IN NEUBRANDENBURG GEFANGEN

Todes-Urteil für Waschbärenbabys

Am Dienstagvormittag hat die Neubrandenburger Feuerwehr drei kleine Waschbären in der Stargarder Straße eingefangen. Viele boten an, sie aufzunehmen, aber die Hilfe kam zu spät.
Tobias Holtz Tobias Holtz
Passanten entdeckten die jungen Waschbären in der Stargarder Straße. 
Passanten entdeckten die jungen Waschbären in der Stargarder Straße. Tobias Holtz
Die Tiere ließen sich beim Spielen nicht stören.
Die Tiere ließen sich beim Spielen nicht stören. Tobias Holtz
Eingefangen wurden die Waschbären und der Stadtförster wurde verständigt.
Eingefangen wurden die Waschbären und der Stadtförster wurde verständigt. Tobias Holtz
Neubrandenburg.

Die Gäste der Kaffeebar "25 Grad” in der Stargarder Straße wollten zunächst ihren Augen nicht trauen, als sie am Dienstagvormittag auf der gegenüberliegende Straßenseite drei junge Waschbären entdeckten. Die kleinen Wildtiere zeigten überhaupt keine Scheu und ließen sich von den vorübergehenden Passanten beim Spielen beobachten. Ein Autofahrer verständigte schließlich die Feuerwehr.

Tiere müssen getötet werden

Die Tiere ließen sich von den angerückten Einsatzkräften ohne Probleme einfangen. „Wir nehmen die Tiere jetzt erst einmal mit und werden dann den Stadtförster Carsten Düde über unseren außergewöhnlichen Fund informieren”, sagt Carsten Trantow von der Berufsfeuerwehr zunächst. Doch die Geschichte nahm kein gutes Ende für die kleinen Tierchen.

"Wir werden die Tiere leider tierschutzgerecht töten müssen", teilte Stadtförster Carsten Düde auf Anfrage des Nordkurier mit. Die Tierparks in der Region würden keine weiteren Jungtiere mehr aufnehmen. Zudem sei es schwer jemanden zu finden, der die kleinen Bären mit der Flasche aufzieht. Selbst nach erfolgreicher Aufzucht, könne ihr Überleben ohne Mutter in der Natur nicht garantiert werden, so Düde.

Viel Anteilnahme auf Facebook

Nachdem der Nordkurier diese traurige Geschichte am späten Nachmittag auf Facebook geteilt hatte, erklärten sich sofort viele Menschen bereit, den Tieren zu helfen. Neben zahlreichen privaten Tierfreunden meldeten sich auch die "Tierhilfe Stellah Neubrandenburg" und der Familienpark "Naturerlebnis Uckermark" - auch vom "Naturerlebnispark Mühlenhagen" gab es Signale, die Waschbären aufnehmen zu wollen. 

Der Stadtförster war zu diesem Zeitpunkt trotz mehrmaliger Versuche aber nicht mehr zu erreichen. Wenige Stunden später hieß es dann aus dem Neubrandenburger Rathaus, dass die Tiere bereits getötet worden seien. Allerdings nannte die Sprecherin der Stadt eine neue Begründung für diese Entscheidung: Die Jungen seien zu schwach gewesen und daher eingeschläfert worden. Wann genau dies geschah, konnte sie noch nicht sagen.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, 5. Juni 2018, aktualisiert.

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