RÄUMUNGS-URTEIL

„Thor Steinar“-Laden in Neubrandenburg legt Berufung ein

Das Landgericht Neubrandenburg hatte entschieden, dass der „Thor Steinar“-Laden geräumt werden muss. Der Betreiber des Ladens möchte gegen dieses Urteil vorgehen.
dpa
Der Thor Steinar-Laden in Neubrandenburg firmiert unter dem Namen Tønsberg.
Der Thor Steinar-Laden in Neubrandenburg firmiert unter dem Namen Tønsberg. Simon Voigt
Im Januar 2020 war es zu einer „Farbbombenattacke“ auf die Fassade des „Thor Steinar”-Ladens in Neubra
Im Januar 2020 war es zu einer „Farbbombenattacke“ auf die Fassade des „Thor Steinar”-Ladens in Neubrandenburg gekommen. Tim Prahle
Immer wieder war gegen das Geschäft in der Innenstadt friedlich demonstriert worden.
Immer wieder war gegen das Geschäft in der Innenstadt friedlich demonstriert worden. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Der Rechtsstreit um die Räumung eines „Thor Steinar“-Ladens in Neubrandenburg geht ans Oberlandesgericht Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Wie ein Sprecher des Landgerichts Neubrandenburg am Dienstag erklärte, haben die Ladenbetreiber Berufung gegen das Urteil von Anfang März eingelegt. Wann mit einer Entscheidung darüber zu rechnen ist, sei noch nicht abzusehen.

Das Landgericht hatte zuvor entschieden, dass die Skytec Outlets GmbH mit Sitz in Mittenwalde (Brandenburg) als Geschäftsbetreiber den Laden im Stadtzentrum räumen muss. Beide Seiten hatten nach der Zustellung des schriftlichen Urteils einen Monat Zeit, um über eine Berufung beim Oberlandesgericht zu entscheiden.

Proteste gegen den Laden

Die Vermieterin hatte gegen die Betreiber geklagt, weil sie sich über die Verkaufsabsichten vor allem in Bezug auf die Marke „Thor Steinar“ „arglistig getäuscht“ sah. Dem folgte das Gericht. Die Modemarke gilt vor allem in der rechtsextremen Szene als beliebt. Nach Ladenöffnung im Januar 2019 hatte es Proteste von Mitgliedern linker Gruppen gegeben – fast immer von Polizei begleitet. Im Januar 2020 war es zu einer „Farbbombenattacke“ auf die Fassade gekommen.

Wenige Meter weiter im gleichen Straßenzug liegen mehrere Büros der CDU, auch das Wahlkreisbüro des Innenministers des Landes, Lorenz Caffier. Der Neubrandenburger Laden hatte im März coronabedingt geschlossen, seine Kunden aber seit dem 20. April wieder begrüßt. Um Läden mit dieser Bekleidungsmarke gab es immer wieder Streit, unter anderem in Rostock, Hannover und Berlin.

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Kommentare (1)

Da sind 20 Kinder die uns die Welt erklären wollen und deswegen muss der Laden weg? Ein lächerlicher Vorgang der dazu sehr teuer für den Bürger wurde. Ich habe nichts gegen den Laden und finde er sollte bleiben.