Sturer Vogel
Storch verursacht Stau in Altentreptow

Altentreptows Storch (links) nahm sich Sonnabend viel Zeit, seine unmittelbare Umgebung zu erkunden. Dazu gehörte auch die Fritz-Reuter-Straße. Dieser Storch (rechts) ließ sich ohne weiteres am Teetzlebener Mühlenteich fotografieren.
Altentreptows Storch (links) nahm sich Sonnabend viel Zeit, seine unmittelbare Umgebung zu erkunden. Dazu gehörte auch die Fritz-Reuter-Straße. Dieser Storch (rechts) ließ sich ohne weiteres am Teetzlebener Mühlenteich fotografieren.

Die Störche sind wieder eingeflogen und sorgen für aufregende Momente in Altentreptow und Teetzleben.

Im Stau zu stehen, das gehört nicht zu den prickelnden Erlebnissen eines jeden Autofahrers. Doch jene, die sich am vergangenen Sonnabend zur Mittagszeit in der Altentreptower Fritz-Reuter-Straße hinten anstellen und in Geduld üben mussten, taten dies ausnahmsweise mal gern, als sie hörten, was der Grund für die kleine Pkw-Schlange war: Ein Storch war in Höhe der Tollense gelandet. „Er stand da gegen 11.45 Uhr und machte keine Anstalten, sich wieder in die Lüfte zu erheben“, berichtet Malermeister Jörg Reglin.

Einmal habe er gehupt, um zu schauen, ob ihn das Geräusch vertreiben würde. Es half nicht, Adebar stolzierte gelassen auf der Fahrbahn und ließ sich nicht hetzen von den wartenden Autofahrern. Reglin holte schließlich sein Handy heraus und machte ein paar Fotos von dem schwarz-weiß gefiederten Gesellen, der die Stauursache war. „Gefühlte fünf Minuten standen wir da wohl alle in der Schlange, ehe der Storch in Richtung Bürgersteig lief und die Fahrbahn räumte.“ Der Malermeister hofft sehr, dass es der Treptower Storch sei, der gerade neben der Reuterstraße ein neues Nest bekommen hat.

Jungstorch auf der Straße

Die gesamte Ankunft des Storches hat der Altentreptower Manfred Ossenschmidt verfolgen können. Er kam gerade aus seinem Garten an der Tollense und wollte nach Hause, als er plötzlich sah, wie sich der Storch aus Richtung Tankstelle näherte und auf der Grünfläche hinter dem Wehr landete. „Man konnte schnell sehen, dass es sich um einen Jungstorch handelte. Er machte einen sehr erschöpften Eindruck und ging auch gleich auf Futtersuche“, berichtete Ossenschmidt. Erst stolzierte er nur auf dem Bürgersteig, wechselte dann aber über die Straße und alle Autos hielten an. „Autofahrer und viele Vorbeikommende zückten ihre Handys, um diese einmalige Situation per Bild festzuhalten. Wann kann man einem Storch so nahe sein?“ Er habe noch erkennen können, dass der Jungstorch einen Chip trug. Wie Reglin hofft jetzt auch Ossenschmidt, dass Meister Jungstorch im neuen Nest heimisch wird.

Eine besondere Begegnung mit dem Storch wurde auch aus Teetzleben gemeldet. „Wolfgang Kliegel, ein aufmerksamer Angler vom Angelsportverein Teetzleben, schickte mir heute einige Bilder vom ersten Storch in Teetzleben“, schreibt der Vorsitzende des Vereins Frank Deutschmann per Mail an die Lokalredaktion. Als Lebensraum suchte sich Adebar den Mühlenteich im Dorf aus. Das spreche natürlich für die gute Artenvielfalt an dem Gewässer. Aber Frank Deutschmann hat noch eine Beobachtung gemacht, die er merkwürdig findet: Der Storch müsse sehr treu zu Menschen sein, weil er sehr viele Bilder von Bekannten und diesem Storch bei WhatsApp sehe.