ANSCHLAGSDROHUNG

Terror-Ermittlung gegen Neubrandenburger Soldaten ziehen sich hin

Zwölf Monate ist es her, dass die Sicherheitsbehörden mit einem Großaufgebot das Anwesen eines Bundeswehr-Soldaten bei Neubrandenburg durchsuchten. Hatte der Soldat einen Anschlag geplant?
Rund 70 Polizisten, darunter maskierte SEK-Kräfte, durchsuchten am 14. September bei Neubrandenburg Wohn- und Geschä
Rund 70 Polizisten, darunter maskierte SEK-Kräfte, durchsuchten am 14. September bei Neubrandenburg Wohn- und Geschäftsräume wegen des Verdachts auf Androhung einer staatsgefährdenden Gewalttat. Felix Gadewolz
Neubrandenburg ·

Bei der Razzia vor einem Jahr packten die Sicherheitskräfte das ganz große Besteck aus. Rund 70 Beamte, darunter Spezialeinsatzkräfte (SEK), durchsuchten am 14. September 2020 Wohn- und Geschäftsräume eines Angehörigen der Bundeswehr in Sponholz bei Neubrandenburg. Auch Sprengstoffexperten und Suchhunde kamen zum Einsatz. Der Vorwurf wiegt schwer. Gegen den Mann lag der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Kurz gesagt: Er soll einen Anschlag geplant haben.

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Ob der Vorwurf sich erhärtet hat, ist auch zwölf Monate nach der martialischen Durchsuchung weiter offen. Die Auswertungen seien noch nicht abgeschlossen und liefen weiter, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock, Harald Nowack, am Montag auf Nachfrage dem Nordkurier. Zum Grund für die Dauer der Ermittlungen machte die Ermittlungsbehörde keine Angaben.

Ausgangspunkt für die Aktion waren umfangreiche Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in enger Kooperation mit Verfassungsschutz und Strafverfolgungsbehörden. Bei der Durchsuchung des Anwesens an der B 197 in der Nähe des Sponholzer Bahnhofs waren unter anderem elektronische Speichermedien sichergestellt worden, die ausgewertet werden sollten.

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Weiterhin Uniform-Verbot für den Soldaten

Nach damaligen Recherchen des ARD-Politmagazins „Kontraste“ soll der Verdächtige führende Mitarbeiter des MAD mit dem Tode gedroht haben, offenbar aus Verärgerung darüber, dass ihm von dem militärischen Geheimdienst ein Auslandseinsatz versagt wurde, weil man ihn als „nicht verfassungstreu“ einstufte. Der 41-Jährige, der in Afghanistan im Auslandseinsatz war und privat auch als Kampfsportler aktiv ist, soll laut „Kontraste“ Kontakt zu einer dubiosen Sicherheitsfirma haben, die unter Verdacht steht, von Rechtsradikalen beeinflusst zu sein.

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Der Soldat, der in der Neubrandenburger Tollense-Kaserne bei der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ Dienst tut, wurde als Konsequenz der Ermittlungen freigestellt. Für ihn bestehe weiterhin das Verbot der Dienstausübung sowie des Tragens der Uniform, sagte ein Sprecher der Panzergrenadierbrigade dem Nordkurier.

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Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen, auch weil es in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern wie auch bundesweit wiederholt Anhaltspunkte auf Kontakte von Sicherheitskräften aus Polizei und Bundeswehr in die rechte Szene gegeben hatte. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt nach einer Razzia aktuell gegen mehrere Bundeswehrreservisten, die sich zu einer rechtsextremen Wehrsportgruppe zusammengeschlossen haben sollen.

 

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Kommentare (3)

So siehts aus. NK der Beitrag war ja ein Aufmacher. Oh Gott armselig wie immer.

Aber bitte, wo ist der Sinn in diesem Artikel? Bislang keine neuen Erkenntnisse zu diesem Fall, bedeutet für mich, eine Berichterstattung ist unnötig.

Immer noch nichts gefunden. :)