Verdächtiges Pärchen schweigt

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Tierschützer verbittert über zunehmende Tierquälerei

Das Foto müssen wir heute erneut zeigen. Denn die Staatsanwaltschaft hat ein Pärchen, das für den Tod des kleinen Hundes verantwortlich sein soll, schon am Wickel. 
Das Foto müssen wir heute erneut zeigen. Denn die Staatsanwaltschaft hat ein Pärchen, das für den Tod des kleinen Hundes verantwortlich sein soll, schon am Wickel.
Tierheim NB

Der Tod des kleinen Hundes vor dem Tierheim in Neubrandenburg lässt Tierschützer fassungslos zurück. Aber bisher hat sich das verdächtige Neubrandenburger Pärchen nicht zu den Tierquälerei-Vorwürfen geäußert.

Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft hat ein Pärchen ermittelt, das stark verdächtig ist, die Schuld an dem Tod des kleinen Hundes zu tragen, der unweit des Tierheims in Neubrandenburg elend verdurstet und verhungert ist. Der 31-Jährige und seine drei Jahre jüngere Partnerin haben sich allerdings noch nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert.

„Die Vernehmungen aber“, sagte am Donnerstag Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler auf Nordkurier-Nachfrage, „sind nicht beendet und werden fortgesetzt“. Mehr könne er nicht sagen, so der Sprecher der Anklagebehörde, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Längere Leidenszeit, als wir uns vorstellen können

Deren Zahl immer höher wird. „Tierquälereien nehmen zu“, sagte am Donnerstag die Vorsitzende des Tierschutz-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommerns, die Demminerin Kerstin Lenz. Die natürlich längst von dem Fall in Neubrandenburg gehört hat. Die Sektion im Landes-Veterinäramt in Rostock hatte als Todesursache Verhungern und Verdursten zum Ergebnis. „Das dauert“, sagt die oberste Tierschützerin des Landes verbittert, „bis ein Hund verhungert. Der hatte ein längere Leidenszeit hinter sich, als wir uns alle vorstellen können.“

Aber leider, so Kerstin Lenz, wäre das kein Einzelfall, „wir haben mit immer mehr Fällen zu tun.“ Gerade sei sie dabei gewesen, als in einem kleinen Dorf aus einer Garage eine völlig unterkühlte Pyrenäenberg-Hündin gerettet werden musste. „Die wog statt 60 Kilogramm nur noch 30 Kilo und war zudem trächtig“, so die Tierschützerin. Die Menschen, so ihr Urteil, verrohen zunehmend.

Mit der Suche nach den Verdächtigen in Neubrandenburg hatte die Polizei nichts zu tun, bestätigte eine Sprecherin auf Nachfrage. Die Suche war Sache des Veterinäramtes in der Kreisverwaltung. Besonders schwer war das nicht – der kleine Hund trug noch eine Steuermarke aus Prenzlau und die vormalige Besitzerin in der Uckermark konnte angeben, in wessen Hände sie den Vierbeiner übergeben hat.