Die beiden Angeklagten, hier mit verdeckten Gesichtern, erhielten Haftstrafen von viereinhalb Jahren bzw. drei Jahren und neun
Die beiden Angeklagten, hier mit verdeckten Gesichtern, erhielten Haftstrafen von viereinhalb Jahren bzw. drei Jahren und neun Monaten. Felix Gadewolz
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein 30-Jähriger aus Afghanistan von beiden am Neubrandenburger Oberbach so schwe
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein 30-Jähriger aus Afghanistan von beiden am Neubrandenburger Oberbach so schwer verletzt worden war, dass er starb. Mirko Hertrich
Polizeitaucher hatten die dafür genutzte Waffe, einen Holzpfosten, im Oberbach gesucht, aber nicht gefunden.
Polizeitaucher hatten die dafür genutzte Waffe, einen Holzpfosten, im Oberbach gesucht, aber nicht gefunden. Felix Gadewolz
Landgericht Neubrandenburg

Tod wegen Ehrverletzung – Urteil gefallen

Ein 20-jähriger Iraner und ein 17 Jahre alter Afghane sind in Neubrandenburg zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Urteil fiel milder als zunächst erwartet aus.
Neubrandenburg

Für den gewaltsamen Tod eines Mannes in Neubrandenburg sollen die beiden jungen Angeklagten für mehrere Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Neubrandenburg verurteilte den 20-jährigen Haupttäter am Dienstag zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahre und sechs Monaten, ein 17-jähriger Tatbeteiligter soll für drei Jahre und neun Monate in Haft. Beide wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, vom ursprünglichen Mord-Vorwurf war die Anklagebehörde in ihrem Plädoyer am Vormittag bereits abgerückt.

Unter Forderungen der Staatsanwaltschaft

Damit blieb das Gericht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die fünfeinhalb Jahre Haft für den älteren Angeklagten aus dem Iran und für den 17-jährigen Komplizen aus Afghanistan eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert hatte.

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Anlass für die Gewalttat im Februar in Neubrandenburg war die Beleidigung einer Freundin des 20-Jährigen. Das Opfer, ein 30 Jahre alter Mann aus Afghanistan, soll die Frau als „Schlampe“ bezeichnet haben. Dies sei als „Ehrverletzung“ betrachtet worden. Dieses Motiv sei als „niedriger Beweggrund“ zu werten, sagte die Anklägerin. Einen Tötungsvorsatz habe es aber nicht gegeben.

 

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