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Stromausfall in Neubrandenburg macht Hotelführung wütend

Der Ausfall der Stromversorgung in weiten Teilen Neubrandenburgs am Montagabend hat das Hotel „Am Ring“ mit am schwersten getroffen.
Der Ausfall der Stromversorgung in weiten Teilen Neubrandenburgs am Montagabend hat das Hotel „Am Ring“ mit am schwersten getroffen.
JohanSwanepoel - Fotolia.com/Susanne Schulz

Der Stromausfall am Montagabend in Neubrandenburg hat für Chaos im Hotel „Am Ring“ geführt und Weihnachtsfeiern platzen lassen.

Nichts im Magen – aber dafür einen Fußmarsch bis in die 12. Etage. Der Ausfall der Stromversorgung in weiten Teilen Neubrandenburgs am Montagabend hat das Hotel „Am Ring“ wie ein Blitz getroffen. „Zwei geschlossene Gesellschaften, die insgesamt 80  Weihnachtsessen vorbestellt hatten, mussten ohne gespeist zu haben wieder abrücken.“ Zwischen 20 und 35 Euro hätte das Dinner pro Gast gekostet, rechnet Hotel-Geschäftsführerin Elfrun Scheller vor. „Geld, das uns jetzt fehlt.“

Damit aber längst nicht genug. Der knapp eineinhalbstündige Stromausfall hat in der höchsten Herberge der Stadt noch zu ganz anderen Problemen geführt. „Gerade in der Hauptanreisezeit saßen wir im Dunklen“, schimpft die Hotel-Chefin. Hotel-Gäste, die bereits im Besitz ihrer Zimmerschlüssel waren, mussten zu Fuß bis in die 12. Etage laufen, andere harrten in der von Kerzenlicht und Notbeleuchtung mühsam erhellten Lobby aus. „Aber weil wegen des Stromausfalls auch unser komplettes Reservierungsportal ausfiel, konnte niemand bei uns ein- oder auschecken.“

Im benachbarten Parkhaus blieben die Schranken unten, Dutzende Autofahrer kamen nicht aus dem Gebäude raus, etwa 30 standen vor dem Haus Schlange. „Viele Gäste reagierten sehr verständnisvoll, bei denen möchten wir uns bedanken“, so Elfrun Scheller weiter. Andere hingegen ließen ihren Zorn am Hotelpersonal aus. „Dabei konnten wir wirklich nichts dafür“, sagt die Hotel-Chefin und redet sich in Rage: „Von den Stadtwerken haben wir nichts erfahren. Und von wegen, schnell soll der Strom wieder da gewesen sein.“

Die Hotel-Führung will den Stadtwerken eine Rechnung über ihre finanziellen Ausfälle präsentieren, kündigt Elfrun Scheller an. Viel Hoffnung auf eine Einigung hat sie indes nicht: „Das hat auch in der Vergangenheit nicht geklappt“. Über die genaue Ursache des Stromausfalls war am Dienstag von den Stadtwerken zu erfahren, schuld am Ausfall seien zwei Fehlerstellen in Kabelummantelungen gewesen.

Auch Ampeln, unter anderem auf dem Ring, waren betroffen und blieben dunkel. Zum Glück musste die Polizei aber zu keinem Verkehrsunfall deswegen rausrücken, hieß es.

Der Neubrandenburger Unternehmer Jürgen Robbel zeigte sich in dem Zusammenhang auch nicht gut auf die Stadtwerke zu sprechen. „In der vergangenen Woche, als am Mittwochmorgen schon mal der Strom ausfiel, mussten sechs Handwerker bei mir tatenlos herumsitzen. Wer bezahlt mir das?“ Zum Glück, so der Gastronom, habe in der firmeneigenen Küche in der Woldegker Straße am Montagabend kein Catering zubereitet werden müssen. So hatte er Zeit, sein Kind aus der Musikschule abzuholen. „Dort fiel wegen fehlenden Stroms auch alles aus“.

Kommentare (6)

Ein eineinhalbstündiger Stromausfall ist kein Weltuntergang. Wenn man das hier liest, so könnte man beinahe meinen, das Hotel "Am Ring" sei am Verlumpen. Im Jammern sind die jedenfalls ganz groß.

Das Problem liegt ja nicht nur in den Bereichen, die keinen Strom hatten. Auch in den stromversorgten Stadtteilen kam es zu Problemen und Schäden. Ich hatte gerade ein Ersatzteil eingebaut, dessen Original am letzten Mittwoch durch eine Spannungsspitze/Spannungsschwankung ausgefallen war, als kurze Zeit später, als eben gerade auch alles wieder funktionierte, die nächste Spannungsschwankung/-spitze kam (s.o.), die zwar keinen erneuten Hardwareausfall auslöste, aber sämtliche Konfigurationen eines komplexen Gerätes zerschoss, was zwei Stunden intensiver Arbeit zur Fehlereingrenzung und -behebung bedurfte. Der dafür konsultierte Techniker hat einen Stundensatz von 140 € zuzüglich Spesen. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Ein eineinhalbstündiger Stromausfall ist kein Weltuntergang. Richtig! Was zählen ausgefallene Systeme, was zählen ausgefallene Fahrstühle, was zählen Verdienstausfälle. Gemessen an den Äonen der Zeiten, die auf der Erde vergingen ist so ein kurzer Stromausfall nun wirklich nichts. Ein Wimpernschlag .. Ich hoffe nur, Elionore wusste, wovon sie schrieb ... Gut, so ein Stromausfall kann passieren, wer rechnet mit Fehlerstellen in Kabelummantelungen??? Ok, es gibt Messmöglichkeiten, kosten aber Geld. Das aus meiner Sicht Schlimme ist das Wegducken! Ja, ein Kabel kann kaputt gehen und wenn dies geschieht, so hat der Versorger, der ja damit auch sein Geld macht, die Pflicht und Schuldigkeit zur Information. Und genau daran hapert es in unserer so wirtschaftlich orientierten, bei Fehlersituationen nicht informativen und ansonsten sich nicht verantwortlich fühlenden Welt ... Ist nicht systemimmanent, aber zeugt von Unverständnis zu einer Welt, in der alle gemeinsam leben ...

Geschäfte, Apotheke, Gaststätten, Geldautomaten, andere Dienstleister (Fitness-Center, Salzgrotte), Pizzabäcker geschlossen, einige Callcenter arbeitsunfähig, Straßenlaternen aus und somit Sicherheitsrisiko für Fußgänger, Ampeln aus und somit Schwierigkeiten breite Straßen zu überqueren. Wenn man vorher wüsste, wie lange Stromausfall ist, kann man sich einstellen. Aber das ist Blödsinn. Am expliziten Beispiel Hotel wird deutlich, dass Stromausfall von 90 Minuten große Schäden und Folgen verursachen.

Ist ja wohl ein bissl viel verlangt 100% Sicherheit zu verlangen. Schon alleine die ganzen Baumaßnahmen in der Stadt reichen aus das der Strom mal länger ausfallen kann. Wer auf eine ständige Versorgung angewiesen ist sollte Vorsorgen mit einer Notstromversorgung. Das ist ja nicht zu viel verlangt. Sicher es kostet ein wenig Geld, und schmälert den Gewinn macht aber unabhängig und verursacht keinen Stress bei den Kunden.

Hier in Deutschland mit Vollversorgungs- und Vollkaskomentalität darf man ja wohl erwarten, dass in jeglichen Lebenssituationen alles und immer funktioniert.