POLIZEIEINSATZ

▶ Terrorverdächtiger bei Neubrandenburg soll Soldat sein

Der Einsatz in Sponholz bei Neubrandenburg läuft noch. Dass es sich beim Verdächtigen um einen Soldaten aus der Tollense-Kaserne handeln soll, bestätigt die Staatsanwaltschaft nicht.
Beim Verdächtigen soll es sich um einen Soldaten handeln.
Beim Verdächtigen soll es sich um einen Soldaten handeln. Felix Gadewolz
Sponholz.

Nach Informationen des RBB-Nachrichtenmagazins „Kontraste“ handelt es sich bei dem 40-jährigen Verdächtigen, dessen Grundstück in Sponholz bei Neubrandenburg am Montagmorgen durchsucht worden ist, um einen aktiven Bundeswehrsoldaten, der in der Tollense-Kaserne in Neubrandenburg stationiert ist. Der Mann pflegt nach Kontraste-Recherchen gute Kontakte in rechtsextreme Kreise. Die Rostocker Staatsanwaltschaft will dies auf Nordkurier-Anfrage nicht bestätigen.

Hier finden Sie eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse am Montag: ▶ Extremismusverdacht – Razzia bei Neubrandenburger Soldaten.

Der Presseoffizier der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern", welche in der Tollense-Kaserne stationiert ist, bat auf Nordkurier-Anfrage ebenfalls um Verständnis, dass man zu laufenden Ermittlungen keine weiteren Auskünfte gebe.

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Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt

„Wir ermitteln gegen einen 40-jährigen Deutschen”, wie Oberstaatsanwalt Harald Nowack dem Nordkurier sagt. In Fällen des Verdachts einer „schweren staatsgefährdenden Straftat” liegt landesweit die Zuständigkeit in Rostock.Ob es sich bei dem Verdacht um die Planung eines Anschlags auf Gebäude oder einzelne politische Akteure handelt, ließ sich noch nicht sagen. „Wir nehmen bei der Durchsuchung erst einmal alles mit und werten es die Tage aus”, erläutert der Oberstaatsanwalt und verweist ausdrücklich auf auf die Unschuldsvermutung.

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Vor Ort sind rund 70 Einsatzkräfte aktiv. Langsam schiebt sich die Fahrzeugkolonne auf der B 197 in Richtung Neubrandenburg weiter. Vorbei am Bahnhof in Sponholz, vorbei an dem Gelände eines kleinen Autohandels. Auf der anderen Straßenseite lehnen Polizeibeamte an ihren Fahrzeugen. Ihre Kollegen haben gerade das Haus gegenüber im Visier.

Munitionsbergungsdienst im Einsatz

Groß bekannt in der Gemeinde sind die Bewohner noch nicht. Sie sollen das Gebäude vor ein paar Jahren gekauft haben, berichten Anwohner dem Nordkurier. Im angrenzenden Autohaus ist nichts über die Bewohner in Erfahrung zu bringen. Auf Bitten des LKA erteilt man dort Reportern keine Auskünfte.

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Dass der Munitionsbergungsdienst ebenfalls im Einsatz war, sei ausdrücklich kein Hinweis darauf, dass auch Sprengstoff in dem Haus bei dem Verdächtigen vermutet werde, heißt es es weiter. „Das ist bei solchen Einsätzen Routine”, sagt Nowack.

Eine schwere staatsgefährdende Gewalttat ist laut dem Strafgesetzbuch eine Straftat gegen das Leben oder gegen die persönliche Freiheit, die geeignet ist, den Bestand oder die Sicherheit eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beeinträchtigen oder Verfassungsgrundsätze der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen, außer Geltung zu setzen oder zu untergraben. Dazu kann zum Beispiel die Herstellung oder der Umgang mit Schusswaffen, Sprengstoffen, Spreng- oder Brandvorrichtungen zählen oder Stoffen, die Gift enthalten.

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