DDR-AUFARBEITUNG

Stasi-Akten bleiben vorerst noch in Neubrandenburg

Rostock soll mit der Änderung der Zuständigkeiten für die Stasi-Unterlagen zentraler Archivstandort werden. Was ändert sich für die Bürger in der Neubrandenburger Außenstelle?
Die Außenstelle in Neubrandenburg bleibt bestehen.
Die Außenstelle in Neubrandenburg bleibt bestehen. Simon Voigt
Neubrandenburg.

30 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung geht die Zuständigkeit für die Stasiunterlagen an das Bundesarchiv über. Das Amt des bisherigen Bundesbeauftragten wird aufgelöst, wie der Bundestag am Donnerstag in Berlin beschloss. Für Mecklenburg-Vorpommern wurden Rostock als Archivstandort und neben Schwerin auch Neubrandenburg als Außenstelle verankert.

Fertigstellung in Rostock zeitlich unklar

Der Leiter der Neubrandenburger Außenstelle, Sebastian Richter, sagte dem Nordkurier, „wir registrieren gern, dass wir als Außenstelle festgelegt wurden“. Zwar sei Rostock im Gesetz als Archivstandort festgelegt, doch für Bürger, die in Neubrandenburg beispielsweise Akteneinsicht beantragen wollen, ändere sich zunächst nichts. Wann der zentrale Archivstandort für das Land in Rostock fertig sei, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Als Anlaufstelle für die Bürger bleibe die Außenstelle in Neubrandenburg in jedem Fall erhalten.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), André Rohloff, befürworte ausdrücklich die Zusammenführung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) nach Rostock, da hier eine wissenschaftliche Aufarbeitung gewährleistet sei. Am Standort Neubrandenburg gibt es seinen Worten nach kein Archiv, was den neusten Standards entspricht. „Es wäre wünschenswert, wenn die Landesregierung die Aufarbeitung weiterhin finanziell unterstützt, um die Aufarbeitung sicherzustellen.“

800.000 Karteikarten

Das Archiv der Außenstelle Neubrandenburg ist zuständig für die Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Neubrandenburg sowie die Überlieferung der in ihrem Territorium ansässigen 14 Kreisdienststellen. Die vorhandene schriftliche Überlieferung umfasst etwa 2500 laufende Meter, darunter mehr als 800.000 Karteikarten.

Darüber hinaus hinterließ der Staatssicherheitsdienst in Neubrandenburg Tausende Bild- und Tondokumente. Die Außenstelle bietet regelmäßig thematische Archivführungen an.

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Kommentare (1)

in Neubrandenburg an alles in diesem Fall kein Archiv was den neuesten Standards entspricht, beim Umzug vom Landessozialgericht nach Neustrelitz fehlten in Neubrandenburg die geeigneten Räumlichkeiten, bei der Justizvollzugsanstalt war der Sanierungsstau schuld, Zollamt nach Stralsund usw. Neubrandenburg wird immer mehr entzogen und vielleicht liegt es daran das Neubrandenburg einfach keine Stimme im Schweriner Landtag hat. Nach der Kreisgebietsreform wurde Neubrandenburg die Kreisfreiheit entzogen und damit die ehemaligen Kreisstädte Neustrelitz, Waren und Demmin nicht protestieren wurden in diesen Städten Ämter zugeteilt so das die Neubrandenburger zum Beispiel zum Grundbuchamt nach Demmin müssen, Umweltamt in Waren usw. Mehr Irrsinn konnte meiner Meinung nach bei dieser Reform nicht rauskommen. Das hat das Land Brandenburg schnell erkannt und ihrerseits die Reform garnicht erst umgesetzt.