REVISION

Todesfall Sarah H. geht erneut zum Bundesgerichtshof

Was sich bereits am Freitag unmittelbar nach dem Urteil im Alt-Rehse-Prozess angedeutet hatte, bestätigt sich offenbar. Der Fall geht in eine erneute Revision.
Der Ex-Lebensgefährte von Sarah H. kurz vor der Urteilsbegründung am vergangenen Freitag im Landgericht Neubrandenbu
Der Ex-Lebensgefährte von Sarah H. kurz vor der Urteilsbegründung am vergangenen Freitag im Landgericht Neubrandenburg. Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft will das Urteil im Prozess um den Tod der 32-jährigen Sarah H. in Alt Rehse (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) vom Bundesgerichtshof überprüfen lassen. Dies geht aus Medienberichten hervor. Am Freitag hatte das Landgericht Neubrandenburg den Ex-Lebensgefährten der Frau wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung zu einer Geldstrafe von 1.350 Euro verurteilt.

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Todesursache von Sarah H. nicht feststellbar

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer viereinhalb Jahre Haft gefordert. Sie geht davon aus, dass der Mann im Sommer 2016 seine damalige Lebensgefährtin geschlagen und gefoltert hat. Die Frau war wenig später gestorben. Allerdings habe sich laut Gericht die genaue Todesursache bis heute nicht klären lassen. Es sei während des Prozesses auch nicht eindeutig festzustellen gewesen, ob der Mann für den Tod der 32-Jährigen verantwortlich zu machen sei, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Die Verteidiger des Verurteilten hatten das Urteil als eine „schallende Ohrfeige für die Staatsanwaltschaft” bezeichnet.

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Ex-Lebensgefährte vermindert schuldfähig

Polizeibeamte hatten erst Wochen nach dem Tod der Frau im Haus des Mannes in Alt Rehse die stark verweste Leiche gefunden. In einem ersten Urteil 2017 war der ehemalige Lebensgefährte zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er war dagegen in Revision gegangen – und Erfolg gehabt. Der Bundesgerichtshof hatte unter anderem mit dem Hinweis auf die nicht geklärte Schuldfähigkeit des Mannes den Fall zurück an das Landgericht Neubrandenburg gegeben. Dies hatte jetzt im aktuellen Urteil von einer verminderten Schuldfähigkeit gesprochen – aber nicht von einer gänzlichen Schuldunfähigkeit.

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