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Starkregen war ein Jahrhundertereignis

Horst Grawe freut sich, dass das Auffangbecken oberhalb der Loickenziner Straße so viel Wasser und Erde zurückgehalten hat.
Horst Grawe freut sich, dass das Auffangbecken oberhalb der Loickenziner Straße so viel Wasser und Erde zurückgehalten hat.
Anke Brauns

Die ermittelten Werte bestätigen erste Auskünfte des kommunalen Dienstleisters. Der will trotzdem eine Tiefenprüfung betreiben.

Der Starkregen vom Dienstag in und um Altentreptow war ein Jahrhundertereignis. Zu dieser Erkenntnis ist Horst Grawe gekommen. Der Treptower lebt seit mehr als 40 Jahren in der Stadt und misst seit langem in einer kleinen Wetterstation die Regenmengen. Am Dienstag, sagt er, kamen 30 Liter pro Quadratmeter in 20 Minuten runter. "Solche Massen kann keiner schaffen, da kann man keinem die Schuld geben", kommentiert er die Überschwemmungen.

Nun ist Horst Grawes Messung zwar keine amtliche, aber diese Zahl ist auch für Frank Strobel, Geschäftsführer der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) in Altentreptow, Bestätigung. "Bei so einem Ding in so kurzer Zeit kann man nichts machen", sagt er. Grundlage für die Größe der Anlagen, die das Wasser ableiten, ist ein Atlas des Deutschen Wetterdienstes. Darin gebe es bestimmte Bemessungsregeln für jede Region.

Dabei geht man von einem Ereignis aus, das statistisch alle zwei Jahre eintritt. "Bei uns liegt das bei elf bis zwölf Liter pro Quadratmeter innerhalb von 15 Minuten", erklärt er. Der von Horst Grawe gemessene Wert liege "weit außerhalb dessen, wofür unsere Anlagen ausgelegt sind", betont der Geschäftsführer.

Trotzdem will sich die GKU der Problematik noch mal annehmen. Vielleicht seien die Kapazitäten an einer Stelle zu gering, möglicherweise durch Verkrautung oder ein Bauwerk.