Supermarkt-Umbau

Döner-Laden verzögert neues Pflegezentrum in Neubrandenburg

Ursprünglich sollte die neue Pflegeeinrichtung in Neubrandenburgs Südstadt bereits im Frühsommer eröffnet werden. Aber ein Imbiss-Besitzer hat etwas dagegen.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Weil der Besitzer klagte, um seinen Döner-Laden weiterhin im Gebäude zu halten, verzögert sich die Fertigstellung des Awo-Pflegezentrums drastisch.
Weil der Besitzer klagte, um seinen Döner-Laden weiterhin im Gebäude zu halten, verzögert sich die Fertigstellung des Awo-Pflegezentrums drastisch. Dennis Bacher
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Neubrandenburg.

Bauleiter Pierre Seemann ist guter Dinge. Dabei hat er eigentlich allen Grund sich zu ärgern. „Wenigstens spielt uns momentan das gute Wetter in die Karten“, lächelt der Mann von der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Seemann ist gemeinsam mit seinem Team verantwortlich für den Umbau der ehemaligen Kaufhalle in Neubrandenburgs Südstadt.

Ein neues Pflegezentrum ist geplant. Therapie, Treffpunkt und Tagespflege soll es künftig dort geben, wo Anwohner ehemals Butter, Brot und Bier bekamen. Vergangenes Jahr plante die Awo Neubrandenburg noch damit, die Renovierung des einstigen Supermarktes neben der Schwimmhalle spätestens im bevorstehenden Frühsommer fertigzustellen. Aber: „Das wird wohl auch in diesem Jahr nichts mehr“, informiert Pierre Seemann nun.

Döner schloss Tore erst sehr spät

Grund für die herbe Verzögerung sei ein Rechtsstreit mit dem Betreiber des Döner-Imbisses im selben Gebäude gewesen. Anfang des vergangenen Jahres wurde laut Awo-Geschäftsführer Martin Jennerjahn versucht, sich gemeinsam mit dem Bistro-Besitzer vertraglich zu einigen. Doch der Betreiber klagte, wollte den Standort mitsamt Außenterrasse nicht so einfach hergeben.

Obwohl sich die Immobilie längst im Besitz des Awo-Stadtverbands befinde, dauerte es laut Seemann letztlich bis Oktober, ehe sich der Döner-Spieß im rechten Abschnitt der Halle zum letzten Mal um die eigene Achse drehte und der Imbiss endgültig seine Tore schloss. „Erst dann konnten wir mit dem Umbau beginnen“, erklärt der Bauleiter. Gut zehn Monate später als ursprünglich einmal anvisiert.

Therapie-Angebote mit Pflege verbinden

Mittlerweile ist die Immobilie von Baufahrzeugen umstellt. Seemanns Team kümmert sich aktuell darum, das Innenleben des leer stehenden Objekts zu entkernen. Wenn das Wetter weiterhin so gut mitspiele, könne im Idealfall schon im Mai mit dem Mauern begonnen werden.

Das Konzept der Awo sieht an der Neustrelitzer Straße laut Geschäftsführer Jennerjahn vor, Tagespflege, moderne Begegnungsstätte sowie eine Gemeinschaftspraxis von Physio-, Logo- und Ergotherapie an einem Standort zu vereinen. Der große Bedarf in der Südstadt habe die Organisation dazu bewogen, dort ein solches Zentrum zu entwickeln. Ausgebildetes Fachpersonal des Awo-Pflegedienstes solle stets vor Ort sein, um auch den Bedarf an ambulanter Pflege abzusichern. Ziel sei es, die Therapie-Angebote enger mit der Pflege zu verzahnen.

Bis die vielen Senioren aus der direkten Umgebung ein derartiges Angebot direkt vor der Haustür nutzen können, haben die Bauleute um Pierre Seemann allerdings noch einiges zu tun. „Vielleicht gelingt es uns – wenn alles glatt läuft – das Gebäude noch vor Weihnachten bewohnbar zu machen.“ Mit der endgültigen Fertigstellung rechnet der Bauleiter aber nicht vor dem Frühjahr 2020. Aus den dereinst geplanten anderthalb Jahren Bauzeit wären dann gar drei geworden. Doch solange die Sonne scheint, ist zumindest für Pierre Seemann alles in Ordnung.