PARKDECK?

Studenten baden Parkplatzstreit in Neubrandenburg aus

Mitarbeiter, Kleingärtner, Anwohner und Studenten kämpfen um die wenigen Parkplätze rund um die Hochschule. Die CDU-Fraktion sieht dringenden Handlungsbedarf, doch Stadt und Hochschule sind sich uneinig, wer eine Lösung finanzieren soll.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Ein Parkdeck wie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum schwebt der CDU-Fraktion in der Neubrandenburger Stadtvertretung auch an der Hochschule vor. 
Ein Parkdeck wie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum schwebt der CDU-Fraktion in der Neubrandenburger Stadtvertretung auch an der Hochschule vor. Thomas Beigang
Als möglicher Standort für für ein Parkdeck wie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum (kl. Foto) käme der große Parkplatz an der Hochschule in Frage. Zwei bis drei Euro soll das Tagesticket kosten. 
Als möglicher Standort für für ein Parkdeck wie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum (kl. Foto) käme der große Parkplatz an der Hochschule in Frage. Zwei bis drei Euro soll das Tagesticket kosten. Privat
Neubrandenburg.

Seit Monaten gibt es auf den Straßen und Parkplätzen rund um die Hochschule Neubrandenburg kaum freie Parkplätze. Autos kurven langsam durch die teils engen Straßen auf der Suche nach einem Stellplatz. Kaum ist etwas frei, flutscht man mit dem Auto schnell in die Lücke oder das Fahrzeug wird verbotenerweise auf dem Grünstreifen abgestellt – etwa am Ende der Brodaer Straße. Das kann richtig teuer werden: Bis zu 50 Euro kostet es, wenn man vom Ordnungsamt erwischt wird. Gerade für den schmalen studentischen Geldbeutel ist das schmerzlich. Doch viele, die auf das Auto angewiesen sind, sehen kaum eine andere Möglichkeit angesichts der herrschenden Parkplatznot.

Der CDU-Fraktion in der Neubrandenburger Stadtvertretung fordert jetzt eine Linderung der Parkplatznot und greift dazu einen vorhandenen Plan auf. „Es gab in der Vergangenheit bereits die Überlegung, ein Parkdeck aufzustellen”, erläutert der langjährige Ratsherr Wilfried Luttkus den Vorschlag, der nach umfänglicher Diskussion in der Fraktion gemacht wurde. Seinen Fraktionskollegen und ihm schwebt eine Lösung ähnlich wie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in der Oststadt vor. Die Parkgebühren sollten seiner Ansicht nach mit zwei bis drei Euro am Tag moderat ausfallen.

„Dies wäre eine Möglichkeit, die Situation zu entkrampfen”, sagt Luttkus dem Nordkurier. Ein anderer Vorschlag aus seiner Feder, könnte die Betroffenen deutlich teurer kommen, aber auch Geld in die Stadtkasse spülen: mehr Kontrollen. „Eine Möglichkeit wäre, das geltende Parkverbot nachhaltig durchzusetzen”, betont der CDU-Politiker. Das bedeute mehrfache Kontrollen am Tage, aber auch nach 16 Uhr und an den Wochenenden. Luttkus hat bereits ausgerechnet, dass dies Einnahmen von über 100.000 Euro im Jahr an Bußgeldern bringen könnte.

Provisorische Flächen vorgeschlagen

Als eine weitere Möglichkeit schlägt der Ratsherr vor, dem Problem durch die Schaffung von provisorischen Parkflächen beizukommen. Die Grünflächen könnten dafür mit Kies oder Brechsand aufgefüllt werden. „Dies wäre aus meiner Sicht sehr schnell zu erledigen”, sagt er. Die Kosten hierfür sollten bereits erwirtschaftet sein.

Das Thema beschäftigte schon die Stadtvertretung. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) äußerte dort, dass er die Hochschule in der Verantwortung sieht, mehr Parkraum zu schaffen. Die Hochschule sieht wiederum die Stadtverwaltung in der Pflicht. Luttkus hat genug von diesem Zuschieben des Schwarzen Peters. Eine Studentin habe ihm jüngst geschrieben, sie sehe es nicht ein, „warum die Studierenden dafür bezahlen sollen, dass Stadt und Hochschule seit Jahren keine Lösung für das Problem finden”. Er fordert eine „schnelle und dauerhafte Lösung” für alle Parkplatzsuchenden.

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Kommentare (3)

Luttkus reicht das nicht. Er fordert, dass regelmäßig und nachhaltig kontrolliert wird, um die Zahl der Falschparker zu reduzieren: „Entweder ich kontrolliere oder ich lasse es.“ Seiner Rechnung nach könnte die Stadt dabei im Jahr rund 120.000 Euro einnehmen. (NK v. 19.10.18)

Da sind Studenten noch mit dem Fahrrad zur Uni/ FH gefahren. Die edlen Damen und Herren sind aber auch verwöhnt...

Sind Parkplätze vorhanden? Ja. Ist die FH mit ÖPNV erreichbar? Ja! Steht irgendwo geschrieben nur weil ich ein Auto habe muss überall ein Parkplatz vorhanden sein? Nein! Also lasst die Umweltsau Auto zu Hause stehen und kommt mit Bus, Bahn und Fahrrad zur FH, Garten oder Arbeit. Oder denkt mL über Fahrgemeinschaften nach.