CORONA-PANDEMIE

Test von Luftfiltern an Neubrandenburger Schulen noch im August

Für drei Wochen will die Stadt Neubrandenburg mobile Luftfilteranlagen in ihren Schulen testen und dann über eine Anschaffung entscheiden. Dabei ist die Wirksamkeit wohl nicht bewiesen.
Ein Luftfilter steht in einem Klassenraum an der Grundschule in Bayern. Die Stadt Neubrandenburg will nach einer Entscheidung
Ein Luftfilter steht in einem Klassenraum an der Grundschule in Bayern. Die Stadt Neubrandenburg will nach einer Entscheidung der Stadtvertretung solche Geräte mieten und testen. Danach soll über einen Kauf entschieden werden. Sven Hoppe
Neubrandenburg ·

Lüften, Testen und Maske tragen werden in Corona-Zeiten auch zu Beginn des neuen Schuljahres groß geschrieben. Nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtvertretung im April auf Antrag von CDU und Linke will die Stadtverwaltung nun im August für drei Wochen mobile Lüftungsgeräte testen, wie Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) im Hauptausschuss der Stadtvertretung ankündigte. Aktuell laufe die Vorbereitung der Testphase. Getestet würden Mietgeräte von fünf verschiedenen Herstellern, jeweils zwei an einer Schule pro Woche.

Nach den Worten des Rathauschefs wurde bei den städtischen Schulen der Bedarf angefragt. Dieser belaufe sich auf insgesamt 148 mobile Geräte. Sechs von neun Schulen wünschten eine Testung, zwei lehnten dies ab und eine habe nicht reagiert. Anforderung an die Geräte sei, dass diese bei geringer Dezibelzahl pro Stunde 900 Kubikmeter Luft filtern.

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Gesamtkosten würden sich auf 600.000 Euro summieren

Nach der Testphase sollten die Schulen den Angaben zufolge bewerten, ob eine beeinträchtigungsarme Nutzung im Schulbetrieb möglich ist und ihr Interesse an den mobilen Geräten bekunden. Dies könnte die Stadt aber teuer kommen. Die Kosten für entsprechende Geräte belaufen sich pro Stück auf 4000 Euro, wie Silvio Witt erläutere. Die Gesamtkosten würde sich damit auf fast 600 000 Euro summieren. Allerdings stelle das Land Zuschüsse in Aussicht über den MV-Schutzfonds. Bei mobilen Lüftungsgeräten bestehe die Möglichkeit einer Förderung von 60 Prozent oder maximal 1750 Euro pro Gerät.

Der OB äußerte im Hauptausschuss seine „persönliche Meinung“, dass ein Test im August möglicherweise „nicht ganz so sinnvoll ist“, weil in den Sommermonaten die Fenster permanent geöffnet seien. Wie man die Wirksamkeit der Geräte feststellen könne, werde aber mit den Lehrerinnen und Lehrern vor Ort besprochen, „um so zu guten Testergebnissen zu kommen“.

Filter aus den Geräten gelten als Sondermüll

Laut Witt besteht auch eine „sehr differenzierte Sichtweise“ zum Nutzen der Geräte. Es gebe Studien, dass die Wirksamkeit „nicht so ist, wie man sich vorstellt und sie nicht das Lüften ersetzen“. Auch die Entsorgung der Filter stelle eine Herausforderung dar, weil diese als Sondermüll gelten würden. Der Landkreis habe sich aus diesen Gründen entschieden, keine mobilen Lüftungsgeräte anzuschaffen.

CDU-Fraktionschefin Diana Kuhk sprach sich dafür aus, die Testzeit zu nutzen, mahnte aber gleichzeitig an, dass diese schnell beginnen müsse. „Wenn wir am Montag anfangen, haben wir noch drei Wochen im August“. Auch der Vize-Vorsitzende der Linksfraktion, Jan Kuhnert, begrüßte die Testphase, monierte aber, dass nach dem Entschluss der Stadtvertretung bereits 15 Monate vergangen sind. Diana Kuhk unterstrich, „es entspricht unsere politischen Intention, dass wir alles nutzen wollen, was möglich ist und was Entlastung in den Schulen bringt“.

 

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Kommentare (1)

Merken unsere "Oberen" eigentlich wie geistig nichtig Sie sind.... Testen Sie doch gerne erstmal an sich selber, bevor Sie diese Technik meinem Kind zumuten. Diese Personen erhalten meine Stimme nicht....