Dieses Plakat-Motiv der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung wirbt auf dem Parkplatz am Stargarder Tor mit
Dieses Plakat-Motiv der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung wirbt auf dem Parkplatz am Stargarder Tor mit dem Bild von zwei Männerkörpern für die Verwendung von Kondomen. Mirko Hertrich
Gesundheitliche Aufklärung

Streit um Sex-Plakat mit Schwulen-Paar in Neubrandenburg

Auf einem Aufklärungsplakat auf einem Parkplatz in Neubrandenburg ist ein homosexuelles Pärchen in freizügiger Pose zu sehen. Das stößt auf Kritik.
Neubrandenburg

In Neubrandenburg gibt es eine Kontroverse um ein Plakat mit zwei Männern zur Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten. Der Vorstand des Neubrandenburger Vereins Queer NB wies mit scharfen Worten die Aussage eines Mitglieds der konservativen Fraktion Bürger für Neubrandenburg (BfN) zurück.

Sowas gehöre an keinen Schulweg, hatte Tim Großmüller von der BfN am Wochenende auf seiner Facebook-Seite zu einem Plakat der Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) über sexuell übertragbare Infektionen geschrieben. Der Verein Queer NB geht davon aus, dass in der Kritik neben dem Motiv eines gleichgeschlechtlichen Paares auch auf den Ort des Plakats abgezielt wird, das auf dem „Divi-Parkplatz” nahe des Stargarder Tor steht. In der Nähe des Parkplatzes befinden sich das Sportgymnasium, die Evangelische Schule und die Integrierte Gesamtschule (IGS) .

„Kinder in der Frühfindungsphase schützen”

Der Vorstand des Vereins Queer NB widersprach Großmüller: „Solche Plakate gehören nicht nur auf den Schulweg, sondern auch in den Unterricht weiterführender Schulen”, teilte der Vereinsvorsitzende Marcel Spittel mit. Jugendliche müssten in der Schule über Sexualität aufgeklärt werden, um etwa Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten zu erwerben und sich entsprechend schützen können. „Wer dieses Thema in die Schmuddelecke schiebt, leistet der Gesundheit junger Menschen einen Bärendienst.“ Er verwies zudem darauf, dass die Kampagne Motive verschiedener sexueller Orientierung zeige.

Unternehmer Tim Großmüller sagte Nordkurier, viele Bürger der Stadt Neubrandenburg seien in den vergangenen Tagen auf ihn zugekommen und hätten ihre Wut zum Ausdruck gebracht. Er habe grundsätzlich nichts gegen Homosexuelle. Ihn hätte es auch gestört, wenn auf dem Plakat ein heterosexuelles Paar zu sehen wäre. „Auf einem Schulweg kann man das anders lösen.” Ihm gehe es darum, Kinder, die dort langgehen, in deren Frühfindungsphase zu schützen, derweil Großmüller nach eigenen Worten davon ausgeht, dass versucht werde, ihm „Schwulheit überzustülpen”.

 

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