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Burg Stargard schließt den Tierpark

Burg Stargard muss sparen. Aus Angst vor einer Zwangsverwaltung opfern die Stadtvertreter nun einen Besuchermagneten.

Mitglieder des Fördervereins demonstrierten vor der Sondersitzung für den Erhalt des Tierparks.
Bärbel Gudat Mitglieder des Fördervereins demonstrierten vor der Sondersitzung für den Erhalt des Tierparks.

In Burg Stargard wird zum Ende der Saison der Tierparkbetrieb auf dem Klüschenberg eingestellt. Das haben die Stadtvertreter am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen. Das Aus für den Tierpark ist Teil eines Haushaltssicherungskonzeptes. Mit der Schließung soll dann der ordnungsgemäße Rückbau und die Auflösung des vorhandenen Tierbestandes erfolgen.

Auf dem Areal soll mit den Jahren eine Parkanlage entstehen, so das Vorhaben. Etwa 60 Mitglieder des Fördervereins Tierpark und der Initiative "Ja zum Tierpark" hatten vor der Sondersitzung für den Erhalt dieser Einrichung demonstriert.

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Kommentare (13)

Wo ist der Bürgermeister, wenn sein Volk ihn braucht? Laut Wahlversprechen von Herrn Lorenz setzt er sich für die städtischen Vereine ein. [..]"Unsere Stadt hat eine Reihe von gut geführten, mitgliederstarken und aktiven Vereinen, die einen hohen Beitrag für unsere lebenswerte Stadt leisten. Deshalb unterstütze ich die verschiedenen Aktivitäten unserer Vereine in meiner Funktion als Bürgermeister nach Kräften." Quelle: tilo-lorenz.de. Wie soll man die Entscheidung von Tilo Lorenz, den Tierpark, und auch noch andere Einrichtungen, in Burg Stargard zu schließen, nun deuten? Haben ihn die Kräfte verlassen? Schade, dass die Wahl gerade erst gelaufen ist!

wups, schon wieder mein Kommentar weg? Hat da jemand was gegen Meinungsfreiheit, zumal sie noch sachlich begründet ist???? Hier also nochmal: Die ursprünglich von der CDU-Fraktion kurzfristig eingebrachte Vorlage strotzt nur so von Mängenl im Hinblick auf die Einsparpotentiale durch die Schließung der Bibliothek, des Marie-Hager-Hauses und des Tierparks. Bestenfalls Milchmädchenrechnungen, da die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgekosten überhaupt nicht berücksichtigt sind. Warum hat man so eine Angst vor einer Zwangsverwaltung? Gibt es da etwas zu verbergen? Das sind Experten, mit denen kann man wenigstens reden! Die Mehrheit der Stadtvertreter/-innen hat ja eine Befassung in den Ausschüssen abgelehnt. Eine solche Form von Beratungsrestistenz - ja Ignoranz - gibt es selten! In den letzten Jahren wurden einige zusätzliche Stellen in der Verwaltung geschaffen. Wäre da nicht eine Aufgabenkritik sinnvoll? Was soll z.B. ein "Tourismusmanager", wenn die touristischen Einrichtungen geschlossen sind? Im übrigen gibt es bis 2020 noch viele Fördermöglichkeiten über europäische, Bundes- und Landesprogramme. Da wären Investititonen in Größenordnungen möglich, wenn das Geld für den Rückbau der Einrichtungen als Kofinanzierung eingesetzt wird. IntelligentesSparen sieht eben anders aus, als es hier durch die meisten Stadtvertreter/-innen praktiziert wird. Auch die Verwaltung wäre da gefragt, aber Herr Lorenz als frisch (wieder-)gewählter Bürgermeister hat trotz mehrfacher Hinweise sich darum nicht gekümmert. Im Übrigen hat der Schließungsbeschluss ja weiterreichende Folgewirkungen. Abgesehen von dem Imageschaden für Burg Stargard, bangen Unternehmen um ihre Wirtschaftlichkeit, weil weniger Besucher und Gäste kommen, es müssen Arbeitskräfte entlassen werden (die Tierparkmitarbeiterinnen sowieso) und die Einnahmen für die Stadt werden weiter sinken. Die Lasten und Kosten werden auf die Gemeinschaft abgewälzt. Verantwortungsvolle Politik sollte das gesellschaftliche Interesse über die egoistischen Ziele setzen. Sie sollte das Gemeinwohl im Blick haben, aber das ist wohl von den CDU - Vertretern zuviel verlangt. Das dem dann auch noch weitere Stadtvertreter/-innen, die sich in persönlichen Gesprächen ganz anders geäußert haben, gefolgt sind, ist zumindest verwunderlich. Was wurde denn da wem versprochen?

Lieber Herr Hässelbarth, wenn wir Kommentare löschen, begründen wir das und machen das nicht heimlich. An Ihrem Kommentar ist - aus Sicht unserer Netiquette - nichts auszusetzen. Ich kann nur ein technisches Problem hinter dem verschwundenen Kommentar vermuten, aber nicht beweisen. Ich weise gerne im Zusammenhang mit ihrem Vorwurf gerne darauf hin, dass die Meinungsfreiheit nicht bedeutet, dass Sie das Recht haben, diese Meinung überall äußern zu dürfen. Beste Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

".....Meinungsfreiheit bedeudet nicht das Recht, die Meinung überall äußern zu dürfen." ? Haben Sie eigentlich überlegt, was Sie da geschrieben haben? Das der Nordkurier sehr selektiv berichtet, ist ja allgemein bekannt, aber dass er sich in Anbetracht des "Rabaukenprozesses" nun gegen das recht auf Meinungsfreiheit und -äußerungen ausspricht, zeigt einmal mehr wie einseitig Ihre Auffassung von Meinungsfreiheit ist. Das Sollte einer seriösen Redaktion niemals unterlaufen!

Ich denke, Sie haben den Kollegen missverstanden. Gemeint ist, dass die redaktionelle Hoheit dieser Plattform bei uns liegt. Presserechtlich geht das auch gar nicht anders. Aber ich kann Ihnen versichern: Wenn Sie nicht gegen unsere Nutzungsbedingungen oder geltendes Recht verstoßen, werden wir Ihre Leserkommentare prinzipiell veröffentlichen. Selbst wenn Sie uns grund- und haltlos beschimpfen wollen (einseitig, nicht serös etc.). Simon Kaatz, Nordkurier

Lieber Herr Hässelbarth, da haben Sie mich in der Tat missverstanden. Herr Kaatz hat es deutlicher gemacht: Der Nordkurier hat hier Hausrecht. So lange sich Nutzer an die Netiquette halten, gibt es kein Handlungsbedarf. Ich gebe Ihnen mal ein konkretes Beispiel: Jemand kommentiert hier rassistisch, der Kommentar hat aber keine strafrechtliche Relevanz und wäre durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Solche Kommentare verstoßen aber gegen unsere Netiquette, deswegen würden wir ihn löschen. Beste Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

Nun ja, gegen die Nettikette würde ich niemals verstoßen. Und was die Beurteilung der journalistischen Kompetenzen der Redaktion angeht.... da kann ich wohl auch auf ein gerüttelt Maß an eigener Erfahrung zurückblicken. Klarstellen will aber noch gerne, dass es sich nicht um "Beschimpfungen" handelt - wie von Herrn Katz unterstellt- , sondern um eine von vielen auch so wahrgenommene Darstellung und aus dieser Sicht auch berechtigte Kritik.

Sehr geehrter Herr Hässelbarth, ich kann Ihnen eine unabhängige und kritische Zeitung versprechen. Eine, die mal nachdenklich ist, mal plakativ. Nicht anbieten kann ich Ihnen ein amtliches Bekanntmachungsblatt, das ist der Nordkurier nicht. Wenn Sie konkrete Punkte haben, die Sie in bestimmten Artikeln aus der Vergangenheit zu beanstanden haben, möchte ich diese bitte wissen. Schreiben Sie mir gerne: s.kaatz@nordkurier.de

Es ist leider nicht neu, dass einige Stargarder alles in Frage stellen, was für die Stadt gut ist - nur weil es von CDU-Leuten vorgetragen wird. Die Haushaltslage der Stadt ist seit Jahren angespannt. Deshalb müssen in dieser kleinen Kommune Prämissen gesetzt werden. Nicht rentabel laufende Einrichtungen kann sich nur dauerhaft der leisten, der Überschuß in der Kasse hat. Das trifft nicht für Stargard zu. Nicht der Tierpark ist das Alleinstellungsmerkmal der Stadt sondern die Burg. Und um die ist es leider nicht gut bestellt - die Burg endlich auf Vordermann bringen und besucherfreundliche Zugänge zu schaffen sollte ein Prämisse sein. Einhergehend mit einem Vermarktungskonzept. Eisladen, Sommerrodelbahn und Jugendherberge sind Selbstläufer und ziehen Besucher sowieso an. Wenn man da, wo jetzt noch Tiere teilweise nicht artgerecht eingefercht sein müssen, parkähnlich Anlagen mit Blick auf Stadt und Landschaft herrichtet (z.Bsp. Luisenbrunnen), gewinnt die Stadt weitere Atraktivität. Dafür gibt es von einem GaLa-Architekten aus Gielow ein sehr schlüssiges Konzept, welches auch den bedeutsamen Baumbestand mit einbezieht. Für die Stadt ist es gut, dass jetzt endlich die Mehrheit der Stadtvertreter Voraussetzungen für die Konsolidierung des Haushalts beschlossen hat. Nur so kann man glaubhaft sein, wenn man zusätzliche Gelder bekommen will.

Die Haushaltslage ist doch nur ein vorgeschobenes Argument, politisch und gestalterisch nicht tätig zu werden. Wenn ich mehrere Personalstellen in der Verwaltung neu schaffen kann, ist genug Geld da. Die Frage ist doch nur, was ich als Politiker will. Posten schaffen oder was für die Kinder und Jugendlichen, für die Eltern und Großeletern der Region tun. Und da ist die CDU nun mal eindeutig auf der falschen Seite. Ich würde das als wirtschaftsfeindliche Politik bezeichnen und stehe da mit den hiesigen Unternehmern und dem Gewerbeverein zusammen. Die Burg ist übrigens - leider - schon ziemlich tot. Bereits 2009 habe ich einen Finanzierungsvorschlag dem Bürgermeister unterbreitet. Nichts hat sich getan seitdem. Das Krumme Haus verfällt weiter, Außer Plänen nichts gewesen. So sieht CDU - Politik aus. Übrigens auch für den Tierpark gibt es gute Vorschläge, was die Finanzierung betrifft. Aber bei diesen "Politikern" hier stößt man da auf taube Ohren.

Das Argument, die Haushaltlage sei angespannt ist allerdings noch keine Begründung für politisches Nichtstun. In den letzten Jahren wurde neue gut dotierte Stellen in der Verwaltung der Stadt geschaffen, dafür war also Geld da? Ist die Frage, welche "Politik" eben gemacht wird, für Posten oder für Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern. Ein ruhiger Park mag beschaulich sein, die Wirtschaftskraft der Region wird damit nicht gestärkt. Man kann diese CDU-Politik hier nur als wirtschaftsfeindlich bezeichnen. Da weiß ich mich mit den Unternehmern und dem Gewerbeverein in einem Boot.

Liebe Leute, es ist natürlich immer leicht, auf die Politik zu schimpfen aber dass im Burg Stargarder Tierpark auch vieles Andere im Argen liegt, ist ja wohl unbestritten. Seit Jahren finden immer dieselben langweiligen Veranstaltungen statt, die absolut niemanden mehr hinter dem Ofen hervor locken und unter dem Strich wohl meist mehr kosten, als was sie einbringen. Die Tiergehege sind absolut mittelalterlich, so etwas hat mit moderner Tierhaltung nichts zu tun. So ist es doch nicht von ungefähr so, dass der Tierpark in den letzten Jahren mehr Schlagzeilen gemacht hat mit ausgebrochenen Tieren als mit innovativen Veränderungen. In meinen Augen gehört ein Tierpark mit solchen Gehegen schon aus Tierschutzgründen geschlossen. So sehr bestimmt auch die Politik mit dieser Entscheidung zu tun hat, sollte sich auch die derzeitige Tierparkleitung mal ganz ehrlich an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob nicht auch eigene Versäumnisse der Politik bei ihrer Entscheidung in die Hände gespielt hat. Nur weil man jetzt in letzter Minute versucht, aktiv zu werden, heißt das nicht, dass man das Ruder noch herum gerissen bekommt. Dieser Tierpark ist und bleibt steinzeitlich, wenn überhaupt, dann hilft nur noch Abriss und kompletter Neubau, um ihn auf den Stand moderner Tierhaltung zu bringen. Etwas Holz und Farbe machen aus einem alten Gehege noch lange kein neues. Es kann übrigens auch nicht im Sinn der immer wieder als Argument angebrachten Kinder sein, wenn diese solch eine katastrophale Tierhaltung vorgeführt bekommen. In diesem Sinne kann ich jedem nur empfehlen, die paar Kilometer weiter zu fahren und mit seinen Kindern einen schönen Tag im Tierpark Neustrelitz zu verbringen, denn dieser ist in meinen Augen ein gutes, empfehlenswertes Beispiel für moderne Tiergärtnerei. Mit freundlichen Grüßen

Lieber Herr Neumann, Über 1500 Besucher zum Tierparkfest gestern sprechen eine deutliche Sprache. Und ich habe niemanden getroffen, der sich so über die Anlage geäußert hätte. Aber gut, natürlich ist vieles verbesserungswürdig, ganz klar, aber wenn sich die Politik nicht zu der Einrichtung bekennt, geht´s halt oft nur mit Improvisieren. Es war halt sehr viel im Argen, als der Tierpark vom neuen Team übernommen wurde und Vieles musste mit viel ehrenamtlichen Engagement neu entwickelt werden. Übrigens genug Geld wäre ja da, aus Bundes-, Landes- und europäischen Mitteln. Wir könnten einen richtigen Investitionsschub bringen. Aber die CDU...... will das halt nicht. Deshalb sind die Tiere halt nicht optimal - aber zertifiziert tierschutzgerecht - untergebracht. Ihr Ralf-Peter Hässelbarth