtschaftsbetrieb gern helfen. Langfristige Pachtverträge wären denkbar. Für Thomas Kraft von der CDU ist die Badestelle eine wunderschöne Sache. „Wir sollten weitermachen, denn der Fördertropf sprudelt nicht ewig.“

Keine 100-prozentige Förderung

„Können wir uns denn auf einen Kompromiss einigen?“, lautete die Frage in Richtung Verwaltung, denn mit dem Begriff „Umsetzung“ taten sich die Vertreter der Wählergemeinschaft im Ausschuss schwer. „Wir sind kompromissbereit“, versicherte Bürgermeister Volker Bartl. Auf Empfehlung des Finanzausschusses heißt es jetzt nicht Umsetzung, sondern „Vorbereitung des Projektes“. Damit könne man beginnen, Fördermittel einzuwerben, sagte Silvana Knebler. Aber eine 100-prozentige Förderung werde es nicht geben, das hatte sie schon zuvor klar gesagt. Dennoch will sich die Stadt um Leadermittel bemühen und auch beim Bund Gelder für ihr naturnahes Badegewässer einwerben.

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