FUNDKATZEN IN NEUBRANDENBURG

Tierschutzverein geißelt Umgang mit Fundkatzen

Droht Kleingärtnern in Neubrandenburg eine Mäuse- und Rattenplage? Der Chef des Tierschutz-vereins befürchtet negative Folgen durch die Umsetzung der Verwaltungsvorschrift für Fundtiere in der Vier-Tore-Stadt.
Mit der neuen Verwaltungsvorschrift sind Fundbehörden verpflichtet, alle aufgefunden Haustiere als Fundtiere entgegenzune
Mit der neuen Verwaltungsvorschrift sind Fundbehörden verpflichtet, alle aufgefunden Haustiere als Fundtiere entgegenzunehmen und angemessen bis zu sechs Monate zu verwahren. Neubrandenburg will Streuner an einer zentralen Futterstelle versorgen. NK-Archiv
Neubrandenburg ·

Jetzt fährt auch der Neubrandenburger Tierschutzverein die Krallen aus. Nachdem bereits Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Kommunen scharf angegangen war für deren Ablehnung der neuen Verwaltungsvorschrift (VV) über das Verfahren zum Umgang mit Fundtieren, hagelt es jetzt harsche Kritik vom Chef des Neubrandenburger Tierschutzvereins, Kurt Kadow. Der Tierschutzverein Neubrandenburg im Deutschen Tierschutzbund habe einstimmig beschlossen, die Verfahrensweise zur Kastration freilebender Katzen nicht zu unterstützen, da diese Regelung der Tierheimordnung des Deutschen Tierschutzbundes widerspreche, teilte Kadow dem Neubrandenburger Ordnungsamtschef Jörg Schmiedel in einem Brief mit, der dem Nordkurier vorliegt.

Grund für die Ablehnung sind die Pläne der Stadt, im Zuge der Umsetzung der VV Fundtiere künftig eingefangenen Katzen, die als freilebend identifiziert werden, an zentralen Futterstellen an der Hintersten Mühle sowie am Tierheim in der Bergstraße zu versorgen. Letzteres wurde bis 2017 von Tierschutzverein betrieben, wird aber nun von der Neuwoges-Tochter Sozial- und Jugendzentrum Hinterste Mühle gGmbH geführt.

Mit der umstrittenen neuen Verordnung aus Schwerin werden Katzen gattungsmäßig den Haustieren zugeordnet, „obgleich sie gelegentlich herumstreunen oder gar verwildern“. Damit sind Katzen generell Fundtiere, deren Versorgung nun den Kommunen obliegt. Ist die Katze an den Menschen gewöhnt, wird sie im Tierheim untergebracht, handelt es sich um ein wildes Tier, will die Stadt Neubrandenburg die Katzen nach Kastration und medizinischer Versorgung an zentralen Futterstellen aussetzen und füttern. Dafür wird ein Kostensatz pro Tag von zwei bis drei Euro angesetzt.

Hier meldet der Tierschutzverein aber massive Bedenken an. „In der Falle ist jede Katze wild, ich weiß nicht, wie man das unterscheiden will“, gibt Kurt Kadow zu bedenken. Ordnungsamtsleiter Jörg Schmiedel hatte angeführt, dass die Mitarbeiter des Tierheims „mit ihrer Expertise“ an Menschen gewöhnte Freigängerkatzen oder ausgebüxte Tiere von wild lebenden Tieren unterscheiden können.

Drohen den Kleingärten Ratten- und Mäuseplagen?

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins hegt auch massive Zweifel daran, dass die Katzen – wie von der Stadt prognostiziert – nach dem Aussetzen an den ihnen zugedachten Futterstellen bleiben, sondern sich auf den gefährlichen Weg zu ihren angestammten Plätzen machen. „Wenn sie die Käfigtüre aufmachen, sind die gleich verschwunden.“

Der Neubrandenburger Tierschutzverein wünscht sich daher, dass die Katzen nach der Kastration – wie in der Tierheimordnung vorgesehen – gleich dort ausgesetzt werden, wo sie eingefangen wurden. Ansonsten fürchtet Kurt Kadow, dass gerade in Kleingärten, wo sich die freilebenden Katzen gerne tummeln, bald Mäuse und Ratten überhandnehmen. Die neue Verwaltungsvorschrift Fundtiere ist auch Thema bei der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Neubrandenburg am Sonnabend.

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Kommentare (1)

aber irgendwie hat keiner den Herrn Kadow aus Neubrandenburg verstanden. Wenn man ein Tier findet und es dann wieder an die selbe Stelle zurück bringt, dann kann es ja der Nächste finden. Irgendwie ist das merkwürdig, wenn ich eine Geldmünze finde, werfe ich sie doch auch nicht wieder hin. Außer, man könnte auf diese Weise die Katzen "vermehren". Das würde natürlich Sinn machen, weil dann ja das Ordnungsamt für mehr Katzen zahlen würde. Vielleicht ist die Idee doch nicht so schlecht. Wenn mein Sohn sein Guppyglas wieder verlieren würde und ich es finde und zu unserem Verein bringe, haben wir ja schon doppelt so viele Guppys gefunden und zählen kann die ja eh keiner.
Ich denke, ich muss das unseren Mitgliedern nur noch mal ordentlich erklären, vielleicht berichtet der Nordkurier ja weiter über den Herrn Kadow. Hauptsache keiner findet unseren Ex, der hat sich nämlich letzte Woche mit seinem Rollstuhl und dem Hund auf den Weg nach Berlin gemacht. Ein Glück, dass ich vorher die Idee mit der Sonderedition Maske mit Schlauch hatte, so konnten er und seine Kumpel im Zug gleichzeitig eine Maske aufsetzen und ihr Bier trinken, da brauchten sie sich wenigstens keine Sorge machen, dass sie nicht mit durften. Vielleicht müssen sie sich jetzt nur eine andere Demo aussuchen, wo es Freibier gibt.
Aber egal, Hauptsache er taucht nicht wieder auf. Ich habe schon echt Sorge, dass er auf der Demo dann Bocki-Bogdan oder den Kommentarlegstheniker trifft und dann kommt nur unnützes Zeug dabei heraus oder die überreden unseren Ex mit der entsprechenden Menge Freibier hier in MV eine Gegen-Anti-Corona-Demo zu organisieren. Wobei für zwei Kisten Bier würde er wahrscheinlich auch für Katzen demonstrieren.